Arzfeld debattiert über die Ansiedlung eines Discounters

Arzfeld debattiert über die Ansiedlung eines Discounters

Klar ist: Ein Discounter will und soll nach Arzfeld. Doch welcher Markt und welcher Standort? Das sind Fragen, über die der Gemeinderat noch keine Einigkeit erzielt hat.

Arzfeld. (ch) Kommt ein Discounter nach Arzfeld? Und wenn ja, welcher? Und vor allem, wohin? Diese Fragen beschäftigen derzeit die Mitglieder des Gemeinderats in Arzfeld. Seit 2009 steht Ortsbürgermeister Alfons Kockelmann in Gesprächen mit zwei Märkten, namentlich "Norma" und "Netto". Beide haben ihr Interesse bekundet, sich im Ort anzusiedeln. Doch im Gemeinderat herrscht keine Einigkeit, für welchen der beiden Märkte man sich entscheiden will. Auch die Frage, ob er im Ortskern oder am Rand gebaut werden soll, ist noch nicht geklärt.

Über die Frage, welche Frage zuerst entschieden werden soll, ist im Gemeinderat eine kontroverse Debatte entbrannt, die an das Paradoxon von Huhn und Ei erinnert: Muss man erst klären, mit welchem Anbieter man weiterarbeiten will, um dann mit ihm und einem Investor auf die Suche nach einem passenden Standort zu gehen? Oder aber muss erst der Standort feststehen, ehe man sich für einen dorthin passenden Markt entscheidet?

Die einen um Gerd Heiles (FWG) und Rainer Hoffmann (SPD) wollen erst den Standort festlegen und dann schauen, welcher Markt dort anzusiedeln ist. Möglicherweise, so die Einschätzung von Hoffmann, "klärt sich dann die Frage nach dem ,wer' von selbst." Die Standortfrage sei für die Ortsentwicklung ganz entscheidend.

Für Herbert Zahnen, (CDU) ist das jedoch die falsche Herangehensweise. "Da wird das Pferd von hinten aufgezäumt." Nach dem derzeitigen Planungsstand könne man noch gar nicht über den genauen Standort entscheiden. "Ein Fehler dabei wäre schwerwiegend", sagt Zahnen. Auf jeden Fall müsse man sich auf den Ortskern konzentrieren, um den Einzelhandel in Arzfeld wiederzubeleben. Sein Fraktionskollege Klaus Hostert betont die Bedeutung, die Angebote im Ort aufeinander abzustimmen, so dass sie sich keine Konkurrenz machen. Daher würde eher ein Norma-Markt nach Arzfeld passen als ein Netto, der mit seinem größeren Sortiment von rund 4500 Artikeln mit dem vorhandenen Rewe-Markt konkurriert. Norma hingegen habe nur zwischen 800 und 1000 Produkte im Angebot. Um zu einer Entscheidung zu kommen, sollen nun Gewerbetreibende und Bürger in einer Versammlung gehört werden. In der nächsten Sitzung des Gemeinderats sollen dann beide Fragen entschieden werden.

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Meinung

Ortskern beleben

Henne oder Ei, Standortfrage oder Marktauswahl? Diese Debatte beschäftigt derzeit den Arzfelder Gemeinderat. Zu kurz kommt dabei, welche Variante aus Sicht der Entwicklung des Dorfs die beste ist. Zwei Faktoren sind dabei zu unterscheiden: Zum einen die Belebung des Ortskerns, weshalb ein Markt innerorts auf jeden Fall sinnvoller ist, wenn sich denn eine passende Fläche finden lässt. Zum anderen die Erweiterung des Einkaufsangebots. Denn wenn ein neuer Markt lediglich Kunden vom bestehenden Rewe-Markt abzieht, ohne zusätzliche Menschen anzuziehen, ist aus Sicht der Dorfentwicklung nichts gewonnen. Vielmehr besteht die Gefahr, dass beide Märkte nicht rentabel sind. Diese beiden Faktoren müssen nun unter einen Hut gebracht werden. Das geht aber nicht mit kategorischen Entweder-oder-Entscheidungen, sondern nur mit klaren Prioritäten, die sich dann am Umsetzbaren orientieren. c.brunker@volksfreund.de