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Altglas-Problem in Jünkerath: Container reichen nicht aus.

Das Altglas-Problem in Jünkerath : Obendrauf ist voll daneben

Jünkerath hat mehr Altglas-Container als jede andere Gemeinde im Oberen Kylltal. Und doch reichen sie nicht aus. Die Erklärung überrascht.

Und wieder einmal Abfall-Ärger: Diesmal in Jünkerath. Genauer: im Gewerbegebiet Auf dem Wehrt. Dort stehen auf dem zentralen Parkplatz für Edeka, Rossmann, Aldi und die anderen Geschäfte satte zwölf Altglascontainer. Eine ganze Batterie also – und dennoch landen immer wieder Flaschen und Gläser daneben, davor und obendrauf. Anstatt darin.

TV-Leser Norbert Postert aus Feusdorf hat dieser Tage eine aufschlussreiche Szene geschildert. Er hatte sie beobachtet, nachdem er im Gewerbegebiet seinen Einkauf erledigt hatte: Zwei Gemeindearbeiter stocherten mit Besenstielen in den Containern herum – um noch ein wenig Platz freizurütteln und alles, was sich außerhalb der Container befand, anschließend hineinbugsieren zu können. „Das müssen wir regelmäßig machen“, sei die Antwort gewesen, als sich Postert darüber wunderte.

Ortsbürgermeister Rainer Helfen bestätgt, dass die Gemeinde dort immer wieder nachstopfen und aufräumen müsse. „Und wir haben hier schon über Gebühr viele Container stehen, mehr als uns zusteht. Normalerweise müsste das reichen. Mehr können wir eigentlich fast gar nicht mehr tun.“ Aber was wäre noch zu tun? Werden die Container nicht oft genug geleert? Und wer ist dafür zuständig? Anruf beim Zweckverband Abfallwirtschaft in Trier: Der hat dafür seine eigene Tochterfirma, die Altglas GmbH, erklärt uns Edith Raskopp vom Abfalltelefon. Die GmbH übernimmt die Entleerung in Trier, Trier-Saarburg und dem Eifelkreis Bitburg-Prüm.

Aber eben nicht im Vulkaneifelkreis, sagt Edith Raskopp: „Da sind wir ganz raus.“ Zuständig sei das Entsorgungsunternehmen Remondis in Bitburg. Dort meldet sich am Telefon Betriebsleiterin Andrea Heinze: Alle sieben Tage, sagt sie, würden die Behälter in Jünkerath geleert, öfter als in vielen anderen, kleineren Gemeinden. Und ja, die Situation in Jünkerath sei ihr bekannt – „das sieht natürlich unschön aus“.

Sie bestätigt auch, dass in Jünkerath doppelt so viele Container stehen wie üblich: Grün, braun, weiß – normal seien ein bis zwei Container pro Farbe in einem Ort dieser Größe.

In den Gesprächen mit Andrea Heinze und Rainer Helfen stellt sich dann aber auch heraus, dass die Ursache offenbar nicht in einem zu großen Abstand der Abholtage liegt. Oder gar in Schluderei beim Entsorger.

Denn es geschehe immer wieder, sagt Helfen, dass Bürger ihre Flaschen oder Gläser, oft in Kartons gepackt, einfach davor abstellen, weil sie anscheinend mutmaßen, die Container seien bereits voll. Und dann geschehe Folgendes: „Steht ein Karton davor“, sagt Helfen, „dann können fünf Container leer sein, aber dann stehen morgen noch weitere Kartons daneben.“

Einmal, sagt Andrea Heinze von Remondis, sei es sogar vorgekommen, dass ein Container leer war – und sich rundherum das Altglas aufreihte. Weil viele eben, ohne nachzuschauen, automatisch denken: Aha, da steht was daneben, also sind die Dinger voll. Und es dann dem Vorgänger gleichtun.

Das sind natürlich bei weitem nicht die Jünkerather allein: Von der gesamten Oberen Kyll, aus dem angrenzenden Belgien, aus dem nordrhein-westfälischen Kreis Euskirchen – die Kunden kommen von überall her ins Gewerbegebiet. Weil dort eben so viele Geschäfte nah beieinander sind.

Deshalb landet in diesen Behältern so besonders viel Glas. Und leider auch daneben.

Und dann müsse eben die Gemeinde jedesmal ran und nachsortieren, sagt Helfen. „Das ist für uns Zusatzarbeit, die mich auch ärgert.“ Auch Aufrufe im Amtsblatt seien ungehört verhallt. „Und wenn man dann mal einen erwischt“, sagt Rainer Helfen, „dann muss man sich noch dumm anmachen lassen.“

 Donnerstags vor der Entleerung: Da ist dann alles schon voll.
Donnerstags vor der Entleerung: Da ist dann alles schon voll. Foto: TV/Fritz-Peter Linden

Kurz: Voll für die Tonne.