Amis machen Bitburg zur Autostadt

Amis machen Bitburg zur Autostadt

Nirgendwo sonst in der Region gibt es so viele Autohändler geballt an einem Standort wie in Bitburg, wo es allein im Industriegebiet Auf Merlick rund 50 Autohäuser gibt - darunter 23 Vertragshändler. Die bieten zum Auto-Festival am Wochenende ein Programm für die ganze Familie.

Bitburg. Am Anfang bestimmte die Nachfrage das Angebot: Mehr als 12 000 Amerikaner waren bis Mitte der 90er Jahre in Bitburg stationiert, als der Flugplatz noch Nato-Stützpunkt war. "Die Amerikaner brauchten Autos. Der Bedarf war da und die Kaufkraft auch", sagt Edgar Bujara, Sprecher der Werbegemeinschaft Autowelt Bitburg, in der sich etwa 20 Händler zusammengeschlossen haben. Die Initiative dazu kam 2005 im Vorfeld der Automobil-Ausstellung auf dem Beda-Markt, die damals neu konzipiert wurde. Am Wochenende lädt die Werbegemeinschaft zur sechsten Auflage des Auto-Festivals ein, während am Samstag zudem in der Innenstadt das Gäßestrepperfest (siehe nebenstehenden Text) für Programm sorgt.
Nachdem die Amerikaner 1994 den Flugplatz aufgegeben haben, gingen in den Bitburger Autohäuser nicht etwa die Lichter aus. Im Gegenteil: Heute gibt es in Bitburg eine Dichte an Neu- und Gebrauchtwagenhändlern, die in der ganzen Region einmalig ist. 75 Neu- und Gebrauchtwagenhändler gibt es nach Angaben der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier in Bitburg. Zum Vergleich: In Wittlich sind es 51.
"Was Bitburg als Autostadt aber so besonders macht, ist nicht nur die große Zahl der Händler, sondern die Tatsache, dass diese nahezu alle geballt an einem Standort siedeln - und zwar oben Auf Merlick", sagt Bujara. Etwa 50 der 75 Autohändler siedeln Auf Merlick. In diesem Industriegebiet haben sich die ersten Autohäuser anfangs wegen der günstigen Gewerbeflächen und dem großen Platzangebot niedergelassen. Diese ersten großen, modernen Autohäuser haben eine Sogwirkung entfaltet. 1997 fand die Idee, den Autohandel an diesem Standort zu konzentrieren auch Eingang in das Einzelhandelskonzept der Stadt. Damit hat die Stadt die weitere Ansiedlung von Autohändlern bewusst an diesem Standort konzentriert.
"Wo sonst in Deutschland finden Sie so viele Vertragshändler und freie Automobil- und Zubehörhändler in dieser Konstellation?", fragt Bujara - und die Antwort ist klar: in Bitburg. Auch seine Händlerkollegen schätzen diese Situation. "Natürlich gibt es auch Konkurrenz. Aber der Vorteil überwiegt: Wir haben dadurch ein wesentlich größeres Einzugsgebiet von Kunden", sagt Mark Herschbach, Geschäftsführer des Autohauses Eifel-Mosel und der Automobilwelt Eifel-Mosel. Nach Angaben von Bujara haben allein die 20 Händler, die in der Werbegemeinschaft Autowelt zusammengeschlossen sind, vergangenes Jahr etwa 11 000 Fahrzeuge verkauft und beschäftigen knapp 1000 Mitarbeiter - das sind rund 200 mehr als noch vor fünf Jahren. Für Bujara zeigt auch das: "Bitburg gewinnt als Autostadt immer weiter an Attraktivität."
In einer Sonderbeilage des Trierischen Volksfreunds, die am morgigen Mittwoch erscheint, finden Sie alle Informationen zum bunten Rahmenprogramm, das die Autohändler zum Auto-Festival bieten. Von Kutschfahrten und Oldtimertreffen über Hüpfburgen, Kinderschminken und Karussell bis hin zum Bühnenprogramm mit Tanz- und Musikgruppen.

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