Alte Kirche in Schönecken bekommt einen neuen Anstrich

Kirchensanierung : Alte Kirche in neuem Gewand

Die Pfarrkirche St. Leodegar in Schönecken wird von außen renoviert. Für den neuen Anstrich musste die Kirchengemeinde mehrere Anläufe nehmen.

Im Spendensammeln sind die Schönecker sehr einfallsreich. Schon für die Sanierung der Kirchenorgel haben sie eine ganze Konzertreihe auf die Beine gestellt. Denn die Orgel war, milde gesagt, in keinem guten Zustand mehr.

Doch Geld für die Aufbereitung gab es vom Bistum keins. „Da sind wir auf die Idee gekommen, mit allen, die in Schönecken Musik machen, Konzerte zu organisieren“, sagt Sandra Kribs, Organistin aus Schönecken. Sechs sind es insgesamt geworden. „Die Konzertreihe hat sich zu einer richtigen Eigenmarke entwickelt“, sagt sie.

Nun ist die Kirchengemeinde wieder auf fleißige Helfer und Spender angewiesen, denn ein neues großes Projekt gilt es zu stemmen. Diesmal ist die Pfarrkirche St. Leodegar selbst betroffen.

Nimmt man es ganz genau, sind es eigentlich zwei Kirchen. Eine gotische und eine neuzeitliche. Die gotische trägt den Namen St.-Leodegar und wurde 1448 einschiffig errichtet. 1955 wurde die zeitgenössische Kirche mit dem Namen „Unserer Lieben Frau“ angebaut. Dem alten Gebäude geht es seit ein paar Jahren gar nicht mehr gut.

Bereits vor zehn Jahren hat die Kirchengemeinde Antrag für einen neuen Außenanstrich beim Bistum gestellt. Doch geklappt hat es erst jetzt, beim dritten Anlauf. „Wir hatten das Glück, dass wird nach dem Umzug des Kindergartens das ehemalige Gebäude verkaufen konnten und einen Teil des Erlöses für die Renovierung benutzen dürfen“, sagt Thomas Stadler, Rendant, unter anderem zuständig für das Dekanat Westeifel.

Denn 50 Prozent der Finanzierung muss die Kirchengemeinde selbst aufbringen, sonst gibt das Bistum kein grünes Licht für so ein großes Projekt. Denn beim Anstrich ist es nicht geblieben. Beim Ausbaggern habe man festgestellt, dass das Fundament der alten Kirche schadhaft ist und zum Teil neu gegossen werden muss, sagt Stadler.

„Es gab auch Schäden an den Sandsteingewänden, wie zum Beispiel bei den Einfassungen der Fenster und an den Strebepfeilern.“

Die neue Farbgebung der Kirche orientiert sich an dem ursprünglichen Aussehen. „Da waren beim letzten Anstrich Begleitstriche gemalt worden, die da nicht hingehören“, erklärt Stadler. Das Amt für kirchliche Denkmalpflege, angesiedelt beim Bistum, hat die neue Farbfassung nun vorgegeben.

„Ich bin froh, dass es nun gemacht wird. Wenn man durch Schönecken gefahren ist, sah man immer den Turm, der sehr schlecht aussah“, sagt Pfarrer Georg Josef Müller. Er lobt das Engagement der Menschen vor Ort: „Das ist das Schöne, wenn die Menschen selbst viel Initiative zeigen. So bleibt die Pfarrei am Leben.“

Die Gesamtkosten für die Sanierung liegen bei rund 254♦000 Euro. Das Bistum gibt einen Zuschuss von rund 104♦000 Euro. Der Rest werde teilweise durch den Erlös des Kita-Verkaufs abgedeckt, größtenteils aber durch Spenden, sagt der Rendant.

Doch er gibt sich optimistisch: „Die Finanzierung hat noch nie so gut ausgesehen wie heute. In der Regel muss die Kirchengemeinde 50 Prozent aufbringen. Wenn das mit dem Kita-Verkauf nicht geklappt hätte, wäre heute noch nicht mit der Sanierung begonnen worden.“

Die Arbeiten sollen noch in diesem Jahr über die Bühne gehen. Die Restschuld wird mit einem Darlehen überbrückt. Doch die Schönecker haben schon längst wieder Anlauf genommen, um auch diesmal für ihre Kirche Spenden zu sammeln.

„Das erste Benefizkonzert für die Turmsanierung haben wir am Sonntag, 20. Oktober, um 18 Uhr“, sagt Sandra Kribs. Dann treten der Prümer Regionalkantor  Christoph Schömig (Orgel) zusammen mit den Sängerinnen Mira Follmann und Ramona Zimmermann auf.  

Und am Sonntag, 24. November, 18 Uhr, gibt es mit dem Gesangsverein aus Föhren unter Leitung des ehemaligen Organisten von Schönecken, Martin Schmitz, schon den nächsten Konzerttermin.

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