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An Allerheiligen läuten die Glocken

Katholischer Glaube : Keine öffentlichen Gräbersegnungen im Eifelkreis Bitburg-Prüm

Nach alter Tradition gedenken katholische Christen an Allerheiligen und Allerseelen der Verstorbenen. Nach einer Andacht werden die Gräber gesegnet. Wie so vieles ist auch das in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie anders.

(red/noj) Der November ist traditionell der Monat, im dem der Toten gedacht wird. Die Katholiken tun dies an Allerheiligen, 1. November, oder Allerseelen, 2. November. Die evangelischen Christen nutzen für dieses Gedenken den Totensonntag Ende November.

Im ländlichen Raum ist es auch üblich, dass der Priester die Gräber einzeln segnet. Weil viele Gemeinden keinen eigenen Pfarrer mehr haben, verteilen sich diese Veranstaltungen über mehrere Wochen im November. Im Coronajahr 2020 wird das allerdings in beiden Dekanaten des Eifelkreises nicht wie gewohnt stattfinden können.

Wie Klaus Bender vom Dekanat Bitburg sagt, sind diese Veranstaltungen in diesem Jahr wegen der aktuellen Corona-Situation abgesagt.

Ursprünglich habe man an den geplanten Feiern unter besonderen Voraussetzungen festhalten wollen, doch durch die gestiegenen Zahlen der Infizierten habe man sich mit den Verantwortlichen der Kreisverwaltung dazu entschlossen, doch alles abzusagen. Denn die Auflagen wären nur sehr schwierig umzusetzen gewesen.

Zum einen hätten sich die Teilnehmer vorher anmelden müssen. Bei der zu erwartenden großen Anzahl von Besuchern wäre es schwierig geworden, die Personalien zu erfassen. „Bei kleineren Gemeinden würde das natürlich gehen“, sagt Bender im Gespräch mit dem TV. „Doch wo will man die Grenzen ziehen?“

Auch eine kontrollierte Einbahnregelung beim Betreten und Verlassen der Friedhöfe sei nur schwer umzusetzen. Außerdem könne man nur schwer verhindern, dass Angehörige verschiedener Haushalte zusammen stehen würden, so Klaus Bender weiter.

Doch sollen den Gläubigen alternative Formen des Gedenkens angeboten werden. Am Allerheiligentag werden in allen Kirchen und Kapellen des Dekanates Bitburg die Glocken läuten. Natürlich sind auch alle Gläubigen eingeladen, die Gräber ihrer Familienangehörigen zu besuchen. Dort können sie eine Kerze aufstellen, ein Gebet sprechen oder das Grab selbst mit Weihwasser segnen.

Auch im Dekant St.Willibrord Westeifel wird auf die öffentlichen Gräbersegnungen verzichtet. Die Pfarreiengemeinschaft Prüm teilt in einem Rundbrief mit, dass die Gräber von den Seelsorgern der Pfarreiengemeinschaft zu Allerheiligen gesegnet werden, man die Termine allerdings nicht bekanntgeben werde. Die Gottesdienste zu Allerheiligen werden stattfinden, aber die Teilnehmerszahl ist jeweils streng limitiert. Die Pfarreien bitten deswegen um Anmeldungen.

Auch in Waxweiler, Arzfeld und Neuerburg fallen die öffentlichen Segnungen aus. „Es tut uns leid, denn wir wissen, dass der Gang zu den Gräbern an Allerheiligen in vielen Familien ein wichtiger Moment der Begegnung und der gemeinsamen Erinnerung ist“, sagt Georg Josef Müller, Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Schönecken-Waxweiler.

Alle weiteren Informationen zu den stattfindenden Gottesdiensten und zu Anmeldungsregeln erteilen die jeweils zuständigen Pfarrbüros. Über die Internetseiten des Bistums Trier sind alle Kontaktdaten zu finden unter www.bistum-trier.de