Auf dem Weg zu neuen EU-Millionen

Bitburg-Prüm · Schnelles Internet, artenreiche Streuobstwiesen oder Dörfer, die sich für die Zukunft fit machen: Mithilfe von europäischem Fördergeld hat der Eifelkreis Bitburg-Prüm in den vergangenen Jahren zahlreiche Projekte finanzieren können. Heute entscheidet der Kreistag, ob der Landkreis sich erneut als Förderregion bewirbt.

Bitburg-Prüm. Online-Banking ist in weiten Teilen der Eifel so gut wie unmöglich: Ehe sich die Seite komplett aufgebaut hat, wird sie aus Sicherheitsgründen auch schon wieder geschlossen. So langsam ist das Internet. Ein riesiger Standortnachteil in Zeiten, in denen Betriebe und Privatleute digitale Datenverbindungen so dringend benötigen wie Straßen oder fließend Wasser.
Der sogenannte "Breitbandausbau" hat für den Eifelkreis Bitburg-Prüm daher hohe Priorität. Ohne die 300 000 Euro, die ihm die Europäische Union im Rahmen des Leader-Projekts (siehe Extra) zur Verfügung gestellt hat und die daran anknüpfende Förderung des Landes wäre es allerdings nicht möglich gewesen, die Orte Badem, Fließem, Echternacherbrück, Herforst, Sinspelt, Ober- und Niedergeckler, Arzfeld und Weinsheim mit schnellem Internet auszustatten.
Dies ist das größte von insgesamt 38 Leader-Projekten des Eifelkreises, die die EU seit 2008 mit insgesamt zwei Millionen Euro gefördert hat.
Am heutigen Montag entscheidet der Kreistag Bitburg-Prüm darüber, ob der Kreis sich 2014 erneut um Förderung bewerben will. Und ob er bereit ist, 40 000 Euro für die Erarbeitung eines regionalen Entwicklungskonzepts auszugeben - das im Bewerbungsverfahren als Entscheidungsgrundlage dient.
Die Bandbreite dessen, was über das Breitband hinaus von Leader-Mitteln finanziert werden kann, ist groß: So floss das Geld seit 2008 mal für die Instandsetzung besonderer Gebäude, Gärten oder Ortskerne: Dazu zählen die Tourismuszentrale der Verbandsgemeinde Irrel, die römische Villa Holsthum, die Bildungseinrichtung am Stiftsberg in Kyllburg, der Garten des Schlosses Malberg oder der Ortskern von Bitburg-Matzen. Mal für Wanderwege (Wanderweg in Weinsheim, Eifeltouren, Eifelsteig), für die Straße der Römer oder für Kultur (regionale Baukultur, Ausstellung zu Mathieu Molitor, Filmprojekt "40 Jahre Eifelkreis Bitburg-Prüm", Symposion Weißenseifen). Richtig viel Geld (170 000 Euro) hat die EU springen lassen, damit Jugendliche eine bessere Hilfe bei der Berufsorientierung bekommen. Auch die Verbesserung bestehender Strukturen lässt sich die EU was kosten: So gab es Projekte zur Entwicklung regionaler Wertschöpfungsketten oder eine Überprüfung der Tourismusorganisation in der VG Neuerburg.
"Leader-Projekte verlangen immer Innovation", sagt Helmut Berscheid von der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm. Daher seien sie ein Ansporn, immer neue Projekte zu entwickeln, die den Kreis voranbringen. Wenn der Kreistag heute zustimmt, muss das neue Konzept sich allerdings erst noch im Wettbewerb mit anderen Regionen durchsetzen, ehe ab 2014 frisches Geld in die Region fließen kann. kah
Extra

In seiner heutigen Sitzung wird der Kreistag Bitburg-Prüm darüber beraten, wie sich seine Schullandschaft in Zukunft weiterentwickeln soll. Ein Beschluss über die Gründung einer Stiftung für das Schloss Malberg, das Kreisstraßenbauprogramm für 2014/2015 und der Nachtragshaushalt für 2013 sind zudem wichtige Punkte auf der Tagesordnung. Das Leader-Projekt ist ein Förderprogramm der EU, das seit 1991 innovative Aktionen im ländlichen Raum unterstützt. Lokale Aktionsgruppen erarbeiten Entwicklungskonzepte. Seit 2008 hat der Eifelkreis zwei Millionen Euro EU-Fördergeld für seine 38 Leader-Projekte erhalten. Das Land hat diese Projekte mit weiteren 500 000 Euro finanziert. Durch diese Förderung wurden Investitionen von insgesamt fünf Millionen Euro ermöglicht. Weitere acht Projekte (640 000 Euro) sind im Bewilligungsverfahren. kah