Arbeiter verwandeln Festwiese in Flüchtlingslager

Bitburg/Trier · Jetzt geht es Schlag auf Schlag: Erst vor wenigen Tagen entschloss sich die Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende Trier, auf dem Flugplatz Bitburg vier Zelte für Flüchtlinge aufzubauen. Gestern haben die Arbeiten auf der Festwiese des Hotels Eifelstern begonnen. Für Mittwoch werden die ersten Flüchtlinge erwartet.

Joszif Mèra beim Zeltaufbau. TV-Foto: Christian Moeris

Foto: (e_bit )

Bitburg/Trier. Donnerstagvormittag, 11 Uhr, auf der Festwiese des Hotels Eifelstern auf dem Flugplatz: Frank-Peter Wagner, Leiter der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (Afa) Trier, diskutiert mit anderen Beteiligten über die genauen Standorte der vier Zelte, die in den nächsten drei Tagen dort aufgebaut werden.

250 Flüchtlinge sollen darin eine Unterkunft finden (der TV berichtete). "Bevor wir loslegen, müssen wir schauen, wie wir die Zelte am ergonomischsten aufstellen", sagt Wagner. "Wir müssen schauen, wo Strom und Wasser liegen und brauchen das richtige Gefälle für die Abwasserleitungen", so Wagner weiter, "das ist wie beim Hausbau."
Dann markieren Mitarbeiter der Zeltverleihfirma mit Spraydosen die Eckpunkte der vier Zelte in blauer Sprühfarbe auf dem Rasen. Ein Arbeiter fixiert erste Fundamente mit Eisenpfählen, die er in den Boden schlägt. Holzwände, Eisenschienen, Kisten: Am Rande der Festwiese lagern in großen Stapeln die Einzelteile der beiden Unterkunftszelte sowie des Wasch- und Gemeinschaftszeltes, welche die acht Mitarbeiter errichten. Die Abnahmen vom Bauamt und der Feuerwehr, die nach dem Brandschutz schaut, seien für Montag geplant, sagt Wagner. Auch Rettungswege seien zu besprechen. Wenn alles nach Plan läuft, können die ersten Menschen dort bereits am Mittwoch einziehen. "Die Registrierung sowie die gesundheitliche Untersuchung haben die bereits in Trier hinter sich gebracht, wenn die hier in Bitburg ankommen", erklärt Wagner. Er sei dankbar, dass der Eigentümer Willi Burelbach die Wiese für die Unterbringung der Flüchtlinge vermiete. Wagner: "Das ist ja kein Acker, sondern eine Wiese mit Versorgungsleitungen. Das findet man nicht an jeder Ecke."

Dennoch sei die Unterbringung der Flüchtlinge in Zelten nur ein Provisorium, erklärt Wagner. Spätestens im Herbst, wenn die Aufnahmeeinrichtungen in Meisenheim (Landkreis Bad Kreuznach) und Hermeskeil (Kreis Trier-Saarburg) fertig werden, könnten die Zelte in Bitburg wieder abgebaut werden. Wagner: "In Trier sind wir mit 2500 Flüchtlingen in der Erstaufnahmeeinrichtung am Rande der Kapazitätsgrenze. Alle, die jetzt noch dazu kommen, gehen nach Bitburg." cmo