Gewerbe: Alles ordentlich umgekrempelt

Gewerbe : Alles ordentlich umgekrempelt

Bei der heutigen Jahreshauptversammlung des Gewerbevereins Bitburg wird sich Edgar Bujara aus der Spitze verabschieden. 14 Jahre hat der Autohändler den Verein geleitet und in dieser Zeit mit seinem Team die Arbeit des Vereins maßgeblich geprägt.

Was haben Edgar Bujara und Angela Merkel gemeinsam? Nun, beide sind bereits seit 2005 im Amt. Und in beiden Fällen sind Name und Amt so fest miteinander verbunden, dass man sich eigentlich kaum vorstellen kann, dass es irgendwann mal anders wäre.

Doch während sich die amtsmüde wirkende Bundeskanzlerin ein wenig schwer damit tut, das Feld einem anderen zu überlassen, hat der Vorsitzende des Bitburger Gewerbevereins seinen Rückzug längst mit der von ihm gewohnten Entschlossenheit vorbereitet. Schon vergangenes Jahr unkte er, dass 2019 ein anderer das Ruder übernehmen werde (der TV berichtete). Darüber, wer das sein wird, hielt sich der Strippenzieher vornehm zurück.

Fest steht: Wenn heute Abend der Gewebeverein Bitburg zu seiner Jahreshauptversammlung zusammenkommen wird, tut er dies das letzte Mal unter der Leitung Bujaras. Nach 14 Jahren kandidiert der Autohändler nicht mehr und gibt den Vorsitz ab. Die Ära Bujara endet damit weitaus unspektakulärer als sie begonnen hat. Denn die Wahl Bujaras im Sommer 2005 war keine leichte Geburt – wie auch ein TV-Bericht vom Juni 2005 zeigt: „Vor der mit Spannung erwarteten Mitgliederversammlung ist unklar, wie es mit dem Gewerbeverein weitergeht. Die Option mit einem neuen Leitungsteam um Edgar Bujara hat sich vorläufig zerschlagen“, heißt es dort.

Die Stimmung im Verein, der zu dieser Zeit noch von Herbert Scheider geleitet wird, ist nicht die beste. Für eine Wiederwahl wollen sich weder der Vorsitzende noch dessen Stellvertreter und auch nicht der Kassenwart und der Schriftführer zur Verfügung stellen. Die Luft ist damals raus.

Unterdessen arbeitet im Jahr 2005 der Unternehmerstammtisch Bitburg bereits entschlossen daran, ein neues Team auf die Beine zu stellen. Mit Edgar Bujara als Kandidat für den Vorsitz und Hanno Kurth als dessen Stellvertreter. Das Problem ist nur: Der zu diesem Zeitpunkt 47-jährige Autohausbetreiber ist kein Mitglied des Gewerbevereins mehr.

Ein Jahr zuvor nämlich ist Bujara aus persönlichen Gründen ausgetreten. Um gewählt werden zu können, muss er zunächst wieder Mitglied werden. Dagegen jedoch wehrt sich der Vorsitzende Scheider. Offiziell begründet der Vorstand die Verweigerung des Wiedereintritts Bujara damit, dass es vor der Mitgliederversammlung samt Vorstandswahlen keine Vorstandssitzung mehr gebe. Laut Satzung müsse aber über den Aufnahmeantrag beraten werden. Und so kommt es schließlich zu der Situation, wie seinerzeit im Volkfreund berichtet.

Auf Druck derjenigen, die eine Veränderung herbeisehnen, wird der aufstrebende Autoverkäufer aus dem Industriegebiet wieder in den Verein aufgenommen und wird am 30. Juni 2005 zum Vorsitzenden gewählt.

