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Arbeiter kommen, die Kunden hoffentlich auch - Ausbau der Bitburger Fußgängerzone ab April

Arbeiter kommen, die Kunden hoffentlich auch - Ausbau der Bitburger Fußgängerzone ab April

Neues Gesicht für das Herz Bitburgs: Die Fußgängerzone wird wieder zur Baustelle. Der nächste Abschnitt wird saniert - in optischer Anlehnung an den Spittel. Los geht es im April.

Bitburg. Für die Stadt wird es eine Schönheitskur, für ihre Bewohner eine Geduldsprobe: Die Bauarbeiten in der Fußgängerzone beginnen in wenigen Wochen. Es ist eines der größten Projekte für die kommenden Jahre: Bis 2022 sollen insgesamt 17 000 Quadratmeter in der Innenstadt in einem ganz neuen Licht erscheinen.
Fast 400 Menschen äußerten mittels Fragebögen und Internet ihre Vorschläge zu dem Vorhaben, insgesamt gingen bis Ende des vergangenen Jahres rund 1000 Anregungen bei der Stadt ein. 150 Bürger diskutierten dann auch bei der Versammlung im Dezember noch einmal fleißig über die Gestaltungsmöglichkeiten. Ende Januar beschloss der Stadtrat dann, wie genau die Fußgängerzone künftig aussehen soll (der TV berichtete).
Und jetzt geht es schnell mit der Sanierung, die schon seit Jahren als so dringlich angesehen wird: Schon bald reißen die Arbeiter die ersten Steine des 1970er-Jahre-Pflasters aus dem Boden.

Das muss man wissen, bevor es losgeht:

Was passiert wann wo? Zuerst geht es um den Abschnitt vom Spittel bis zum Modehaus Messerich. Start ist Anfang April, und zwar beim Schuhhaus Braun: Von dort aus werden zunächst die Wasserleitungen erneuert und die Anschlüsse an die Häuser verlegt, sagt Ralf Mayeres, Leiter des städtischen Bauhofs. Das mache man jetzt gleich mit, weil die Leitungen die kommenden 20 Jahre nicht mehr überdauern würden. Ist das etwa Ende Mai erledigt, mache man mit der Verlegung des Pflasters weiter - das soll spätestens bis zum Folklore-Festival die Hauptstraße zieren. Nach dem Festakt gehe es weiter in der Schliezgasse und der Josef-Niederprüm-Straße, krönender Abschluss des Ganzen sei dann die Murengasse - zumindest "für dieses Jahr". Denn bis 2022 folgen weitere Bauabschnitte.

Was kostet es? Dieser Abschnitt kostet rund 850 000 Euro. Davon zahlen die Anlieger 385 000 Euro, das Land 250 000 Euro. Insgesamt - und inklusive der bereits abgeschlossenen Umgestaltung des Platzes Am Spittel - soll die Erneuerung der Fußgängerzone nach der Kalkulation der Stadtverwaltung 6,4 Millionen Euro kosten. Die Stadt trägt mehr als 2,5 Millionen Euro, die Anlieger werden mit 1,85 Millionen Euro beteiligt. Zwei Millionen Euro steuert das Land bei.

Was bereitet Sorgen? Für die Händler heißt es Umsatz machen - trotz Baustelle. "Da ist natürlich keiner froh, wenn er die direkt vor der Tür hat", sagt Gewerbevereinschef Edgar Bujara. Dass die Straße saniert werden müsse, sieht aber auch Jörg Schmitz vom Schuhhaus Simon: "Die ist ja auch kaputt." Was ihm nicht gefällt, ist die Zeit, in die die Sanierung fällt: "Es ist für uns ungünstig, weil es in der Hauptsaison ist. Aber wir können da nicht viel dran ändern. Wir müssen da durch." Er hofft, dass seine Kunden trotzdem den Weg in das Geschäft finden: "Sie haben ja auch schon was mit uns durchgemacht: die Sanierung des unteren Teils oder der Innenstadtring", erzählt er. Besondere Vorkehrungen treffe er deshalb nicht. Er hoffe nur darauf, dass es zügig vorangeht. "Nicht so wie am Spittel." Dort hatte Kabel Deutschland das frisch verlegte Pflaster gleich wieder aufgerissen, weil dann doch noch Leitungen zu verlegen waren, später musste das Unternehmen nochmal anrücken, um selbstverursachte Schäden zu beheben.

Was ist nicht erreichbar? Für Fußgänger: gar nichts. Sie müssen sich keine allzu großen Gedanken machen. Lediglich wenn es ans Pflastern gehe, könne es sein, dass man "tageweise mal über eine Brücke in ein Geschäft gehen muss", sagt Bauhof-Leiter Ralf Mayeres. Anders sieht es mit dem Lieferverkehr aus: "Der ist nur stark eingeschränkt möglich."

Was hilft den Bitburgern durch die ungemütliche Bauzeit? "Wir freuen uns auf die Veränderung", sagt Lars Messerich vom gleichnamigen Modehaus, der zudem gar nicht glaubt, dass "die Baustelle das Kundenverhalten negativ beeinflussen wird". Bis die Fußgängerzone so richtig schick aussieht, kümmert sich der Gewerbeverein darum, dass auch die Baustelle verschönert wird - so gut das eben geht: "Wir werden uns die natürlich nicht wegdenken können", sagt Edgar Bujara. "Aber damit die Leute nicht in ein so großes Loch schauen müssen, rahmen wir das mit einem Bauzaun ein. Der hat zwar Fenster - wer will, kann also gucken, was dort so passiert. Aber der Rest ist verkleidet." So sollen auch Schmutz und Staub von den Schaufenstern ferngehalten werden, so lange die Arbeiten in vollem Gange sind.
Die gute Nachricht: Alles geht vorbei. Und wenn die letzten Absperrungen verschwunden sind, hat die Hauptstraße nicht nur ein neues Pflaster, sondern auch Bänke, viel Grün und eine schöne Beleuchtung. Und das alles früh genug, um noch ein bisschen den Sommer zu genießen.