Arbeiten in Klein-Amerika

SPANGDAHLEM. "Die, die wir haben, müssen erhalten werden": So fasst Klaus Rodens, Betriebsratsvorsitzender auf der Air-Base Spangdahlem, das Hauptziel seiner Aufgabe, das Erhalten der Arbeitsplätze, zusammen. Angesichts des Strukturwandels in der Air-Force und der Aufgabe der Bitburger Housing kein einfaches Unterfangen.

Rund 635 zivile deutsche Angestellte stehen auf der Lohnliste der US-Air-Force in Spangdahlem. Hinzu kommen rund 125 Zivilangestellte in der amerikanischen Housing-Bereich Bitburg. Das sind die nackten Zahlen, die verraten, dass das Militär ein großer Arbeitgeber in der Region ist. Zuständig für die Wahrung der Arbeitnehmerrechte ist für die rund 760 Menschen Klaus Rodens. Er ist Betriebsratsvorsitzender. Angesprochen auf die anstehende Schließung der amerikanischen Bereichs in Bitburg, sagt Rodens, dass er optimistisch ist, die Zahl der Arbeitsstellen bei den Streitkräften halten zu können: "Unsere primäre und stetige Aufgabe ist es, bestehende Arbeitsplätze zu erhalten. Und Dank einer sehr guten Zusammenarbeit klappt dies auch." Einen Fakt stellt Rodens nachdrücklich fest: "Auf der Base sind im Moment keine Arbeitsplätze gefährdet."Alle Berufssparten auf der Base vertreten

Unter den Mitarbeitern sind alle Berufssparten vertreten: "Ingenieure, KFZ-Schlosser, Büroangestellte, Zeichner, Doktoren und Arbeiter", zählt Klaus Rodens auf. Bis zur Schließung der Air-Base Bitburg gab es rund 400 Angestellte in Spangdahlem, "doch bereits damals wurden etwa 210 bis 220 deutsche Stellen übernommen. Dann gab es hier fünf Jahre einen Einstellungsstopp." Als "super Arbeitsplatz" bezeichnet Rodens die Air-Base, nicht nur wegen den tariflich fixierten Löhnen. Ein Beispiel für diese sehr gute Zusammenarbeit zwischen Militär und den Zivilen sei auch, dass auf der Airbase rund 50 Schwerbehinderte eine Arbeitsstelle gefunden haben, "sicherlich ein beachtlicher sozialer Aspekt", sagt Rodens. Was besonders groß geschrieben werde sei die Fort- und Weiterbildung. Sicherlich auch ein Aspekt ist im Rahmen der Weiterbildung, dass sich die "internen Mitarbeiter stets gegen Fremdfirmen durchsetzen konnten", sagt Rodens. Zur laut Betriebsratsvorsitzendem harmonischen und angenehmen Arbeitsatmosphäre gehöre seit kurzem auf der Basis eines Versuchsprojekts, dass allen Angestellten die Möglichkeit eingeräumt wird, während der Arbeitszeit drei Stunden Betriebssport in der Woche zu betreiben. "Natürlich nur, wenn es die Arbeit und der Chef auch zulassen." Aktuelles Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen Militär und Betriebsrat ist die Verlegung der Telefonzentrale nach Ramstein.Amerikanische Stellen werden für Deutsche frei

"Man muss eben flexibel und stets am Ball sein, damit man frühzeitig reagieren kann", sagt der freigestellte Betriebsratsvorsitzende, der normalerweise in der Umweltschutzabteilung seine Arbeit verrichtet. "Von der Verlegung sind 14 Arbeitsplätze betroffen. Für elf Angestellte bestünde die Möglichkeit, nach Ramstein zu wechseln." Allerdings besteht auch die Möglichkeit der innerbetrieblichen Umsetzung. "Dies kann zum Beispiel durch Umwandlung von amerikanischen Stellen in deutsche geschehen. Vor kurzem gab es so wieder zwei deutsche Stellen mehr", sagt Rodens, "und so haben wir schon einige Betroffene umbesetzt." Nach einer Probezeit wird dann festgestellt, ob der neue Platz auch wirklich passt.