Auf dem Weg zum neuen Hahnplatz

Auf dem Weg zum neuen Hahnplatz

Die Vorbereitung des Architektenwettbewerbs für den Prümer Hahnplatz geht in die entscheidende Phase: Nun müssen verbindlichen Vorgaben, die in die Ausschreibung einfließen sollen, vorbereitet werden. Heute Abend (17 Uhr, Konvikt) sind die Bürger eingeladen, ihre Ideen und Anregungen einzubringen.

Prüm. Der Architektenwettbewerb für den Hahnplatz nimmt immer konkretere Formen an. Klaus Zimmermann vom Bitburger Büro Isu hat im Prümer Stadtrat die Bedingungen erläutert, denen man sich für den Wettbewerb unterwirft. Denn das Land macht seine Förderung - rund 70 Prozent sind in Aussicht gestellt - des Projekts von einem solchen Vorgehen abhängig.
Das gefällt nicht jedem Ratsmitglied. Aber ohne das Land sind die taxierten Kosten von rund drei Millionen Euro für die Stadt nicht zu finanzieren.
"Wir bewegen uns ganz konkret auf den Wettbewerb zu", sagt Zimmermann. Angesichts der hohen Projektsumme komme man nicht um eine europaweite Ausschreibung herum. Allerdings gebe es auch dabei Möglichkeiten, die Zahl der Teilnehmer zu begrenzen. Beispielsweise durch eine verpflichtende Teilnahme an einem Kolloquium, bei dem vor Ort über die Bedingungen gesprochen wird. Dann kämen nur diejenigen, die wirklich ein konkretes Interesse haben.
Exakte Vorbereitung notwendig


Auf jeden Fall müsse man bei der Wettbewerbsvorbereitung sehr sauber arbeiten. "Wir dürfen uns da keine Verfahrensfehler erlauben", sagt Zimmermann. Sonst könnten Schadensersatzforderungen ins Haus stehen und das gesamte Ergebnis hinfällig sein. Daher arbeite man mit einem Büro aus Ingelheim zusammen, das regelmäßig solche Wettbewerbe vorbereite. Die Kosten werden sich voraussichtlich zwischen 80 000 und 100 000 Euro bewegen.
In den nächsten Wochen müssen die präzisen Rahmenbedingungen festgelegt werden, ehe sie in die Ausschreibung einfließen können. Also etwa der genaue Bereich, der überplant werden soll. Einige Eckpunkte stehen schon fest: So hat der Stadtrat beschlossen, dass für den Verkehr ein Kreisel entstehen soll. Davon will man auch nicht mehr abrücken, selbst wenn die Architektenkammer, mit der der Wettbewerb vorbereitet wird, von solchen Festlegungen nicht begeistert ist, wie Zimmermann berichtet. Dort plädiert man für viele Freiheiten, um kreative Ansätze nicht durch zu enge Schranken zu verhindern.
Auch die Bürger können und sollen ihre Ideen und Vorschläge für den Hahnplatz einbringen. Dazu lädt die Stadt am heutigen Donnerstag, 16. August, 17 Uhr, ins Konvikt ein. Die Ergebnisse werden gesammelt und in einer der nächsten Sitzungen im Stadtrat vorgestellt, der die endgültigen Rahmenbedingungen beschließen muss.
"Ich denke, wir sollten viel Wert auf die Eckpunkte legen", sagt CDU-Fraktionssprecher Horst Follmann. Das sei die einzige Einflussmöglichkeit, die man auf den Wettbewerb habe. Andererseits aber sollten die Leitplanken auch nicht zu eng sein, sonst erhalte man nur einen Einheitsbrei.
Zum Zeitplan: Nach derzeitigem Stand könne das Preisgericht voraussichtlich Anfang 2013 über die eingereichten Entwürfe beraten, sagt Zimmermann. Allerdings müsse auch klar sein, dass man dann mit dem Ergebnis leben müsse. Denn die Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW, siehe Extra) sehen vor, dass damit auch ein Auftragsversprechen einhergehe. Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy appelliert angesichts des bedeutenden Projekts an die Geschlossenheit des Rates, damit man es gemeinsam schultern könne. "Wir sollten zeigen, dass wir das auf den Weg bringen können."
Extra

Die vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung 2008 beschlossenen Richtlinien für Planungswettbewerbe sehen vor, dass es eine klare und eindeutige Aufgabenstellung geben muss. Außerdem regeln sie die Besetzung des Preisgerichts, das über die Entwürfe entscheidet. Es muss aus einer ungeraden Anzahl von Mitgliedern bestehen und sich aus Experten (Fachpreisrichtern) und von der Stadt benannten Juroren (Sachpreisrichtern) zusammensetzen, wobei die Experten die Mehrheit bilden müssen. Die Jury benennt mehrere Siegerentwürfe, von denen einer umgesetzt werden muss. Die Höhe der Preisgelder muss sich an der Größe des Projekts und der geforderten Leistung orientieren. ch

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