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Anwohner klagen über rasende Brummis

Anwohner klagen über rasende Brummis

Auf der B 51 zwischen Newel und Windmühle laufen seit Wochenanfang die angekündigten Fahrbahnarbeiten. Der Verkehr wird kaum beeinträchtigt: Fahrzeuge aus Richtung Bitburg passieren die Baustelle einspurig, und der Verkehr aus Richtung Trier wird weiträumig über das Sauertal geleitet. Dort leiden allerdings Anwohner unter dem stark angestiegenen Durchgangsverkehr.

Newel/Ralingen. Entlang dem rund 2,5 Kilometer langen B-51-Abschnitt zwischen Newel und Windmühle herrscht eine Art Ausnahmezustand: Während sich beim Echternacherhof die Fräsmaschine der Baufirma Franz Lehnen durch die alte Fahrbahndeckschicht frisst, läuft der Verkehr aus Richtung Bitburg auf einer offen gelassenen Außenspur scheinbar ungehindert weiter. Die Fahrzeuge aus Richtung Trier werden der Abfahrt Newel auf die L 42 in Richtung Sauertal umgeleitet. Für sie führt der Weg nach Bitburg zunächst über die B 418 vorbei an Ralingen, Godendorf und Echternacherbrück, dann weiter über die B 257 vorbei an Irrel und Wolsfeld. Ganz geht die Rechnung des Landesbetriebs Mobilität (LBM) jedoch nicht auf: Bei der Umleitung sollen direkte Ortsdurchfahrten vermieden werden - doch Ortskundige fahren die Umleitung nur bis Minden, dann dort durch den Ort und weiter durch Irrel direkt auf die B 257.
Qualmende Bremsen am Berg


Besonders auf der sonst eher ruhigen B-418-Sauertalstrecke fällt der plötzliche Ansturm der Fahrzeuge auf. Allein 2000 schwere LKW rollen täglich über die Umleitung. Kein Wunder, wenn es da und dort hakt: Bedenklich ist, wie forsch viele ortsunkundige LKW-Fahrer die steile L-42-Abfahrt hinunter ins Sauertal angehen. Manche Laster erreichen dort die B 418 mit qualmenden Bremsen, und über der Strecke vor Langsur liegt ständig der Gestank überhitzter Bremsbeläge. "Sicher nicht ganz unriskant. Wir erwägen daher, einen großen Warnhinweis für LKW-Fahrer an der L 42 anzubringen", sagt Klaus Wagner vom LBM.
An der B 418, die im Sauertal durch die Peripherie der Orte führt, stöhnen Anwohner über die tägliche Masse an LKW. "Wenn die Fahrer sich wenigstens an das 50-Stundenkilometer-Limit halten würden. Aber manche brettern hier mit 80 durch - schneller, als sie sogar auf der Landstraße dürften. Eine dankbare Aufgabe für die Polizei wäre das", klagt Horst Horn aus dem Oberdorf in Ralingen. Horn hat aber wie viele andere Anrainer eine Hoffnung: "Wenn auf der Baustelle alles klappt, haben wir in fünf Wochen wieder Ruhe."
Zu ruhig ist es hingegen dem Betreiber der DEA-Tankstelle an der B 51 in Windmühle. "Durch die Sperrung einer Fahrtrichtung und die erschwerte Zufahrt haben wir sofort einen Umsatzrückgang verspürt", erklärt Christoph Welter vom Autohof Görgen in Trier. Über einen ähnlichen Kundenschwund klagt die Total-Tankstelle in Meilbrück. Für mehr Unruhe sorgt die Baustelle in den Orten östlich der B 51. Richard Schmitz, der im Kordeler Ortskern ein Geschäft betreibt, berichtet von verstärktem Durchgangsverkehr - morgens aus Bitburg in Richtung Trier-Ehrang und abends umgekehrt.

Extra: Zweite Bauphase

Ende Oktober beginnt eine zweite Bauphase auf der B 51. Sie erstreckt sich von der Anschlussstelle Newel 600 Meter weit in Richtung Trier. Während dieser Phase kann der Verkehr in Richtung Bitburg weiter über die B 51 fließen. Der Verkehr in Richtung Trier wird dann an der Anschlussstelle Newel über einen eigens präparierten und parallel verlaufenden Wirtschaftsweg umgeleitet. f.k.