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Arbeiten am neuen Bahnsteig beginnen

Arbeiten am neuen Bahnsteig beginnen

Es tut sich was am Kyllburger Bahnhof: Seit kurzem rollen die Bagger. Mit dem Bau eines neuen Bahnsteigs wurde bereits begonnen. Bis Mai 2014 soll die Halte station auf den technisch neuesten Stand gebracht werden. Unklar ist noch, ob die Stadt auch das Bahnhofsumfeld neu gestalten darf.

Kyllburg. Darauf haben die Kyllburger lange warten müssen: Seit kurzem rollen die Bagger entlang der Straße Am Kyllufer. Zeichen dafür, dass endlich, nach zähen Verhandlungen, die Modernisierung des Bahnhofs begonnen hat. Ein absolutes Muss, wie Kyllburgs Stadtbürgermeister Wolfgang Krämer schon vor mehr als zwei Jahren betonte: Denn ohne die Modernisierung stand zu befürchten, dass der Bahnhof nicht mehr angefahren wird. Denn die Deutsche Bahn setzt künftig auf der Strecke zwischen Köln und Trier neue Züge ein, die an den veralteten Bahnsteigen des Haltepunkts nicht mehr halten können (der TV berichtete).
1,3 Millionen Euro Kosten


Das allerdings wird nun geändert: Der Kyllburger Bahnhof wird derzeit technisch auf den neuesten Stand gebracht (siehe Extra). 1,3 Millionen Euro kosten die Arbeiten, die vom Land, Bund, der Deutschen Bahn und teilweise auch von der Stadt finanziert werden. 230 000 Euro muss Kyllburg bezahlen - um den Kredit dafür aufnehmen zu dürfen, musste die hoch verschuldete Stadt zunächst einen entsprechenden Antrag auf "Erklärung eines dringenden öffentlichen Interesses" nach Paragraf 18 Absatz 2 Landesfinanzausgleichsgesetz stellen. Und eben ein solcher Antrag soll bald noch einmal ans Land geschickt werden: Das Bahnhofsumfeld soll an den künftig technisch neu ausgestatteten Haltepunkt angepasst werden. "Es werden bald barrierefreie Züge in Kyllburg halten, aber auch unsere Flächen um den Bahnhof müssen so ausschauen, dass diese dafür nutzbar sind", erklärt Stadtbürgermeister Krämer den Handlungsbedarf und betont: "Wir wollen keine goldenen Wasserhähne!"
Parkflächen benötigt


Genau das allerdings muss die Stadt nun dem Land klarmachen: Dieses hatte nämlich Anfang des Jahres zwar ein dringendes öffentliches Interesse für die Modernisierung des Bahnhofs, nicht aber für die Anpassung des Umfelds erkannt und damit für die Arbeiten rund um den Haltepunkt keine Kreditgenehmigung erteilt. Im zweiten Anlauf soll es nun klappen: Das Planungsbüro "Stadt, Land, Bahn" arbeitet derzeit an einem Entwurf, der möglichst bald im Stadtrat diskutiert und dann beim Land eingereicht werden soll. "Eine Sparversion", wie Krämer betont, gleichzeitig aber auch einräumt: "Ganz billig wird es trotzdem nicht." Parkflächen werden auf beiden Seiten des Bahnhofs benötigt, ebenso Gehwege, Bepflanzung und Beleuchtung. Die Straße "Am Bahnhof" muss ausgebaut werden, zudem ist auf der Brache hinter dem Edeka-Markt ein Buswendeplatz geplant. Der Stadtbürgermeister schätzt die Kosten auf rund 780 000 Euro und hofft dabei auf Fördermittel für etwa die Hälfte des Geldes. Der Restanteil der Stadt könnte sich reduzieren, da die Stadtsatzung wiederkehrende Beiträge vorsieht und damit ein Teil der Kosten von den Kyllburger Bürgern erheben kann. Circa 150 000 Euro, überschlägt Krämer, müsste die Stadt aber tragen - und über Kredite finanzieren, so das Land dem denn zustimmt. Oder, wie der Stadtbürgermeister lapidar sagt: "Es wird spannend."Extra

Derzeit laufen die Arbeiten für den neuen Außenbahnsteig am Kyllufer. Der Mittelbahnsteig, der nur zu erreichen war, indem die Bahnreisenden die Gleise überquerten, entfällt. Sowohl der neue Bahnsteig als auch der zweite am Bahnhofsgebäude müssen an die neuen, modernen Züge angepasst werden: Sie müssen für einen barrierefreien Ein- und Ausstieg erhöht werden, und sie müssen an die Zuglängen angepasst werden. Außerdem wird eine Fußgängerbrücke gebaut, die die beiden Bahnsteige verbindet. neb