Nach Abzug der Amerikaner: Alte Kaserne auf dem Bitburger Flugplatz - Fast alle Häuser haben eine neue Funktion

Kostenpflichtiger Inhalt: Nach Abzug der Amerikaner : Alte Kaserne auf dem Bitburger Flugplatz - Fast alle Häuser haben eine neue Funktion

Nach dem Abzug der Amerikaner ist in die alte Kaserne nach und nach neues Leben eingezogen - beinahe alle Gebäude werden wieder genutzt.

Ursprünglich hatte der Zweckverband Flugplatz Bitburg seinen Sitz auf dem Flugplatzgelände. Vor wenigen Jahren dann erfolgte der Umzug auf das Gelände der Alten Kaserne. Und zwar in einen der Kasernenblöcke. Je nachdem, aus welchem Fenster der neuen Geschäftsräume die Mitarbeiter des Zweckverbands blicken, sehen sie entweder den Erfolg oder aber die nächste gewaltige Herausforderung. Mit Letzterem gemeint ist die Housing, die vom Kasernengelände nur durch eine Straße getrennt wird.

Nachdem der Bitburger Stadtrat bereits seine Zustimmung erteilt hat, wird die Konversion des mehr als 60 Hektar großen Areals mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in die Zuständigkeit des Zweckverbands Flugplatz Bitburg fallen. Das ist eine Hausnummer. Genau genommen sind es sogar sehr viele. Denn die Amerikaner haben alle ihre Bauwerke nummeriert – was im Übrigen auch für das Areal der Alten Kaserne gilt. Und das sehen die Mitarbeiter des Zweckverbands, wenn sie die Flurseite wechseln und auf der anderen Seite des langgezogenen Sandsteinbaus aus dem Fenster schauen.

Gut 20 Gebäude stehen (noch) auf dem Kasernengelände. Nicht alle stehen unter Denkmalschutz, aber jedes hat eine Nummer. Zwar erschließt sich nicht immer die Systematik dieser Zahlenfolge, doch steht inzwischen fast jede dieser nach dem Abzug der Amerikaner noch verbliebenen Nummern für eine erfolgreiche Umnutzung.

Gebäude Nummer 2001: Nach langem Hin und Her und mehreren Anlaufschwierigkeiten entsteht hier im Erd- und im ersten Obergeschoss die neue Kita der Stadt Bitburg. Mehr als 8,5 Millionen Euro investiert die Stadt, die auch Eigentümerin des Gebäudes ist. In diesem Jahr soll der Umbau endlich beginnen. Was aus dem zweiten Obergeschoss wird, steht derzeit noch nicht fest.

2002: In dem Kasernenblock gegenüber der zukünftigen Kita sind nun 36 Eigentumswohnungen. Der Umbau ist weitgehend abgeschlossen, die ersten Wohnungen bereits bezogen. Investor ist die Dignum Castra GmbH, deren Geschäftsführer Manfred Klever und Friedrich Ohnewein mehrere Kasernenblöcke gekauft und umgebaut haben.

2004: In dem ehemaligen Postgebäude, das als einziger der Kasernenblöcke parallel zur Mötscher Straße steht, wurde eine Pflegeschule des Schwesternverbands  eingerichtet. Diese Einrichtung ist im Obergeschoss, im Erdgeschoss sind Büroräume zur Vermietung geplant. Eigentümer ist ebenfalls Dignum Castra.

2005: Auch dieser Kasernenblock wurde von Dignum Castra als Generalinvestor gekauft und umgebaut. In einem Teil des Gebäudes, das von den Amerikanern als entkernter Rohbau zurückgelassen wurde, bietet der Schwesternverband als Mieter Service-Wohnen an. Die restlichen Wohnungen sind verkauft und vermietet.

2006: Dieses Gebäude, in dem zu Zeiten der Amerikaner ein Fitnessstudio war, existiert nicht mehr. Das zwischen den Blöcken 2005 und 2007 errichtete Bauwerk stand nicht unter Denkmalschutz und wurde im Zuge der Konversion abgerissen und durch eine Begrünung ersetzt.

2007: Der für die Konversion zuständige Zweckverband Flugplatz Bitburg wollte mit gutem Beispiel vorangehen und hat deshalb den Block am östlichen Zipfel des Kasernengeländes gekauft und komplett saniert. Neben dem Zweckverband selbst sind dort als Mieter das Jobcenter und die Agentur für Arbeit sowie die Kreisverwaltung mit den Ämtern 04 (Kreisentwicklung, Wirtschaftsförderung, Straßenbau und Denkmalpflege) und 13 (Soziales) untergebracht.

