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Auch ohne Zulage wird gebaut

Auch ohne Zulage wird gebaut

BITBURG/PRÜM/DAUN. Die erneute Diskussion um die Eigenheimzulage lässt Bauwillige in der Eifel - im Vergleich zum Jahresende 2002 - kalt. Im Gegenteil sogar: Viele reagieren zurückhaltend und rechnen nicht mehr mit Geld vom Staat.

Über schleppenden Verkauf können weder Kommunen noch Banken klagen. "Der Verkauf der Grundstücke in unserem Baugebiet in Echternacherbrück läuft sehr gut. Zwei Drittel sind schon weg", sagt Leo Bormann, Abteildungsdirektor für das Kreditgeschäft bei der Kreissparkasse Bitburg-Prüm. Das Geschäft mit dem Bauland in der Eifel läuft - auch wenn von "Hamsterkäufen" momentan nichts zu spüren ist. Trotz drohenden Wegfalls der staatlichen Eigenheimzulage bleiben die Eifeler Häuslebauer gelassen. Warteliste mit 186 Interessenten

Viele kalkulieren die Geldspritze vom Staat erst gar nicht mehr ein. Ein Rat, den auch die Banker geben: "Die Eigenheimzulage ist noch das Tüpfelchen auf dem i. Wenn die Finanzierung nur mit Eigenheimzulage zu machen ist, raten wir ab", sagt Bormann. Ähnlich sieht das sein Kollege Georg Hoffmann, Leiter des Immo-Centers bei der Volksbank Bitburg: "Die Zulage ist bei uns nie als tragendes Teil in die Finanzierung einkalkuliert worden, sie gehört in den Tilgungsdienst." Darauf haben sich - nach spürbaren "Panikreaktionen" im November und Dezember vergangenen Jahres - auch die Verbraucher eingestellt. Weil jedoch zur Zeit das Zinsniveau günstig ist, wird trotzdem gebaut: "Wir werden mit Schleifmühle nicht früh genug fertig", bedauert angesichts dessen Bitburgs Bürgermeister Joachim Streit. Nachdem die Grundstücke an der Prümer Straße viel schneller vergriffen waren als erwartet, kann die Stadt zur Zeit Bauwilligen selbst kein baureifes, erschlossenes Land anbieten. Einzig das von der Voba Immobilien GmbH entwickelte Baugebiet Hammerwies in Stahl ist noch verfügbar. Doch auch dort floriert der Verkauf. "36 von 52 Baustellen sind bereits verkauft", sagt Christian Pauly von der Voba Immobilien. Und das, obwohl die Quadratmeterpreise dort mit rund 75 Euro deutlich über dem liegen, was die Stadt bisher für die von ihr erschlossenen Areale verlangt hat. An der Prümer Straße waren es rund 45 Euro pro Quadratmeter. Diesen Preis wird man jedoch voraussichtlich auch bei Schleifmühle nicht halten können und dort nach Einschätzung des Bürgermeisters auch in den Bereich der privat erschlossenen Baustellen vordringen. Nach Angaben der Bauverwaltung beginnen die Erschließungsarbeiten auf Schleifmühle wahrscheinlich im Frühjahr kommenden Jahres. Ab Herbst 2004 kann voraussichtlich gebaut werden. Und genügend Bauwillige gibt es in Bitburg: auf einer Liste im Rathaus sind 186 Einzelpersonen und Familien verzeichnet, die sich für einen Bauplatz in Bitburg interessieren. Auch in der Verbandsgemeinde Bitburg-Land wurde die Liste der Interessenten - gerade Ende vergangenen Jahres - länger. Von im Jahresschnitt 200 Anträgen stieg die Zahl vergangenes Jahr auf 240. "Das begründet sich darin, dass viele Bauwillige unsicher waren", sagt Jürgen Backes, Bürgermeister der VG. Doch der Trend setzt sich nicht fort. "Bislang haben wir lediglich 70 Bauanträge dieses Jahr." Ähnliche Erfahrungen macht sein Prümer Amtskollege Aloysius Söhngen. Zwar sei auch in der VG Prüm die Zahl der Bauanträge Ende des Jahres gestiegen, doch sind sie jetzt wieder gleichauf mit der Zahl im Vorjahr. Wurden im ersten Halbjahr 2002 127 Bauanträge von Privatleuten gestellt, waren es im gleichen Zeitraum dieses Jahres 125. Ähnlich die Situation im Kreis Daun: So macht sich Dauns Stadtbürgermeister Wolfgang Jenssen keine Sorgen, dass ihm die Baustellen ausgehen. "Wir haben noch zahlreiche Baustellen in den Stadtteilen", sagt er. In Daun selbst aaber sei im Moment kein neues Baugebiet verfügbar. Auch Georg Linnerth, Stadtbürgermeister von Gerolstein, sieht keine Probleme und verweist auf den stadtnah gelegenen Ortsteil Lissingen und andere Stadtteile. In einem Jahr habe man zudem auch in der Kernstadt ein neues Baugebiet zur Verfügung.