Am Anfang war die 1250-Jahr-Feier

Bitburg · Vor genau 50 Jahren gab es eine große 1250-Jahr-Feier in Bitburg. Es kamen Tanz- und Musikgruppen aus dem benachbarten Ausland. Das Grenzlandtreffen war geboren. Ein Fest, das so schön war, dass es fortan Jahr für Jahr gefeiert wurde, auch wenn es inzwischen Foklore-Festival heißt. Am 10. Juli ist es wieder soweit.

Bitburg. Kleine Zeitreise zurück ins Jahr 1965. Es gab noch keine Fußgängerzone in Bitburg. Durch die Hauptstraße rollten noch Autos - auch etliche VW Käfer, die damals schwer in Mode waren. Die Stadt zählte gerade mal knapp 10 000 Einwohner. Auf dem Flugplatz war das amerikanische Militär stationiert. Die heutigen Stadtteile Mötsch, Matzen, Masholder, Erdorf, Stahl und Irsch waren noch selbstständige Dörfer - sie wurden erst 1969 eingemeindet.
1300 Jahre Bitburg


Baugebiete, wie etwa der Ostring, Leuchensang oder Schleifmühle entstanden: 1965 waren dort noch Wiesen und Felder. Bitburg war, architektonisch betrachtet, eher karg. Im Krieg nahezu völlig zerstört gab es kaum historische Bausubstanz. Es war die Zeit vor der Sanierung der Altstadt. Bitburg war noch landwirtschaftlich geprägt. Es gab noch gut 70 landwirtschaftliche Betriebe in der Stadt.
Damals erinnerte Bitburg mit einer großen 1250-Jahr-Feier an die erste urkundliche Erwähnung der Stadt als "castrum bedense" im Jahr 715. Die Bitburger Vereine organisierten ein Fest mit 65 Künstlern aus zehn Ländern - vorwiegend dem benachbarten Ausland. Das Grenzlandtreffen war geboren. Mauer und der Auflösung der Sowjetunion 1991 kamen zunehmend auch Tanz- und Musik-Ensembles aus osteuropäischen Ländern wie etwa Polen Rumänien und Bulgarien. Das Grenzlandtreffen wurde 1990 in Europäisches Folklore-Festival umbenannt.
Doch für die meisten Bitburger ist und bleibt es das Grenzlandtreffen. Der neue Name geht den Bitburgern irgendwie nur schwer in den Kopf. Aber egal, wie es heißt, sicher ist: Zur 1300-Jahr-Feier gibt es von Freitag, 10. Juli, bis Montag, 13. Juli, ein besonders großes Programm. Allein beim Festumzug am Sonntag, 12. Juli, marschieren mehr als 50 Gruppen mit. Bitburg erwartet mehr als 60 000 Besucher. Es gilt die Devise: Dabei sein ist alles! scho
Was sind Ihre Fest-Erinnerungen? Wenn Sie entscheiden könnten, sollte das Fest weiter Folklore-Festival heißen oder doch lieber wieder Grenzlandtreffen? Mailen Sie uns Ihre Meinung in drei, vier Sätzen (Name und Wohnort bitte nicht vergessen) an
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