Anstrengungen werden belohnt: Haushalt der Verbandsgemeinde Südeifel ist ausgeglichen

Haushalt der Verbandsgemeinde Südeifel : Gute Nachrichten von den Südeifeler Sparfüchsen

Langweilig ist ihm sein Job noch nicht geworden, sagt Michael Mainz, Kämmerer der Verbandsgemeinde (VG) Südeifel,  und schon seit 20 Jahren „im Geschäft“. „Wir kümmern uns um kleine Ortsgemeinden, die ein paar 100 Euro ausgeben wollen, und auf der anderen Seite haben wir dann mit einer Investition ins Irreler Hallenbad mit vier Millionen Euro zu tun.

Das ist das Spannungsfeld, in dem wir uns bewegen“, sagt er.

Nun hat er den Doppelhaushalt für die Jahre 2019/20 fertig geschnürt. Am heutigen Dienstag, 18 Uhr, wird er dem VG-Rat im Dorfgemeinschaftshaus in Weidingen vorgestellt. Vorab haben wir mit Michael Mainz und Bürgermeister Moritz Petry das Zahlenwerk gewälzt und die wichtigsten Fakten abgeklopft. „Der Haushalt ist ausgeglichen, wir planen sogar mit Überschüssen“, sagt Moritz Petry. Das liege unter anderem daran, dass der Kommunale Entschuldungsfonds  (KEF) nun greife. Jetzt können die Gemeinden mit dem Zuschuss vom Land die aufgelaufenen Schulden abbauen.

Mit dem KEF, der 2011 startete und 2026 ausläuft, sollen die Sünden der Vergangenheit getilgt werden. „Wir schaffen das!“, sagt Petry. In den kommenden zwei Jahren tilgt die VG Südeifel Investitionskredite in Höhe von fast einer Million Euro. Die Gesamtverschuldung  (Investitions- und Liquiditätskredite) wird Ende 2020 auf 20,5 Millionen Euro zurückgefahren. Zum Vergleich: Ende 2013 lag die Gesamtverschuldung noch bei rund 31 Millionen Euro.

„Wir stehen deutlich besser da, als geplant“, sagt Mainz. Im Wesentlichen werden die Schulden getilgt durch Mittel aus dem KEF, den Mehreinnahmen durch die Umlage der Ortsgemeinden und die günstigeren Zinsausgaben, die höher kalkuliert worden sind. Die Kassenkredite, die die Kosten im laufenden Betrieb decken,  in Höhe von zwölf Millionen Euro sollen bis Ende 2020 auf etwa 10,5 Millionen verringert werden. „Wir planen, den Haushalt weiter zu konsolidieren“, sagt Petry.

Dennoch wird auch investiert (siehe Info). 2019 werden es rund zwei Millionen Euro sein, 2020 dann 2,9 Millionen Euro inklusive der Zuwendungen. Die VG selbst stemmt davon 1,8 Millionen Euro in zwei Jahren. Dass die VG für die Sanierung des Hallenbads in Irrel Geld vom Bund erhalte, sei „ein absoluter Glücksfall“, sagt Petry.

„Mit dem sozialverträglichen Abbau von sechs Stellen konnten wir die Personalkosten stabil halten“, sagt der Bürgermeister. Erhöht haben sich jedoch die Kosten für die Pensionen. Bis zur Fusion waren in den beiden alten Verbandsgemeinden Neuerburg und Irrel 59 Menschen beschäftigt. Nun sind es noch 53. „Wir haben pro Kopf die niedrigsten Personalkosten einer Verwaltung im Eifelkreis“, sagt Petry. In der VG Südeifel leben momentan 19 100 Menschen.

„Wir haben vom ersten Tag an konsequent zusammengelegt. Andere haben zwar fusioniert, doch dort existieren heute noch zwei Verwaltungen nebeneinander her“, sagt Mainz. Die Mitarbeiter hätten bei jeder Aufgabe hinterfragt, wie man die jetzt für alle organisieren könne. „Die Einsparung bei den Personalkosten ist ausschließlich eine Leistung der Verwaltung“, betont Petry.

Bei der Umlage sind die Südeifeler jedoch die Teuersten im Eifelkreis. Die Ortsgemeinden müssen 47 Prozent zahlen. „Wir wollen mit der Umlage auf jeden Fall irgendwann deutlich runtergehen“, sagt der Kämmerer. „Doch wenn wir die Umlage schon jetzt senken, verschieben wir die Lasten nur auf morgen.“ „Ich bin der Meinung, wir können stolz auf die positive Entwicklung der Finanzlage sein. Ich empfinde ein großes Gefühl der Zufriedenheit“, sagt Petry. Er sehe das Ergebnis als Belohnung für das große Engagement in den vergangenen fünf Jahren. „Die Anstrengungen haben sich gelohnt und wir sparen uns trotzdem nicht kaputt“, fügt Mainz hinzu.

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