An der Kyll das Zelt aufschlagen: Neue Betreiber für Campingplatz in Kyllburg

Stadtentwicklung : An der Kyll das Zelt aufschlagen

Ein niederländisches Paar betreibt den Kyllburger Camping- platz. Mit neuen Angeboten wollen sie mehr Touristen locken.

Vom Wohnzimmerfenster blicken Roy Betten und Mélani Bakker direkt auf die Kyll, die nach dem Regen der vergangenen Tage eine gewaltige, braune Schneise durch das Kylltal zieht. Auf dem Fernseher neben dem Wohnzimmerfenster flimmert gerade die Wettervorhersage über den Bildschirm. Und die meldet für die nächsten Tage weiteren Regen. Erst zum Jahresstart hat das junge Paar aus den Niederlanden den Kyllburger Campingplatz übernommen. Und nun sieht es so aus, als drohe schon in der ersten Woche ein Hochwasser.

Die beiden nehmen es gelassen. „Natürlich, da ist immer ein Risiko“, sagt Bakker. „Aber es ist ja auch irgendwie ein schönes Risiko“, fügt sie hinzu. „Denn wo kein Hochwasser ist, ist auch kein Fluss“, erklärt die Niederländerin. Und ein Campingplatz am Fluss sei genau das, was sie gesucht hätten.

Wobei es ursprünglich nicht die Kyll, sondern die Our sein sollte, um den Traum vom eigenen Camping zu verwirklichen. Bakker und Betten haben zuletzt nämlich drei Jahre auf einem luxemburgischen Campingplatz an der Our gearbeitet, wollten die Anlage eigentlich auch übernehmen, nur hat das nicht geklappt. Über einen Bekannten sind sie dann auf den zum Verkauf stehenden Campingplatz in Kyllburg aufmerksam geworden. Vier Bewerber – darunter auch der ehemalige Pächter - haben für das rund 3,5 Hektar große Areal im Kylltal ein Angebot eingereicht und anschließend ihr Betriebskonzept vorgestellt. Und das Konzept der beiden Niederländer hat den Kyllburger Stadtrat am meisten überzeugt. Vor wenigen Wochen wurde deshalb zunächst ein Pachtvertrag abgeschlossen. Im nächsten Schritt soll die Anlage dann an die neuen Pächter verkauft werden.

„Die Lage ist perfekt“, sagt Betten. „Wir haben genug Platz, liegen direkt am Ort und haben zudem noch das Freibad in der Nähe.“ Als sie im vergangenen Sommer den Platz das erste Mal gesehen hätten, seien sie sofort begeistert gewesen, erzählen sie. Zwar müsse noch viel gemacht werden, um den Campingplatz wieder auf Vordermann zu bringen, meint Bakker, aber sie hätten auch nicht den Anspruch, bis zum Saisonstart in den Osterferien schon alles perfekt zu haben. „Das braucht seine Zeit, aber wir sind ja auch noch jung“, sagt die 27-Jährige.

Ziel sei es, das „Camp Kyllburg“ möglichst naturnah zu gestalten, erklärt Betten. Deswegen werde auch viel mit Holz gearbeitet. Das gelte auch für die Spielgeräte. Was als nächstes ansteht, ist laut Bakker und Betten die Sanierung der Sanitäranlagen und des Gastronomiegebäudes. Zudem sollen auf der Zeltwiese der gegenüberliegenden Kyllseite vier Holzzelte errichtet werden.

Unmittelbar an diese Wiese grenzt das Kyllburger Freibad, das im Eigentum der VG Bitburger Land ist. Was diese Anlage betrifft, so gab es auch dazu im vergangenen Jahr bereits Gespräche mit einem potenziellen Investor, der in erster Linie am Kauf des Campingplatzes interessiert war, zudem aber auch bereit gewesen wäre, das Freibad für die VG zu betreiben.

Am Ende aber ist es weder zum einen, noch zum anderen gekommen, weshalb nun das Paar aus den Niederlanden den Camping übernommen hat. Sie können sich zwar vorstellen, sich irgendwann um den Betrieb des Freibads zu kümmern. Vorerst aber konzentrieren sich beide auf ihr Camp Kyllburg. „Damit“, so Bakker, „haben wir erst einmal genug Arbeit.“

Mehr von Volksfreund