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Alles für den amerikanischen Alltag: Spangdahlemer Airbase bekommt Kindergarten, High- und Middleschool und Lebensmittelgeschäft

Alles für den amerikanischen Alltag: Spangdahlemer Airbase bekommt Kindergarten, High- und Middleschool und Lebensmittelgeschäft

Eine Milliarde Dollar ist insgesamt seit 1994 auf dem amerikanischen Militärgelände in Spangdahlem investiert worden. Udo Stürmer, leitender Bauingenieur, betreut dort derzeit etwa 100 laufende Bauprojekte. Dem TV hat er gezeigt, was sich derzeit auf der Airbase tut.

Spangdahlem. "Wir könnten noch den ganzen Tag weitererzählen", sagt Udo Stürmer und lacht. Seit 32 Jahren schon sei er bei den Amerikanern beschäftigt, berichtet er. Zunächst war er zwölf Jahre in Bitburg, bis er nach der Schließung des Standorts im Jahr 1994 nach Spangdahlem kam. Seitdem betreut er dort alle Bauprojekte.
Insgesamt wurde seit 1994 eine Milliarde Dollar investiert, davon 380 Millionen Dollar für das Programm "Spangdahlem Evolution". Dieses Programm beinhalte alles, was in Spangdahlem noch gefehlt habe, damit der Alltag funktioniere, erklärt Stürmer. Wie zum Beispiel ein Lebensmittelgeschäft - seit Februar ist die "Commissary" die größte Baustelle auf dem Militärgelände. "Hier sind sie jetzt verstärkt am Arbeiten, damit wir noch vor dem Winter das Dach draufbekommen", erklärt Stürmer. Er wünscht sich, dass es dann auch in der kalten Jahreszeit weitergehen kann. "Hoffentlich kriegen wir das hin", fügt er hinzu.
Das Einkaufszentrum mit Möbel-, Kleidungs-, Mobilfunkgeschäften und Schnellrestaurants steht dagegen bereits seit November 2012. In den Geschäften dürfen nur Personen mit einem gültigen Militärausweis einkaufen. Das, erklärt Stürmer, hänge mit den deutschen Zollbestimmungen zusammen. In den Restaurants dürfen aber sowohl er als auch alle anderen Zivilbeschäftigten essen.
Ebenfalls fertig - seit Dezember 2013 - und gut besucht ist das Fitnesscenter: Mehrere Sportbegeisterte joggen auf Laufbändern, ein Mann macht Klimmzüge an einer Stange. In der Turnhalle spielen zwei Jungen Basketball. "Die Soldaten müssen ja fit bleiben", sagt Stürmer. "Hier dürfte ich auch trainieren - rein theoretisch." Anders sieht es im "Child-Development-Center" aus, das eigentlich schon 168 amerikanische Kindergartenkinder beherbergen könnte: Die Dreiräder stehen bereit, und auf dem etwa 1500 Quadratmeter großen Spielplatz sind Rutschbahn und Klettergerüst aufgebaut. Trotzdem müssen die Kinder vorerst in den alten Kitas bleiben. Stürmer: "Das ist kompliziert."Strenge Vorschriften seit 9/11


Die Abnahme hat bereits stattgefunden. Das Problem: Das Gebäude sei nach deutschem Recht gebaut worden, erklärt Stürmer. Nach amerikanischen Vorschriften habe es aber noch Sicherheitsmängel. So müsse zum Beispiel ein Schutz für die Türen eingebaut werden, damit die Kinder sich nicht die Finger einquetschen könnten. "Das kennen wir in Deutschland gar nicht", sagt der leitende Bauingenieur. Einen Eröffnungstermin gebe es deshalb noch nicht.
Strenge Sicherheitsvorschriften gibt es auch bei der "Elementary-School", die ausgebaut und modernisiert werden soll. Der Grund: Sie entspreche nicht mehr den Standards. Die strengeren Vorschriften gebe es seit den Ereignissen des 11. September. So müsse zum Beispiel der geplante große Parkplatz 25 Meter Abstand zur Schule haben. "Das ist eine ganz einfache Berechnung: Wieviel Sprengstoff passt in einen Kofferraum, und wie weit muss der Abstand sein, damit die Menschen im Gebäude nicht gefährdet sind?", erklärt Stürmer.
Die Schule soll im Frühjahr 2018 fertig werden. Während der Bauarbeiten ab nächstem Sommer ziehen die Schüler nach Bitburg in die Housing um. Aus diesem Grund bleiben die Gebäude dort noch erhalten. Obwohl die letzte Familie vergangene Woche dort ausgezogen ist, wie Stürmer erzählt.
Noch in Planung ist die "Middle-" und "Highschool": Baubeginn soll im Sommer 2016 sein, das Ende drei Jahre später, im Sommer 2019. Ganze 87,2 Millionen Dollar lässt man sich die Schule kosten. Bis dahin besuchen die amerikanischen Jugendlichen die Middleschool in Spangdahlem sowie die Highschool in Bitburg.
Nachdem bereits 2012 eine Klinik für 30 Millionen Dollar auf das Gelände gebaut wurde, ist für Sommer 2016 der Bau einer Zahnklinik geplant - für weitere 36 Millionen Dollar.