Auf den Spuren des Jakobus durch die Eifel

Auf den Spuren des Jakobus durch die Eifel

An vielen Orten der Eifel findet man mittlerweile jenes moderne Symbol einer Jakobsmuschel, das als Wanderzeichen des Jakobsweges dient. Doch wer war dieser Jakob, dem ein Weg gewidmet ist, und was hat er mit einer Muschel zu tun?

Bitburg/Daun/Prüm. Ein Stein in der Prümer Kalvarienbergstraße zeigt sie, ebenso einer an der Kirche St. Markus in Wittlich und einer an der Wallfahrtskirche in Klausen: die Jakobsmuschel. Sie markiert Jakobswege, also Routen, die ins spanische Santiago de Compostela führen. Die Pilger, die sich auf diesen Weg machen, begeben sich auf die Spuren des heiligen Jakobus (des Älteren), dessen Festtag im katholischen Ritus am 25. Juli begangen wird.
Er war einer der Apostel Jesu und wurde der Überlieferung nach im Jahr 44 nach Christus enthauptet. Im neunten Jahrhundert wurde sein Grab im spanischen Santiago de Compostela entdeckt. Anfangs wurde eine Kapelle darüber erbaut, aus der dann die heutige Kathedrale entstand. Schnell entwickelte sich jener Jakobus zum spanischen Nationalheiligen und Patron für Pilger, Apotheker und Drogisten. Aber auch für die Landwirte, war er doch zuständig für das Gedeihen der Äpfel und Feldfrüchte.
Seit dem Mittelalter ist sein Grab ein Ziel christlicher Pilger. Deren Wunsch ist es, zu einer Stätte zu pilgern, die durch ein Apostelgrab geheiligt ist.
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Die Wanderstrecken, die - unter anderem durch die Eifel (siehe Extra) - aus ganz Europa zu diesem spanischen Wallfahrtsort führen, werden als Jakobswege bezeichnet, wobei sich dieses Wegegeflecht in Nordspanien zur großen Pilgerstraße Camino de Santiago vereinigt.
Dieser Wanderweg wurde 1993 in das UNESCO-Welterbe aufgenommen und wurde durch Harpe Kerkelings Wanderbericht über seine Pilgerreise ("Ich bin dann mal weg") weiter bekannt. Als Beweis, dass man das Pilgerziel erreicht hatte, erhalten Pilger üblicherweise ein Andenken. Für Rom ist es ein Petersschlüssel, für Jerusalem ein Palmzweig und für Santiago die Jakobsmuschel (siehe Extra).
Im Mittelalter benutzten die Pilger die Jakobsmuschel zum Wasserschöpfen. Bis heute gilt es als beliebter Brauch, von dem Grab des Heiligen in Santiago aus noch 60 Kilometer weiter bis an den äußersten westlichen Rand der Erde nach Cap Finisterre (finis terrae = Ende der Welt) zu wandern, um dort am Meer eine echte Jakobsmuschel zu sammeln. Sie wird dann als geweihtes Pilgerzeichen und Erinnerungszeichen am Hut, am Gürtel oder Pilgermantel getragen. Die Muschel steht aber auch für die Armut der Pilger und deren Absage an die Dinge dieser Welt. Das Aussehen dieser Muschelart gleicht den Fingern einer Hand und soll so die guten Taten der Träger symbolisieren.
Für den Pilger ist sie mehr als ein Souvenir, sie ist ihm sichtbares Zeichen der hohen Verehrung eines beliebten Volksheiligen. Besonders für den mittelalterlichen Menschen hatte sie magische Wirkung, konnte Kranke heilen und all denen Glück bringen, die sie in Santiago erworben hatten.
Erntebräuche und Sprüche


Um den Jakobitag im Juli ranken sich auch in der Eifel viele Bräuche. Die Erntearbeit beginnt. Die ersten Kartoffeln hießen darum Jakobskrumpern. Auch das Wetter an diesem Tag wird aufmerksam betrachtet: "Ist\'s um Jakobi heiß und trocken, kann der Bauersmann frohlocken" oder "Ist Jakobi klar und rein, wird das Christfest frostig sein." Die Bauern brachten die ersten reifen Äpfel zur Segnung. Häufig damit verbunden war ein Markttag. Händler priesen ihre Waren an, und wer dies an diesem Tag recht günstig tat, den lobte man als "billigen Jakob".
Weil auch die Getreideernte begann, stärkte man sich zu Beginn mit einem Jakobsbier, damit man beim Mähen nicht "in den Halmen stecken blieb".
Und in Köln und Düsseldorf wird der Kellner bis heute noch "Köbes" gerufen, auch wenn einem der Zusammenhang mit dem heiligen Jakobus nicht bewusst ist.Es gibt zwei Hauptwege von Köln oder Bonn nach Santiago de Compostela: einen über Aachen, Paris, Tours und die Pyrenäen sowie einen weiteren, der über Trier und von dort weiter nach Metz und das Massive Central in Frankreich führt. Dabei gibt es die Möglichkeit, entlang des Rheins und der Mosel zu pilgern oder auf kürzerer Route quer durch die Eifel. Über 280 Kilometer führt der Weg von Köln oder Bonn durch Eifel, das Sauertal über Trier nach Perl oder Schengen in Luxemburg. Mögliche Strecken durch die Eifel: 1. Etappe: Köln/Brühl oder Bonn/Rheinbach; 2. Brühl/Euskirchen oder Rheinbach/Bad Münstereifel; 3. Euskirchen/Bad Münstereifel; 4. Bad Münstereifel/Blankenheim; 5. Blankenheim/Kronenburg; 6. Kronenburg/Prüm; 7. Prüm/Waxweiler; 8. Waxweiler/Mettendorf; 9. Mettendorf/Echternach; 10. