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Als eine verdorrte Lilie wieder erblühte

Als eine verdorrte Lilie wieder erblühte

10 000 Pilger kommen jedes Jahr nach Barweiler. Grund für die Anerkennung als Wallfahrtsort ist das Lilienwunder, das sich 1726 zugetragen haben soll.

Barweiler. Die jährlichen Marienwallfahrten nach Barweiler zu "Unserer lieben Frau mit der Lilie, Königin des Friedens" gehen auf folgendes Ereignis zurück: Im Sommer des Jahres 1726 schmückten junge Barweiler Mädchen die Altäre der Pfarrkirche St. Gertrudis mit Blumen. Auch die Muttergottesstatue, die angeblich bereits in der Reformationszeit zwischen 1517 und 1648 aus Üxheim im Erzbistum Köln nach Barweiler gekommen war, wurde mit einer weißen Lilie geschmückt.
In der rechten Hand der Muttergottes verdorrte sie bald, da sie kein Wasser bekam. Wochen später, im September um das Fest Maria Geburt herum, begann sie plötzlich erneut zu erblühen und entwickelte an ihrem Stängel 15 neue herrliche Knospen. Der damalige Pfarrer Michael Kaas berichtete diese außergewöhnliche Begebenheit der geistlichen und weltlichen Behörde nach Köln.
Plötzliche Heilungen


Doch dort zweifelte man zuerst, und so schickte der Generalvikar der Erzdiözese Köln, Weihbischof de Reux, Abt Michael Kuell aus dem Kloster Steinfeld nach Barweiler, um das Wunder zu überprüfen.
Auch der Stadthalter des kurfürstlichen Amtes Nürburg kam nach Barweiler, um sich selbst zu überzeugen. Beide bestätigten überwältigt schriftlich die Echtheit des Wunders. Der Stadthalter von Nürburg stellte eine eindrucksvolle Urkunde darüber aus. Eine Kopie dieses Schriftstückes ist noch heute gleich links neben dem Kirchenportal zu sehen. Wie ein Lauffeuer ging die Geschichte der wunderbaren Begebenheit durch die Eifel.
Die frommen Christen sahen Barweiler zu einem besonderen Gnadenort auserwählt und pilgerten fortan mit ihren Sorgen und Nöten beladen zur Muttergottes mit der Lilie, um diese zu bitten, bei Gott Gnade und Hilfe für ihre Probleme zu erwirken. Ihr Glaube bewirkte weitere Wunder. Vor dem Muttergottesbild fanden viele wundersame Heilungen und Gebetserhörungen statt. Die Berichte darüber werden sorgfältig im Pfarrarchiv aufbewahrt. tar