Am Spittel fließt der Beton
Bitburg · Auf Bitburgs größter Baustelle geht es dank des milden Winters zügig voran: In gut drei Monaten soll das Wohn- und Geschäftsgebäude auf dem Gelände der alten Post stehen. Bezugsfertig soll der Neubau Mitte 2015 sein.
Bitburg. Einen falschen Eindruck will Stefan Ahrling auf jeden Fall vermeiden. Es sei nicht so, dass "sich die GBT hier die Taschen voll mache" sagt er. Ahrling ist Vorstand der GBT Wohnungsbau und Treuhand AG aus Trier, die seit Sommer 2013 auf dem Gelände zwischen Spittel, Borenweg und Poststraße die Wohn- und Geschäftsanlage "Domus Mediam" errichtet.
Übersetzt heißt die aus dem Lateinischen abgeleitete Bezeichnung so viel wie Haus in der Mitte.
Und diese zentrale Lage ist einer der Gründe, warum der Wohnraum, der dort entsteht, spürbar teurer ist als anderswo in Bitburg. Zwischen 2800 und 3000 Euro pro Quadratmeter müssen die Käufer für eine der 33 Eigentumswohnungen hinlegen.
Doch wie Ahrling erklärt, sei die zentrale Lage im Stadtzentrum nicht allein dafür verantwortlich, dass die Quadratmeterpreise 400 bis 500 Euro über dem liegen, was sonst in Bitburg für neue Eigentumswohnungen verlangt wird. So hätten die archäologischen Arbeiten und der Bombenfund auf dem Baustellengelände (der TV berichtete) das Bauvorhaben um fast ein Jahr verzögert und zudem zusätzliche Kosten verursacht.
Darüber hinaus sei der bauliche und energetische Standard der neuen Wohnungen sehr hoch, sodass die Käufer auf der anderen Seite mit geringen Energiekosten rechnen könnten. "Wir haben hier die exklusivste Lage in Bitburg", sagt Ahrling, "und die kann man nicht einfach mit einem 08/15-Bau zukleistern."
Was das Zukleistern der eigenen vier Wände betrifft, so müssen sich die zukünftigen Wohnungsbesitzer noch ein wenig gedulden. Bis Mai dieses Jahres soll der Rohbau stehen. Danach folgen die weiteren Arbeiten wie Dachabdichtung, Fassaden- und Fensterbau. Bis Mai 2015 sollen dann schließlich auch die Außen- und die Innenausbauarbeiten abgeschlossen sein, so dass das 15-Millionen-Euro-Projekt dann bezugsfertig wäre.
Rund 30 Bauarbeiter sind laut GBT derzeit täglich auf dem 3124 Quadratmeter großen Baustellengelände im Einsatz. Und wie GBT-Projektleiter Heinrich Masselter erklärt, liegen diese gut im Plan. 80 Prozent der Aufträge seien bereits vergeben, und auch an den zu erwartenden Kosten habe sich seit Baubeginn nichts geändert. "Wir sind zufrieden", sagt Masselter. "Unser Ziel war es, bis Weihnachten mit den Untergeschossen fertig zu sein, und das haben wir gut erreicht."
Zu verdanken sei dies auch dem milden Winter. So habe es bislang noch keine witterungsbedingten Bauunterbrechungen gegeben.Extra
Gastronomie: Gerüchte, wonach möglicherweise doch keine Gastronomie in dem neuen Gebäude am Spittel angesiedelt werden soll, weist der GBT-Vorstand Stefan Ahrling als völlig abwegig zurück. An dem gastronomischen Angebot halte man noch wie vor fest und stehe diesbezüglich auch in konkreten Verhandlungen mit einem Interessenten, sagt Ahrling. Dass die GBT auf Gastronomie setzt und damit auch dem Anliegen der Stadt Bitburg nachkommt, geht auch aus dem Verkaufsprospekt von Domus Mediam hervor. Dort ist von einer "wohlüberlegten Mischung aus belebender Gastronomie, Büro- und Gewerbeeinheiten" die Rede. Wer jedoch als konkreter Gastronomie- und Gewerbepächter am Spittel einziehen wird, dazu will die GBT derzeit noch keine Auskunft geben. Wie Ahrling erklärt, sei es dazu angesichts des derzeitigen Baustands noch zu früh. uhe