2008: Das kleinste der unter Denkmalschutz stehenden Gebäude befindet sich direkt an der ehemaligen und inzwischen gesperrten Zufahrt des Kasernengeländes zwischen den Gebäuden 2005 und 2007. Es diente zuletzt als Wachhäuschen und war davor laut Flugplatz-Zweckverband Teil einer Tankstelle. Was daraus wird, ist derzeit noch unklar. Möglicherweise aber findet sich im Zuge der in die Wege geleiteten Freiflächengestaltung des Areals eine Nutzung. Das Häuschen gehört dem Zweckverband.

2011: Der Kasernenblock neben der zukünftigen Kita ist zum Haus der Bildung geworden. Untergebracht sind dort als Mieter die Katholische Familienbildungsstätte, die Volkshochschule Bitburg, die Stiftung Beda-Institut sowie das Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen. Investor ist auch hier Dignum Castra.

2012: Der Kasernenblock am nördlichen Ende des zentralen Parkplatzes gehört dem Unternehmen PLT, das auf Automatisierungs- und Steuerungstechnik sowie auf industrielle IT- und Netzwerktechnik spezialisiert ist. Ebenfalls dort als Mieter ansässig sind ein Steuerberater und ein Schädlingsbekämpfer.

2013: Am südlichen Ende des Parkplatzes steht die ehemalige Turnhalle der Amerikaner. Eigentümer ist der Unternehmer und Schreinereibetreiber Wilhelm Notte, der dort für die Stadt Bitburg eine provisorische Kita mit drei Gruppen eingerichtet und an die Stadt vermietet hat. Damit soll die Zeit bis zur Fertigstellung der Kita im Gebäude 2001 überbrückt werden.

2015: Hinter der Übergangskita und direkt neben der derzeit noch gesperrten Verbindungsstraße zur Housing hat die Schreinerei Belfacto von Firmen- und Gebäudeeigentümer Notte ihren Sitz. Darüber hinaus ist auf dem Grundstück auch noch die zentrale Hackschnitzel-Heizanlage des Kasernengeländes untergebracht.

2020/2021/2023: Die aneinandergebauten Gewächshäuser an der westlichen Ecke des Areals werden vom gemeinnützigen Verein Alibi Eifelservice zur Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen betrieben. Eigentümer sind die Stadtwerke Bitburg, denen auch die östlich daran angrenzende Fläche mit dem unterirdischen Regenrückhaltebecken gehört.

2023: In dieser ebenfalls von den Amerikanern errichteten Halle befindet sich jetzt das Bestattungszubehör-Unternehmen Särge Gajewski, das auch Eigentümer der Halle ist.

2024: Dieser Hallenkomplex gehört dem Zweckverband. Ein Teil dient seit 2018 als Katastrophenschutz-Zentrum des Eifelkreises. Zudem gibt es in der VG Bitburger Land die Überlegung, dort ein zentrales Feuerwehr-Servicezentrum einzurichten.

2026: Gebäudeeigentümer und Unternehmer Alexander Köppen widmet sich in dieser Halle der Restauration von Autos und dem Aufbau von Rennfahrzeugen.

2027: Eigentümer Christian Nöhl betreibt in dieser denkmalgeschützten ehemaligen Fahrzeughalle eine Oldtimervermietung samt Lager und Internetteilehandel.

2031: In dieser ebenfalls von den Amerikanern gebauten Halle ist der Sitz des Veranstaltungstechnik-Unternehmens Show-Factory, dem das Gebäude auch gehört.

2032/2033: Die unter Denkmalschutz stehenden Hallen sind derzeit ungenutzt und dringend sanierungsbedürftig. Eigentümer ist der Unternehmer Notte.

2034: Das Gebäude gehört der Familie Diederich aus Bitburg und dient als Unterstell- und Fahrzeughalle. Zudem hat dort ein Unternehmen für Werbung seinen Sitz.

2036: Ganz im Süden des Kasernenareals liegt dieses kleine, ebenfalls denkmalgeschützte Haus. Zu Zeiten der Wehrmacht soll es als Übungsraum für ABC-Gaseinsätze genutzt worden sein. Heute dient das Gebäude der Familie Diederich als Ausstellungsraum.

2037: In diesem von den Amerikanern errichteten Gebäude war die Feuerwache des Kasernengeländes. Da es für die Stadt Bitburg als Ersatz für ihre derzeitige Feuerwache nicht infrage kam, wurde es anderweitig verkauft. Eigentümer ist ebenfalls Diederich. Untergebracht ist dort unter anderem ein Dentallabor.

Weitere Gebäude: Am südwestlichen Rand standen ursprünglich auch noch drei weitere, von den Amerikanern errichtete Gebäude, deren Nummern aber nicht mehr bekannt sind. Die Bodenplatten sind aber nach wie vor erhalten, und zwei davon wurden auch wieder bebaut. Eigentümer und Nutzer ist die Bitburger Wellnessschmiede, ein Fachbetrieb für Heizung und Sanitär.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Nach dem Abzug der Amerikaner ist neues Leben in die alte Kaserne eingezogen