Gewählt wird an diesem Abend aber nicht nur ein neuer Vorsitzender, sondern ein nahezu komplett neues Team. Dazu zählen neben Bujara als Vorsitzendem und Kurth als dessen Vertreter des Weiteren noch Ralf Berres, Stefan Bohl, Peter Fabry, Edmund Mayer, Harald Platz und Helmut Thielgen. Als Beisitzer werden zudem Margit Elsen, Brigitte Seiwert und Karl Kreuz gewählt. Der neue Vorstand setzt sich bewusst nicht nur aus Gewerbetreibenden zusammen, sondern auch aus Vertretern der beiden Bitburger Banken und der Stadt.

„Teamwork“ lautet das neue Motto. Die verstaubten, hierarchischen Strukturen sollen aufgebrochen und durch ein modernes, zeitgemäßes Konzept ersetzt werden. Gebildet wird ein Vorstand, deren Mitglieder für jeweilige Arbeitsbereiche eigenverantwortlich zuständig sind.

Wozu das neue Team unter Edgar Bujara fähig ist, wird bereits wenige Monate nach der Wahl des neuen Vorstands vom Organisationsteam des Weihnachtsmarkts eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Unbeirrt von geäußerten Befürchtungen, dass die neue Mannschaft bereits mit ihrem ersten Großprojekt den Gewerbeverein in den finanziellen Ruin treiben könnte, wird das im Herbst 2005 vorgestellte Weihnachtsmarkt-Konzept umgesetzt. Ein vierwöchiges Programm mit einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm, verteilt auf zwei Bühnen, lockt am Ende gut 30 000 Besucher in die Innenstadt.

Mit Bujara an der Spitze entwickeln die Arbeitsgruppen neue Projekte, betreiben eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit, überarbeiten bestehende Konzepte und unterstützen Initiativen. Dazu zählen beispielsweise das Halloween-Shopping, die Gäßestrepper-Taufe, das Bitburger Auto-Festival, der Maimarkt, der übrigens diesen Sonntag, 26. Mai, wieder über die Bühne geht, oder aber die Braderie in der Fußgängerzone.

-+- WG: BILDER_postplatz_scho ------------------------------------------- Von: Schommer Dagmar Gesendet: Dienstag, 4. September 2012 10:45:12 An: Schommer Dagmar Betreff: BILDER_postplatz_scho Diese Nachricht wurde automatisch von einer Regel weitergeleitet. BUZ: Der Gewerbeverein lässt den Postplatz so herrichten, dass dort ab Ende kommender Woche geparkt werden kann - mitten auf dem Spittel. TV-Foto: Dagmar Schommer. Foto: e_bit <e_bit@volksfreund.de>
(Molitor Wolfgang,) Bujara Edgar, (Bosse Karl) BUZ: Da fällt die gute Mine schwer: Mit einer Mischung aus Bier, Flusswasser und Kräutern wurde Edgar Bujara zum Bitburger Gäßestrepper getauft. Jürgen Weiler unterging der selben Zeremonie. Drei Veranstaltungen an einem Wochenende: Wolfgang Molitor (links) und Karl Bosse (rechts) taufen Edgar Bujara zum Gäßestrepper (Bild oben). Großes Interesse zeigte auch die Besucher des Youngtimer-Treffens (rechts) an –fast-alten“ Fahrzeugen. Zudem fand am Sonntag der Stadtlauf statt (links). Fotos(3): Marion Rhodes (2), Harald Jansen (1):. Foto: rhodes marion

Während der Bauarbeiten am Spittel schafft der Gewerbeverein dort vorübergehend zusätzliche Parkplätze. Er setzt sich für längere Ladenöffnungszeiten ein, startet die Initiative „Mir schwäätzen Platt“ und engagiert sich unter anderem auch für die Sanierung des Glockenturms. Kurzum: Es ist eine Menge passiert. Nun darf man gespannt sein, wer sich an vorderster Front künftig für den Verein engagieren wird. Vergangenes Jahr sagte Bujara bei der Hauptversammlung: „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir eine so tolle und dynamische Mannschaft zusammen haben, dass es für mich jetzt Zeit ist, Platz für neue Leute und neue Ideen zu machen.“

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