Arzfeld wird für Sonnenkraft ausgezeichnet

Arzfeld · Mit der Gründung eines eigenen Energiebetriebs, der Islek Energie AöR ist die Verbandsgemeinde Arzfeld ein Vorreiter. Von der Agentur für erneuerbare Energien aus Berlin gab es dafür jetzt die Auszeichnung Energie-Kommune des Monats Oktober.

Andreas Kruppert, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Arzfeld, präsentiert die Auszeichnung als „Energie-Kommune Oktober 2011“ vor der neuen Solaranlage in Arzfeld. TV-Foto: Christian Brunker

Arzfeld. Rund vier Hektar ist sie groß, sie besteht aus mehr als 6000 einzelnen Modulen und liefert genug Strom, um 420 Haushalte zu versorgen: Die Solaranlage in Arzfeld ist seit wenigen Tagen am Netz.
Projekt ist Prunkstück


Das rund drei Millionen Euro teure Projekt ist das Prunkstück der Islek Energie der Verbandsgemeinde (VG) Arzfeld (der TV berichtete). Pünktlich zum Start gibt es dazu eine besondere Auszeichnung aus Berlin: Die Agentur für erneuerbare Energien (AEE) hat die VG zur "Energie-Kommune Oktober 2011" ernannt.
Diese Agentur wird getragen von rund 100 Unternehmen und Verbänden aus der Branche sowie von den Bundesministerien für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit sowie dem für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
18 Projekte umgesetzt


Mit der Auszeichnung wird das große Engagement der Verbandsgemeinde auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien gewürdigt. "Für mich ist das ein schönes Zeichen, das zeigt, das wir auf dem richtigen Weg sind", sagt VG-Bürgermeister Andreas Kruppert. "Mittlerweile produzieren wir dreimal so viel Strom, wie wir verbrauchen." Mit insgesamt zwei Freiflächen-Solaranlagen, der Windkraft und Biogas stehe die Stromversorgung auf vielen Füßen. "Wir ruhen uns auch nicht aus, sondern wollen weiter auf dem Feld der erneuerbaren Energien vorangehen", sagt Kruppert. Landtagsmitglied Monika Fink, überdies erste Beigeordnete des Eifelkreises, lobt die Islek Energie als "sehr kluges Konzept". Seit der Gründung der Islek Energie im Juni dieses Jahres sind 18 Projekte umgesetzt worden, vor allem Solaranlagen auf Dächern von öffentlichen Gebäuden wie der Sporthalle in Waxweiler, den Dorfgemeinschaftshäusern in Harspelt, Kesfeld, Lambertsberg oder Roscheid.
Nicht die erste Gemeinde


Dazu kommen die Feuerwehrgerätehäuser in Lützkampen, Waxweiler oder Lünebach. Kurz vor der Fertigstellung ist auch die Anlage auf dem Dach des Dorfgemeinschaftshauses in Dahnen. Insgesamt erreichen die Solarmodule auf den Dächern eine Maximalleistung von 331,955 Kilowatt (kW/p). Umgerechnet auf einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt bedeutet das, dass mit dem Strom von den kommunalen Dächern knapp 100 Haushalte versorgt werden können. Dafür hat die Islek Energie bislang 764 000 Euro investiert. Hinzu kommen nun die rund drei Millionen Euro für die Solaranlage in Arzfeld. Die notwendigen Kredite stellen regionale Banken zur Verfügung.
Die VG Arzfeld ist nicht die erste Gemeinde in der Region, die als Energie-Kommune ausgezeichnet worden ist. Bereits im Dezember 2008 wurde die Verbandsgemeinde Neuerburg geehrt - damals als erste in ganz Rheinland-Pfalz. Die Islek Energie ist eine Anstalt öffentlichen Rechts (AöR), die im Juni 2011 gegründet worden ist. Mitglied sind neben der VG 13 Ortsgemeinden. Eine AöR erfüllt Aufgaben für öffentliche Zwecke und bündelt dafür Personal und Sachmittel wie Gebäude, Anlagen und Fahrzeuge in einer Organisation. Anders als Verbandsgemeindewerke können sie rechtlich selbstständig sein, allerdings bleiben sie dabei unter öffentlichem Einfluss. ch