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Alte Mauern, moderne Technik

Alte Mauern, moderne Technik

Manchmal verläuft das Leben anders als geplant. So war für Carmen Mathes der Tod des Lebenspartners das Ende der gemeinsamen Pläne zum Umbau des alten Eschbachhofs in Baustert. Jetzt setzt die junge Frau das Vorhaben alleine um. Unterstützung findet sie im Elternhaus.

Baustert. "Wände, die Geschichten erzählen, sind eben etwas anderes als geradlinige Mauern eines Neubaus", sagt die 1979 geborene Carmen Mathes und zeigt die mit Lehm verputzen Wände ihrer Küche im Eschbachhof. Sie schwärmt von ihrem Lieblingszimmer, ihrer Küche. "Heute bin ich froh darüber, dass ich hier geblieben bin." Nach dem Tod des Lebenspartners wollte sie zunächst fort aus der Eifel. "Der Umbau hat mich total ausgefüllt", sagt die Krankenpflegerin, die in Luxemburg in einem Pflegeheim arbeitet. Der Eschbachhof sei der Ort, an den sie immer wieder gerne zurückkehrt, sagt sie. Wohl auch, weil in der Zeit der Trauerbewältigung ihre Eltern Anni und Günter ihre größte Stütze waren. Spülstein ist ein uralter Sandsteinquader

Der Grundriss wurde im Wesentlichen beibehalten; es wurden alte Materialien verbaut. "Ich hatte immer ziemlich konkrete Vorstellungen davon, wie ich wohnen will. Die Kombination von Altem und moderner Technik finde ich faszinierend", erzählt die Bauherrin. So steht mitten in der Küche eine Spülinsel. Der Spülstein ist ein uralter Sandsteinquader. Geschmückt wird er von einer modernen, verchromten Garnitur, die kaltes und warmes Wasser spendet. Die Küchengeräte sind aktueller technischer Standard, die Wände schräg und uneben. Begeistert sind ihre Gäste immer wieder von dem Lichterspiel. Nicht nur die Kerzen, sondern auch die aufwendig und gleichermaßen geschickt platzierten elektrischen Leuchtkörper schaffen eine besondere Atmosphäre.Dass die Restaurierung des Altbaus keine einfache Sache ist, das erfuhren auch die Handwerker. "Der Elektriker hat hier viel Nerven gelassen", sagt Carmen Mathes und meint damit die aufwendige Verkabelung in kleinste Ecken und Winkel. Auch das Bad hat ein besonderes Flair. Die mit Glas eingefasste, offene Dusche, die beleuchtete Badewanne und der antike Waschtisch haben Charme. Im Schlafzimmer ein großes, mit Sandstein eingefasstes Fenster, früher war es das Scheunentor. Dort findet auch ihre CD-Sammlung Platz.Im Obergeschoss soll ein Atelier entstehen, Wohnraum auf mehreren Ebenen. Dann sollen auch die Katzen Kurt und Sina Gesellschaft bekommen. "Hühner und eine Gans sollen in meinem Garten leben", sagt Carmen Mathes. Sind auch Sie verliebt in alte Steine? Leben Sie in einem denkmalgeschützten oder alten Haus und haben Lust, uns über Ihre Motivation zu dieser Wohnweise zu erzählen? Dann mailen Sie uns an eifel@volksfreund.de.