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An Bahn und Fluss entlang

 Am alten Bahnhof in Pronsfeld treffen sich viele Radwege. Unter anderem trifft hier der Radweg nach St. Vith auf den Prümtalradweg. TV-Foto: Archiv
Am alten Bahnhof in Pronsfeld treffen sich viele Radwege. Unter anderem trifft hier der Radweg nach St. Vith auf den Prümtalradweg. TV-Foto: Archiv
Prüm/Biersdorf. Die Eifel wird zum Fahrradland: Immer mehr Radwege ziehen sich durch die Täler, immer mehr Besucher nutzen das Angebot für einen Ausflug. Der TV stellt in einer kleinen Serie die verschiedenen Flussradwege vor, heute den Prümtalradweg zwischen Prüm und Biersdorf am See. Christian Brunker

Prüm/Biersdorf. Vermutlich vom keltischen Wort "briman" für "rauschen" stammt der Name, der heute sowohl Fluss als auch Abteistadt bezeichnet. In rauschender Fahrt führt seit einigen Jahren auch der Prümtalradweg am Fluss entlang und verbindet Stadtkyll mit Minden an der Sauer. Der TV hat sich die Etappe zwischen Prüm und dem Stausee Biersdorf einmal angesehen.

Wo kann man loslegen? Grundsätzlich bietet sich die Fahrt von Norden nach Süden an, dann hat man das Gefälle auf seiner Seite. Zwar startet der Prümtalradweg offiziell in Stadtkyll, was aber - wie es der Name schon andeutet - im Kylltal liegt. Um ins Prümtal zu kommen, müsste ein erster Höhenrücken erklommen werden, weshalb eher ein Start in Olzheim oder in Prüm zu empfehlen ist. In Prüm kann das Auto beispielsweise auf dem Ausstellungsgelände oder einem Parkplatz direkt am ehemaligen Bahnübergang vor Niederprüm abgestellt werden.

Wie ist die Streckenqualität? Von Prüm bis nach Waxweiler verläuft der Prümtalradweg auf der ehemaligen Bahntrasse, ist steigungsfrei und durchgängig sehr gut asphaltiert. Die Strecke liegt zudem meist abseits von Straßen, sodass man ein uneingeschränktes Naturerlebnis hat, nur unterbrochen von den einzelnen Prümtaldörfern.

Spätestens in Waxweiler sollte man sich allerdings tüchtig stärken, denn für die verbleibenden Kilometer bis nach Biersdorf braucht man doch etwas Kraft in den Beinen. Denn der Weg verlässt das Tal und führt auf die Höhe in Richtung Oberweiler, ehe es wieder zum Ziel nach Biersdorf am See geht.

Was gibt es zu sehen? Einiges zur Bahngeschichte in der Eifel und viel Natur. Einer der Höhepunkte der Strecke ist das kleine Bahnmuseum in Pronsfeld, wo eine alte Rangierlok darauf wartet, von Kindern erklettert zu werden. Außerdem zeigen einige Informationstafeln einen Einblick in die Geschichte der Eifelbahnen. Wer noch nicht da war, sollte auch der Basilika in Prüm einen Besuch abstatten. Nicht weit vom Weg liegt auch der Eifelzoo in Lünebach, der sich für einen - vermutlich eher längeren - Zwischenstopp anbietet. Schöne Ausblicke von oben auf das in diesem Bereich sehr ursprüngliche Prümtal bietet auch der Streckenabschnitt zwischen Waxweiler und Oberweiler. Zum Abschluss folgt der idyllisch gelegene Stausee in Biersdorf, der einen schönen Abschluss der Tour bildet.

Wie kommt man wieder zurück? Im Gegensatz zum von der Bahn erschlossenen Kylltalradweg ist man beim Prümtalradweg auf Eigeninitiative angewiesen. Entweder man organisiert sich einen aufopfernden Bekannten, der die erschöpften Radler samt Untersatz wieder zum Start zurückbringt, oder man muss auf der Hälfte der Strecke kehrtmachen und zurückfahren.
Bei der rund 35 Kilometer langen Tour von Prüm zum Stausee in Biersdorf bietet sich allerdings eine dritte Variante an: Von Biersdorf aus ist das Nimstal gut zu erreichen, das parallel zum Prümtal wieder nach Norden führt.

Was ist noch zu verbessern? Der öffentliche Nahverkehr, beispielsweise mit einem Radbus, ist noch ausbaufähig. Wegen des parallel verlaufenden Nimstalradwegs wäre auch eine Busverbindung denkbar, die beide Radwege gleichzeitig bedient und zwischen Prüm und Irrel verkehrt.

Fazit: Der Prümtalradweg zwischen Prüm und Biersdorf ist klar zweigeteilt. Der Abschnitt bis Waxweiler gehört zu den schönsten und qualitativ besten Radwegen in der Eifel und ist auch für Untrainierte und Familien mit Kindern gut zu befahren. Das gilt für den zweiten Teil bis Biersdorf nur stark eingeschränkt, denn dort für der Weg zumeist über öffentliche Straßen. Außerdem sind von Waxweiler bis Oberweiler einige Höhenmeter zu überwinden.