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Alles begann mit einem quietschgelben Kadett: Automobilclub ehrt Leiter des Wolsfelder Bergrennens

Alles begann mit einem quietschgelben Kadett: Automobilclub ehrt Leiter des Wolsfelder Bergrennens

Großer Bahnhof für Günter Hoor: Der Leiter des Wolsfelder Bergrennens und Mitglied des Eifel Motor Sport Clubs (EMSC) Bitburg ist vom Automobilclub von Deutschland (AvD) für seine Leistungen in der historischen Bergmeisterschaft geehrt worden.

Wolsfeld/Bitburg. Schnelle Autos und lange Ausdauer-Touren mit dem Rennrad: Günter Hoor ist in jeder Hinsicht ein sportlich ambitionierter Mann.
Nach Fahrten mit seinem historischen Porsche 944 S2 stand der "Mann mit Benzin im Blut" bei der Siegerehrung des Automobilclubs von Deutschland (AvD) in Frankfurt auf dem Treppchen. Hoor ist Motorsportler durch und durch. Und das seit frühesten Jahren auf Eifeler Straßen, die sonst dem Straßenverkehr vorbehalten sind.

Was macht für ihn das Rennen gegen die Uhr auf den "Pisten" seiner Heimat so faszinierend? "Ganz einfach, dort kommt es auf das fahrerische Können an. Nicht der, der die meisten PS hat, gewinnt, sondern der, der die Leistung am besten auf den Asphalt bringt."

Das Steckenpferd des Versicherungs-Experten ist der historische Motorsport am Berg. "Wer etwas für Automobiltechnik, für Geschichte und den Sport übrig hat, der findet hier ein ideales Betätigungsfeld", sagt Hoor, der ein Kind der Südeifel ist und als junger Mann mit einem kanariengelben Opel Kadett seine ersten Schritte auf der Karriere-Leiter unternahm. Die Liebe zum Bergrennsport aber wurde schon viel früher in ihm entfacht. "Ich wuchs in der Wolsfelder Nachbargemeinde Holsthum auf und war gerade acht oder neun Jahre alt, als ich von Schulkameraden erfuhr, dass in Wolsfeld einmal im Jahr Bergrennen gefahren wurden. Das wollte ich mir unbedingt mal ansehen. Daher habe meinen Vater so lange genervt, bis er mit mir nach Wolsfeld gefahren ist, damit wir uns das Rennen ansehen konnten."

Das Rennsportfieber hatte den kleinen Günter früh gepackt - und es ließ ihn auch nicht mehr los. "Ich schloss mich früh dem Jugend-Rot-Kreuz in meinem Heimatdorf an, wurde DRK-Helfer und war schon mit 16 Jahren Streckenposten beim Wolsfelder Bergrennen."

Als er alt genug war, um selbst zu fahren, fand er im EMSC Bitburg schnell eine Heimat für sein rasantes Hobby.
"Zunächst bestritt ich Slalom-Rennen auf einem Opel Kadett C und war nicht der Langsamste." Aus den ersten 18 Veranstaltungen ging er 16 mal als Klassensieger hervor. 1982 fuhr er dann sein erstes Bergrennen in Wolsfeld.
Als er ein Jahr später - als Bester in seiner Klasse mit dem obligatorischen Siegerkranz gekrönt - den Berg wieder hinunter Richtung Start fuhr, "da fühlte man sich als Junge aus dem Nachbardorf wie ein kleiner König".

Der quietschgelbe Opel Kadett ist zwar mittlerweile längst Geschichte, aber die Liebe zum Bergrennsport, zu historischen Autos und - quasi als Ausgleich - zum Radrennsport ist ihm bis heute geblieben. jüb