Alles dreht sich um den Kreisel

Alles dreht sich um den Kreisel

Heftig, deutlich - und einmal auch anders als erwartet: Eine Reihe von TV-Lesern hat auf unseren Aufruf reagiert, sich zur geänderten Verkehrsführung in Prüm zu äußern. Viele beurteilen das Thema vorrangig aus Autofahrersicht.

Prüm. Die Testphase läuft, die ersten Reaktionen sind da: Die Stadt Prüm und der Landesbetrieb Mobilität erproben seit einer Woche eine geänderte Verkehrsführung im Zentrum (der TV berichtete).
Und wie läuft es aus Sicht der Leser? Auf unseren Aufruf vom vergangenen Samstag haben sich am Wochenende bereits viele gemeldet. Dabei wird schnell deutlich, dass die meisten von ihnen das Thema in erster Linie aus Sicht der Autofahrer betrachten.
Einer von ihnen ist Werner Rosswinkel aus Prüm: "Durch die derzeitige Einbahnregelung fährt man viele unnötige Umwege, je nachdem, wo man hinmöchte", schreibt er und ergänzt: "Nach wie vor bin ich der Meinung, dass ein Kreisverkehr am Hahnplatz die beste Lösung wäre."
Denn es sei nachgewiesen, dass das Unfallrisiko dann sehr viel geringer sei als bei herkömmlichen Kreuzungen. "Daher hoffe ich, dass man nach einer ,Testphase Einbahnregelung\' fairerweise ebenso eine ,Testphase Kreisverkehr\' durchführt. Auf das Ergebnis einer anschließenden Bürgerbefragung bin ich gespannt."
Parkplatzsuche schwieriger


"Ich bin der Meinung, dass viele Leute um die Innenstadt herumgeleitet werden, die ansonsten vielleicht gerne einen Stopp in der Stadt machen würden", schreibt Uschi Krump aus Weins heim, wo sich gleich mehrere Leser meldeten. Auch ihr Fazit lautet bereits jetzt: "Ich bin für einen Kreisel." Mit der neuen Regelung gestalte sich die Parkplatzsuche in Prüm noch schwieriger als vorher, "weil man jetzt, falls man keinen findet, um die ganze Stadt herum fahren muss für einen zweiten Versuch. So fährt manch einer lieber wieder nach Hause oder in eine andere Stadt zum Einkauf", sagt Angelika Serwas, ebenfalls aus Weinsheim.
Eine Innenstadt sollte aus allen Richtungen erreichbar sein, "das ist mit dieser Regelung nicht möglich", findet Martina Serwas, die sich auch aus Weinsheim gemeldet hat. Und auch sie ist der Überzeugung, dass man mit einem Kreisverkehr eine schöne Platzgestaltung hinbekommen könne - genauso wie auch Michael Krump.
"Einige wenige Prümer Ratsmitglieder", schreibt Hubert Tautges, Taxifahrer und Ortsbürgermeister von Winterspelt, "verhindern schon seit Jahren erfolgreich die einzig vernünftige Verkehrsführung am Hahnplatz." Was Tautges darunter versteht, macht er sofort klar, "nämlich einen Kreisverkehr. Wer über den Tellerrand hinaus schaut und sich die schön gestalteten Kreisel in den Nachbarländern und -städten anschaut und befahren hat, merkt sofort die Vorzüge." Auch die Gestaltungsmöglichkeiten seien dabei so vielfältig, "dass die ,gute Stube Hahnplatz\' wesentlich verbessert würde. Was ist am jetzigen Zustand so erhaltenswert? War die bisherige Verkehrsführung am Hahnplatz nicht zufriedenstellend, so ist die jetzige eine Katastrophe. Man fährt, das Ziel in Sichtweite, einen Umweg von 1000 Metern. Mit Beginn der Schulzeit kommen zusätzlich unzählige Busse hinzu, die sich durch die Umleitungsstrecke quälen."
Ganz anders sieht es hingegen TV-Leser Harald Valentin aus dem Stadtteil Weinsfeld: "Ich finde die Lösung gut, weil dadurch an den Engstellen (Buchhandlung Hildesheim und City Kebap) mehr Platz für Fußgänger entsteht", schreibt er. "Ich selber bin mit meinen drei Kindern nicht mehr gerne an diesen Stellen durch die Stadt gegangen, weil die Autos einem dort sehr nah kamen. Und mit Kinderwagen schon gar nicht. Diese Lösung mit der Einbahnstraße bietet an diesen Engstellen viele neue Möglichkeiten, die Stadt familienfreundlicher zu machen für Kinderwagen und ältere Menschen mit Gehhilfen."fpl

Mehr von Volksfreund