Arzfeld gestaltet seine Mitte neu

Kostenpflichtiger Inhalt: Dorfentwicklung : Arzfeld macht den großen Schritt

Das Grundzentrum im Islek soll durch einen umfassenden Umbau seiner Ortsmitte attraktiver und zukunftsfähiger werden. Die Bauarbeiten beginnen im Frühjahr.

Für Ortsunkundige ist das Zentrum Arzfelds schwer zu bestimmen. Die Bundesstraße 410 führt schnurstracks durch die Gemeinde, wer sich nicht auskennt, findet keinen Anhaltspunkt dafür, wo denn die eigentliche Mitte des langgezogenen Ortes liegt.

Bereits 2013 hätten die Arzfelder im Rahmen des Dorfentwicklungskonzepts erste Ideen zur Neugestaltung ihrer Ortsmitte gesammelt, erzählt Ortsbürgermeister Walter Heinisch. „Das, was wir nun umsetzen wollen, ist in der Zeit gewachsen.“

Ab jetzt soll es zügig voran gehen: Im Frühjahr 2020 wird der Bebauungsplan rechtskräftig, im Sommer beginnen die Arbeiten.

„Im ersten Schritt hat die Gemeinde bereits Grundstücke um das bisherige Dorfgemeinschaftshaus erworben, einige Gebäude werden abgerissen“, sagt Heinisch, seit rund einem halben Jahr der Bürgermeister der Ortsgemeinde mit rund 1400 Einwohnern. Auf der neu entstandenen Freifläche an der Luxemburger Straße sollen in mehreren Bauabschnitten ein neues Dorfgemeinschaftshaus und Baugrundstücke für Wohn- und Gewerbeeinheiten, sowie für Gastronomie entstehen.

„Wir rechnen mit einer Bauzeit von etwa vier bis fünf Jahren“, sagt der Bürgermeister. Entscheidend werde sein, wie schnell und in welcher Anzahl Investoren auf den Zug aufspringen: „Die Gewerbe- und Wohngebäude sind in Modulbauweise geplant, können also jederzeit erweitert werden. Interessenten gibt es bereits - sie bitten aber darum, namentlich noch nicht in Erscheinung zu treten.“

Das bisherige Bürgerhaus werde verkauft, der Gemeinderat wünscht sich einen Käufer aus dem Hotel- und Gastronomiegewerbe. „Wir haben kein Hotel vor Ort, aber viele überregional agierende Betriebe, die Gäste unterbringen wollen. Das ist wirklich eine Schwachstelle in Arzfeld.“ Insgesamt entstehen 22 barrierefreie Wohnungen von 60 bis 110 Quadratmetern, im Erdgeschoss des Gebäudes sollen sich wunschgemäß Bäcker, Metzger oder Optiker ansiedeln. Zudem sind Büroräume geplant. „Die Gemeinde stellt baureife Grundstücke zur Verfügung, die Investoren sind die Bauherren“, sagt Heinisch.

Finanziert werde das Vorhaben durch Landesförderungen in Höhe von 75 Prozent der Gesamtsumme, den Rest von 25 Prozent trägt die Gemeinde. Der Bau des neuen Dorfgemeinschaftshauses schlägt mit 3,2 Millionen Euro zu Buche, die Wohn- und Geschäftseinheiten werden rund 3 Millionen Euro kosten. Arzfeld wurde 2014 in das Programm „Kooperationsverbände Ländliche Zentren – Kleinere Gemeinden und Städte“ aufgenommen und hat für das Projekt eine Erhöhung der Fördergelder beantragt. „Das zuständige Ministerium des Innern und für Sport hat einen Bewilligungsbescheid für eine Anhebung der Gesamtzuwendung auf 2 Millionen Euro in Aussicht gestellt“, heißt es seitens der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), „um das Projekt „Neue Ortsmitte Arzfeld“ angemessen unterstützen zu können.“

In Arzfeld entsteht eine neue Ortsmitte. Die Grafik zeigt eingefärbt die geplanten Wohn- und Gewerbeeinheiten, die Bauarbeiten sollen im Sommer beginnen. Foto: Atelier für Architektur Irrel

Fast gleichzeitig mit dem Kraftakt im Zentrum werden die Schul- und die Neustraße saniert: „Finanziert durch einen Mix aus Förderungen, Anliegerbeiträgen und Geldern der Gemeinde“, erklärt Bürgermeister Walter Heinisch. Und das ist noch nicht alles: „Es entsteht das Neubaugebiet „Zum Eichelsberg“ mit insgesamt 32 Baugrundstücken auf vier Hektar“ sagt Heinisch.