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Auch in Luxemburg geht es ans Eingemachte

Auch in Luxemburg geht es ans Eingemachte

ECHTERNACH. (iz) Hitzige Debatten in den frühen Morgenstunden im Echternacher Rat: Die Gemeinderatssitzung hatte kaum begonnen, da kochten die Gemüter bereits hoch. Der Grund: Die Gemeinde will bei der Musikschule drastisch sparen.

Auf der Tagesordnung der Echternacher Gemeinderatssitzung stand unter anderem die Änderung des Reglements für die Musikschule. Die Gemeinde Echternach will drastische Sparmaßnahmen verwirklichen, um "nicht den Haushalt der Stadt zu gefährden", sagte Bürgermeister Jos Scheuer (LSAP). "2003 hatte die Musikschule ein Defizit von 732 000 Euro, dieses Jahr werden es wohl an die 840 000 Euro werden", nannte Scheuer den Grund der Sparmaßnahmen. Mit der Änderung des Reglements will die Stadt stärker in die Arbeit der Musikschule eingreifen. So sollen vornehmlich Kinder aus dem Kanton Echternach die Möglichkeit erhalten, die Musikschule zu besuchen. Schüler von außerhalb müssen mit einer Warteliste rechnen, "denn wir bieten ein sehr gutes Angebot, was auch wieder Kosten mit sich bringt". Nun muss sich die Schule streng an den finanziellen Rahmen halten. Damit verbunden ist auch der Plan, die Musikschule im neuen Kulturzentrum unterzubringen. André Hartmann betonte, dass er nichts gegen diese Kontrolle durch die Stadt habe, lediglich die Vorgehensweise sei "eine Frechheit sondergleichen". Er hält Scheuer vor, dass 1996 und 1999 die Gehälter des Lehrpersonals nicht gekürzt worden seien, was zur immensen Belastung des Gemeindehaushalts geführt hätte. Ein weiteres Problem: Das Einschreibedatum für die Schule wurde seit Wochen angekündigt. Dann wurde die Gemeinde Junglinster informiert, dass nach Entscheidung des Echternacher Schöffenrats keine Einschreibungen für Schüler aus dem Kanton Grevenmacher möglich sind. Nach Reklamationen der Gemeinde Junglinster erlaubte Scheuer doch die Einschreibung 62 neuer Schüler. "Chaos pur", moniert Hartmann. Trotz der Vorhalte stimmte der Rat der Änderung zu.