Atemberaubende Akrobatik

Tanz, Humor und packende Akrobatik: Bei der Galasitzung der Prümer Karnevalsgesellschaft (KG) wurde alles geboten, was den Sitzungskarneval ausmacht. Rund 500 Narren feierten in der Karolingerhalle einen ersten Höhepunkt der diesjährigen Session.

Prüm. Geradezu schweißgebadet waren die Diddeldöppcher aus St. Vith, als sie endlich von der Bühne durften. Mit ihren spektakulären Tänzen und akrobatischen Hebe- und Wurffiguren sorgte die Gardetanzgruppe für den einen oder anderen entsetzten Aufschrei in der Menge und Begeistung bei den rund 500 Narren in der Prümer Karolinger-Halle. Und die forderten immer noch eine Zugabe, die gerne gewährt wurde. "Von mir aus dürft ihr bis morgen früh weitertanzen", sagte Sitzungspräsident Dominik Hoffmann.

Unter dem Motto "Das Prümer Olympia-Märchen 2009" hatte die KG Prüm zu ihrer Galasitzung eingeladen. Mit dabei im fünfstündigen Programm: reichlich Tanzeinlagen von den Gardetanzgruppen, dazu natürlich ein paar Büttenreden und die Begrüßung der benachbarten Prinzenpaare aus Niederprüm, Sellerich und Lützkampen. Apropos Prinzenpaare: Die anwesenden Tollitäten der Nachbarorte machten schmerzlich bewusst, dass Prüm in diesem Jahr ohne Prinzenpaar auskommen muss.

Für die ersten Lacher sorgte Jakob Mießeler mit seiner Büttenrede. Beispiel gefällig? Letzens sei er heimgekommen und habe mit seiner Frau geschlafen. Als er dann danach ein Glas Wasser trank, habe er seine Frau vor dem Fernseher gesehen. Was natürlich die Frage aufwarf, mit welcher Frau er eben geschlafen habe. Als er dann im Schlafzimmer das Licht anmachte, habe er seine Schwiegermutter gesehen. Warum sie denn nichts gesagt habe? Die Schwiegermutter: Man rede ja auch sonst nicht miteinander.

"Den bekanntesten Stalker der Eifel" alias Landratskandidat Joachim Streit nahm Patrick Bormann in seiner Büttenrede auf Korn. Auch der CDU-Kreisvorsitzende Michael Billen wurde zur närrischen Zielscheibe. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe ihn mit der Commerzbank-Fusion beauftragt in dem Wissen, dass er jede Fusion kleinkriege. Hauptthema seines Vortrags war aber die zunehmende Überalterung der Gesellschaft. Fit und beweglich sei man bis ins hohe Alter, frei nach dem Motto: "Turne in die Urne!" Dennoch wolle niemand sterben, es wachse eine Generation heran mit null Bock auf Friedhof. Deshalb müsse das Ableben deutlich attraktiver werden mit mehr frischem Wind im Bestattungsgewerbe.

Als Dritter ging Hans-Dieter Ebert in die Bütt und sorgte ebenfalls für den einen oder anderen Lacher. Begeisterungsstürme lösten auch die Fußballer vom FC Prüm mit ihrer Tanzeinlage voller Überraschungen aus: Von den Männern in Schwarz verwandelten sie sich auf der Bühne in ein Männerballet. Als jüngste Gruppe zeigten die Roten Funken aus Prüm ihr Können. Extra Das Programm mit den Aktiven: Die Hot Shoes mit Rock'n'Roll, danach die Prümer Ehrengarde und das Gardeballet, Büttenredner Jakob Mießeler, Nippeser Bürgerwehr 1903, Rote Funken aus Prüm, Büttenredner Patrick Bormann, Showtanz mit den Wildcats, Männerballet mit dem FC Prüm, Funkengarde mit einem Gardetanz, Büttenrede "De Diddi" (Hans-Dieter Ebert), Akrobatiktanz mit den Diddeldöppcher aus St. Vith, Kölsche Lieder mit der Band "Sockenschuss", Empfang der benachbarten Prinzenpaare. (ch)