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Angelika Koch stellt eine weiter Landmarke vor: den Burberg bei Schutz.

Glücksorte in der Eifel : Guter Schutz bei Schutz

Heute in der TV-Serie „Glücksorte in der Eifel“: Angelika Koch stellt hier zum vorerst letzten Mal eine schöne Landmarke vor: den Burberg bei Schutz.

Schutz ist hier Programm: Denn so heißt das Dorf, in dem sich Kleine Kyll und Walmerbach treffen. Aber schon vor den Angriffen erboster Germanenstämme fanden auch Römer buchstäblich Schutz, und zwar auf dem Gipfel des Schichtvulkans, der praktischerweise hier vor 11 000 Jahren das Licht der Welt erblickte.

Reste einer Befestigungsanlage aus dem 4. Jahrhundert gibt es dort oben: Abschnittswälle, Gräben, stufenförmige Felsenkammern und einen in den Felsen gehauenen Brunnen.

Archäologen fanden Scherbenreste, Graburnen und spätrömische Münzen. Über eine längere Zeit muss es eine Fliehburg gegeben haben für

Menschen und ihr Vieh. Insofern war der Burberg, wie der imposante Hügel mit teils senkrecht abfallenden Wänden heute heißt, sicher auch ein Glücksort für die Römer.

Heute ist er es für Wanderer und Menschen, die an die Magie von Kraftorten glauben. Spiralförmig winden sich Pfade um das erstarrte Lavamassiv. Wer ihnen folgt und nicht schnurstracks von Norden her steil bergan kraxelt, empfindet es darum vielleicht wie eine Geh-Meditation im Labyrinth einer gotischen Kathedrale.

Den Burberg erlebt man so von seiner schroffen und von seiner sanften Seite mit immer neuen Perspektiven, bis man die 170 Meter über den Bachläufen liegende Spitze mit ihrer markanten Abbruchkante erklimmt. Vorbei geht es an Weißdorn und Schlehen, Ginster und Streuobst, typische Eifeler Vegetation.

Oben empfangen einen Stille und Wind zugleich, dazu gibt es eine wunderbare Aussicht über die anderen Vulkankegel. Mit seiner charaktervollen Form ist der Burberg eine Steilvorlage für Legenden und Märchen. So soll es hier oben eine Burg der Tempelherren gegeben haben, die reiche Schätze tief im Innern des Bergs vergruben.

Wenn das wahr ist, so ist der Schatz bestens geschützt. Denn nicht einmal die sonst begierige Rohstoffindustrie darf diesen Vulkan anknabbern.

Dieser Text stammt aus: „Glücksorte in der Eifel“, von Angelika Koch, Droste Verlag, 14,99 Euro. Foto: Droste Verlag

Der Burberg ist unter folgender Adresse zu finden: Burberg, 54570 Schutz (GPS 50.13205, 6.75217).