Am Boden blau, unterm Strich rot

Am Boden blau, unterm Strich rot

Jedes Jahr besuchen rund 260 000 Menschen das Bitburger Cascade. Um diese Besucherzahl aufrechtzuerhalten, muss sich das Freizeitbad kontinuierlich den Ansprüchen seiner Gäste anpassen. Und das wird mit dem neuen Saunagarten in Trier, der heute öffnet, nicht einfacher.

Bitburg. Ein Schwimmbad wirtschaftlich zu betreiben ist mindestens genauso mühsam wie der Versuch eines Schwimmers, im offenen Meer den Horizont zu erreichen.

"Schwarze Zahlen unter dem Strich werden wir jedoch nie hinbekommen", erläutert Elfriede Grewe, Geschäftsführerin der Betriebs- und Verwaltungsgesellschaft Bitburg (BVB), die auch für den Betrieb des Freizeitbads Cascade zuständig ist.

3,75 Millionen Besucher seien seit Eröffnung des Freizeitbads vor 15 Jahren gezählt worden, sagt Grewe, und mittlerweile habe sich der Wert bei 260 000 bis 270 000 Gästen pro Jahr eingependelt.

Seit heute gibt es Konkurrenz aus Trier



Etwas höher ist das jährliche Defizit. In den Jahren 2005 und 2006 seien es 200 000 Euro pro Jahr gewesen, nun liege der jährliche Verlust bei 300 000 Euro, sagt Grewe. "Das hängt mit der Entwicklung der Personalkosten zusammen", erklärt sie, und mit den jährlichen Kosten für Instandsetzung.

"Wir rechnen aber damit, dass wir im kommenden Jahr statt 500 000 nur noch 400 000 Euro Energiekosten haben werden", fügt die Cascade-Chefin hinzu und verweist auf das neue Blockheizkraftwerk, mit dem 90 Prozent des eigenen Energiebedarfs erzeugt werden. Zudem nehme im Dezember die neue Wasseraufbereitungsanlage ihren Betrieb auf, womit die jährlichen Kosten für Wasser von derzeit 100 000 Euro um zehn bis 15 Prozent reduziert würden, sagt Grewe.

Neben den Schwimmbadbesuchern gehören zu den jährlich 270 000 Gästen auch die 50 000 Nutzer der Sauna-Anlage. Diese erfährt seit ihrem Um- und Ausbau vor einigen Jahren hohen Zuspruch, und zu den Handtuchträgern, die dort schwitzen, zählen auch viele Gäste aus Luxemburg und dem Trierer Raum. Doch das könnte sich ändern. "Wir blicken etwas kritisch auf unsere Sauna", sagt Grewe, "da die Trierer aufgerüstet haben."

Und das nicht zu knapp. In einer Bauzeit von nur drei Monaten haben die Stadtwerke Trier rund 3,2 Millionen Euro in die Sanierung des Stadtbads investiert. Bereits im August wurde das umgebaute Schwimmbad eröffnet, am gestrigen Dienstag dann schließlich auch der neue 1500 Quadratmeter große Saunagarten.

Doch zurück nach Bitburg, wo auf die Entwicklung in Trier bereits reagiert wird. "Wir arbeiten in unserer Sauna an einem Qualitätsprogramm, das schließlich zertifiziert werden soll", erläutert die Cascade-Chefin.

Zudem werde untersucht, wie das Cascade für die Zukunft ausgerichtet werden muss. "Ich bin überzeugt, dass wir auch in Zukunft am Markt bleiben. Aber ohne öffentliche Zuschüsse werden wir nie zurechtkommen."

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