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Arzfelder fordern: Kreis soll mit ins Boot

Arzfelder fordern: Kreis soll mit ins Boot

Weil die Verbandsgemeinde (VG) Arzfeld die Kosten für das Schwimmbad Waxweiler nicht mehr alleine tragen kann, fordert die SPD-Fraktion vom Eifelkreis die Einrichtung eines Zweckverbands "Schwimmbad Waxweiler". Die Verwaltung wird dazu einen Antrag vorbereiten. Das beschloss der VG-Rat in seiner jüngsten Sitzung.

Waxweiler/Arzfeld. Ein Antrag der SPD-Fraktion im VG-Rat Arzfeld könnte bei der übernächsten Kreistagssitzung für Aufsehen sorgen. Darin wird der Eifelkreis Bitburg-Prüm aufgefordert, einen gemeinsamen Zweckverband "Schwimmbad Waxweiler" zu gründen.
Rainer Hoffmann, SPD-Fraktionssprecher, begründet den Antrag so: "Das Schwimmbad in Waxweiler stellt für uns eine wichtige touristische Infrastruktur dar und muss unbedingt erhalten werden. Doch für die Verbandsgemeinde wird es immer schwieriger, die Kosten zu tragen. Deshalb fordern wir den Kreis auf, uns zu helfen, analog zu anderen Zweckverbänden, die der Kreis unterstützt."
Und davon gibt es einige, unter anderem die Zweckverbände Schwarzer Mann, Kurcenter Prüm oder Flugplatz Bitburg. Über die Kreis-Umlage finanziere die Verbandsgemeinde Arzfeld indirekt auch das Prümer Schwimmbad mit, sagt Hoffmann. Auch beim Thema Schulen fühlt sich die SPD im Stich gelassen. Während der Kreis die Trägerschaft der weiterführenden Schulen übernommen hat, bleibt die VG Arzfeld auf ihren Gebäuden in Waxweiler und Daleiden und damit auf den Kosten sitzen.
SPD: Arzfeld finanziell am Ende


"Unsere weiterführenden Schulen stehen leer. Wir haben noch zwei Hauptschulgebäude und die ganze Last am Bein", klagt Hoffmann. Die VG Arzfeld sei finanziell am Ende und müsse nun die Solidargemeinschaft bitten, bei den Kosten einzusteigen. "Innerhalb des Kreises ist eine Ungleichbehandlung da. Wir können nur gewinnen", sagt er.
Geschlossen stellte sich der VG-Rat hinter die SPD-Fraktion und forderte die Verwaltung auf, einen entsprechenden Vorschlag für den Kreistag vorzubereiten.
"Eine wunderbare Idee!", sagte Hermann Köppen (Liste Köppen) und fragte: "Doch ist das der richtige Zeitpunkt?" Er befürchte, dass bei der ganzen "Einspar-Neurose" der Antrag als Boomerang zurückkomme. Dennoch stimmte seine Fraktion dafür.
Horst Zils (FWG) erhoffte sich, dass der Antrag die Kreistagsmitglieder zu einer Diskussion anrege mit dem Ergebnis, gerechten Ausgleich zu schaffen.
"Generell ist alles, was unseren Haushalt entlastet, zu begrüßen", sagt Gerhard Kauth (CDU): "Prüm ist die reichste VG im Kreis mit der geringsten Umlage und hat zwei Zweckverbände, bei denen der Kreis mitbezahlt." Deshalb finde er den SPD-Antrag gut. Er bezweifelt jedoch, dass der Kreis sich in Waxweiler engagiert. Neben Arzfeld gebe es ja noch weitere Verbandsgemeinden, die dann mit ihren Schwimmbädern auf der Matte stünden. Sauer aufgestoßen ist ihm und seiner Fraktion auch, dass der Kreis sie auf den beiden Hauptschulgebäuden sitzen gelassen hat. "Wenn der Kreis sich bereiterklären würde, das Schwimmbad zu betreiben, wäre das für uns eine günstige Situation", sagt Bürgermeister Kruppert.
Denn eins steht für ihn fest: "Am Schwimmbad gibt es nichts zu rütteln, da ist schon viel Geld reingeflossen."

Meinung

Gründen oder beenden?
Beim Geld hört die Freundschaft auf. Das bekommt nun auch der Landrat zu spüren. Die nächste Kreistagssitzung könnte für den ein oder anderen ungemütlich werden, wenn die Arzfelder ihren Antrag für die Einrichtung eines neuen Zweckverbands "Schwimmbad Waxweiler" stellen. Nüchtern betrachtet ist es wirklich nicht einzusehen, warum die Arzfelder den Unterhalt ihres Schwimmbads alleine stemmen sollen, während andere dabei unterstützt werden. Nur stellt sich wirklich die Frage, ob es in Zeiten wie diesen sinnvoll ist, einen neuen Zweckverband zu gründen, oder ob man nicht andere auflösen müsste. s.glandien@volksfreund.deExtra

Das Freibad in Waxweiler wurde 2003 für 1,6 Millionen Euro renoviert. Um Kosten zu sparen, hatte man damals nur die Becken und die technischen Anlagen modernisiert. Eingangsbereich und Umkleiden versprühen deshalb immer noch den Charme der 70er Jahre. Für deren Umbau besteht ein geschätzter Investitionsbedarf von rund 450 000 Euro. Für den nahe gelegenen Eifel-Ferienpark ist das Freibad ein wichtiger Faktor - wie auch für den Tourismus in der gesamten Verbandsgemeinde. Rund 15 000 Gäste besuchen das Bad durchschnittlich pro Jahr. sn