Amtsgericht Prüm verurteilt Raser

Justiz : Amtsgericht verurteilt Raser zu Bewährungsstrafe

Der Autofahrer, der im vergangenen Juli an der Oberen Kyll einer Polizeistreife der Inspektion Prüm davongefahren war und sich mit den Beamten eine hochgefährliche Verfolgungsjagd durch mehrere Dörfer geliefert hatte (der TV berichtete), ist vom Amtsgericht Prüm zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten verurteilt worden.

Die Vollstreckung der Strafe wurde auf Bewährung ausgesetzt.

Das Gericht entzog ihm außerdem die Fahrerlaubnis, für die Wiedererteilung wurde eine Sperre festgelegt.

Amtsgerichtsdirektor Marcel Heinemann verhängte das Urteil bereits vorige Woche, laut Mitteilung der Behörde von Mittwoch ist es inzwischen rechtskräftig. Der verurteilte Familienvater, der in der ehemaligen Verbandsgemeinde Obere Kyll wohnt, sei bisher nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten.

Verletzt wurde zwar niemand während der knapp 20-minütigen Fluchtfahrt. Die Staatsanwaltschaft Trier hatte dem 37-Jährigen dennoch vorgeworfen, in Stadtkyll und Umgebung mehrere Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr gebracht zu haben.

Der Angeklagte gestand sein Vergehen in der Hauptverhandlung ein und bat die Beamten, die er laut Pressemitteilung „einem erheblichen Unfallrisiko ausgesetzt hatte“, um Entschuldigung.

Der 37-Jährige war an jenem Tag im Juli in einem weißen Nissan Qashqai, einem Firmenwagen mit Euskirchener Kennzeichen, auf einem Wirtschaftsweg zwischen Jünkerath und Glaadt unterwegs gewesen, als ihn die Polizisten für eine Verkehrskontrolle anhalten wollten.

Statt seinen Wagen zu stoppen, gab der Mann allerdings Gas, raste in Richtung Stadtkyll davon und vollzog dabei einige gefährliche Überholmanöver. Dabei soll er nach Angaben der Beamten bis zu 200 Kilometer pro Stunde schnell gewesen sein.

Hin und her ging es dann weiter: zurück nach Jünkerath, dann wieder nach Stadtkyll. Nach einigen weiteren, ebenfalls verkehrsgefährdenden Überholmanövern flüchtete er dann nach und durch Hallschlag und kam in Richtung Ormont davon.

Die Polizisten brachen die Verfolgung ab, weil sie ihnen zu riskant wurde – den Fahrer schnappten sie anhand seines Autokennzeichens dann trotzdem: „Da stand dann halt irgendwann die Polizei vor der Tür“, sagt Marcel Heinemann.