Alte Schau, neue Gesichter beim Start des 40. Beda-Markts in Bitburg (Fotos)

Eröffnung : Liveticker: Alte Schau, neue Gesichter beim Start des 40. Beda-Markts in Bitburg (Fotos)

Der Beda-Markt ist am Freitag in die 40. Runde gestartet. Doch trotz des runden Geburtstags gibt es für Besucher der Gewerbeschau wieder viel Neues zu entdecken. So präsentieren sich im Handwerkerzelt einige Unternehmen zum ersten Mal.

Beim Beda-Markt gibt es viele Wiederholungstäter. Das wird bei der Eröffnungsrunde deutlich. „Jetzt zeigt mal jeder auf, der heute zum ersten Mal dabei ist“, bittet TV-Redakteurin Dagmar Dettmer die Zuschauer. Miemand hebt die Hand – zumindest in diesem Teil des  Handwerkerzelts. Hätte die Moderatorin die Probe nebenan gemacht, wären einige Finger in die Luft gegangen. Denn auch bei der 40. Auflage gibt es eine Menge Unternehmen, die ihr Debüt geben.

Zum Beispiel Manuela Henkes: Die Floristin hat einen Betrieb in Auw bei Prüm. Doch meist arbeitet sie anderswo. Sie liefert Blumen und Dekorationsartikel aus. Beim Beda-Markt will sie ihren Kundenstamm über die Eifel hinaus erweitern. Kein schlechter Plan: Denn zur Leistungsschau kommen Besucher aus  Luxemburg, Belgien, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Nordrhein-Westfalen. Zumindest wenn der Regen sie nicht abschreckt. Am Freitag schafft es kein Sonnenstrahl durch die Wolkendecke, es regnet. Bürgermeister Joachim Kandels’ Prognose für die Besucherzahl fällt daher vorsichtig aus: „Wenn wir 60 000 schaffen, sind wir zufrieden.“

TV-Redakteurin Dagmar Dettmer spricht mit (von links nach rechts) Andreas Theis, Vorstand der Volksbank Eifel, Bürgermeister Joachim Kandels, IHK-Chef Jan Glockauer und Gewerbevereins-Chef Edgar Bujara über Stadtentwicklung, Brexit und den Dieselskandal. Foto: Rudolf Höser

Erfahrene Aussteller wie den Kunstschmied Matthias Mohnen aus Malbergweich kann das miese Wetter nicht schocken. Er kommt seit den 90er Jahren immer wieder. Es lohne sich: „Beda-Markt ist Kundenwerbung auf lange Sicht. Manche, mit denen man hier spricht, kommen nicht am nächsten Tag, aber ein halbes Jahr oder Jahr später.“

Volles Haus: Blick in die Runde der Gäste bei der offiziellen Eröffnung des Beda-Markts. Foto: Rudolf Höser

Deshalb hat auch der Landscheider Heizungs- und Sanitärtechniker Sebastian Kranz einen Stand aufgebaut: „Freunde von mir haben hier Kunden gefunden, von denen sie noch Jahre später hören.“ Seit drei Jahren ist er selbstständig. Jetzt möchte Kranz sein Unternehmen bekannter machen. Ob der Regen diesem Ziel im Weg steht? „Hier im Zelt ist das Wetter doch ok“, sagt er und lacht.

Friseurin Nathalie Niederberger will nicht nur den Salon Hair Design bekannter machen, sondern auch eine Technik: den Calligraphy Cut. Dabei wird das Haar von einer schrägen Klinge im 21 Grad Winkel geschnitten – das soll schonend für die Spitzen sein. „In Bitburg sind wir die einzigen, die das anbieten“, sagt Niederberger. Ansprechen soll die Methode „Frauen, die sich fülligeres Haar wünschen.“ Warum die Damen dann nicht auf der Frauenmesse ausstellen wollen, seien sie gefragt worden, sagt Niederberger: „Wir haben abgelehnt, weil auch Männer zu unseren Kunden gehören“.

Auch Heike Simon-Becker will in Zukunft Produkte für Männer anbieten. Seit zwei Jahren verkauft sie in ihrem Laden „Mia Bitburg“ Frauenkleidung. Beim Beda-Markt war sie bislang noch nicht. Premiere feiert sie am Freitag, sagt sie, weil sie ihr Sortiment ausgebaut hat. Inzwischen bietet sie nämlich auch Herrenhemden an, „nicht von der Stange, sondern maßgeschneidert.“ Und die maßgebenden Männer hofft sie auf der Messe zu finden.

Ein paar Meter weiter präsentiert sich das Unternehmen Firebird ebenfalls zum ersten Mal. Seit Jahren veranstaltet die Firma auf dem Flugplatz Bitburg Fallschirmsprünge. Doch auf der Gewerbeschau wollen sie eine andere Geschäftsidee vorstellen: ihre neue Flugschule Airscout. Die Genehmigung, das Fliegen mit einem Tragschrauber zu unterrichten, haben sie erst seit Donnerstag. Mitgebracht haben sie die Maschine aber schon mal – rot glänzend ist sie im Handwerkerzelt ein Hingucker.

Apropos Hingucker: Davon gibt es im Zirkuszelt auf dem Beda-Platz einige. Autohäuser haben ihre schickesten Modelle ausgestellt. Und in diesem Jahr sind die Karossen besser ausgeleuchtet als 2018. Besucher hatten sich beschwert, dass es im Zelt zu dunkel war, sagt Edgar Bujara, Vorsitzender des Gewerbevereins: „Ich hoffe, jetzt ist es nicht zu hell.“

Der Chef des Autohauses Schaal ist das Scheinwerferlicht eher gewohnt als die jüngsten Modelle. Und anders als so mancher Schausteller im Handwerkerzelt hat er 18 Jahre Beda-Markt hinter sich. Doch diese Schau wird seine letzte als Mitveranstalter und Gesicht der Automobilausstellung sein. Die Gründe erklärt der scheidende Vorsitzende des Gewerbevereins bei der Eröffnungsrunde: „Ich bin 61, die Haare werden grau, die Zeit ist reif.“ Das Zepter wolle er nächstes Jahr jüngeren Mitgliedern überlassen.

Seine letzte Schau bestaunen am Nachmittag zwei Jungs. Heute haben sie alle Zeit der Welt, sich die Wagen im fast leeren Zirkuszelt anzusehen. Besucherströme werden erst Samstag und Sonntag erwartet.

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