Alles offen oder was?!

Die Eifeler sind ein offener Menschenschlag, das glaubt mir zwar keiner, wenn ich's erzähle, sobald ich mal das Gebirge verlasse. Es stimmt aber: Und jetzt habe ich den Beweis, jedes Wochenende einen zusätzlichen Beleg für unsere Offenheit: Vor zwei Wochen haben wir unsere Denkmäler geöffnet, am vergangenen Wochenende konnte man am Tag des offenen Ateliers zwischen Pinseln und Farbtöpfen Kaffee trinken, ganz zwanglos.

Na bitte, dachte ich. Als ich das Walburga erzählte, sagte die aber nur, dass Leute, die in Denkmälern wohnen, oder Künstler ja nun nicht die typischen Eifeler seien. Ich geb' aber selbst bei meiner Frau die Hoffnung nie auf und dachte, als ich im TV gelesen hab', wie am nächsten Sonntag Offenheit demonstriert wird, dass ich jetzt Walburga wirklich überzeugen würde: Denn am Sonntag ist zwischen Bitburg, Wittlich, Prüm und Daun der "Tag der offenen Holzheizungskeller " - na, wenn das nicht eiflerisch ist, dann weiß ich auch nicht. Viel geholfen hat es nicht. Als ich den Artikel gerade triumphierend meiner Frau gezeigt habe, sagte sie nur: "Pitter, erst ist heute Mal Tag der offenen Gartenhütte, du weißt, dass der Rasen nochmal gemäht werden muss, und dann ist auch noch Tag der offenen Garage: Du weißt ja, wo der Kehrbesen steht." Mit mir kann man's ja machen! Aber das glaubt Walburga heute auch nur: Für mich ist jetzt erst einmal Tag der geschlossenen Augen. Ich weiß ja, wo das Sofa steht!

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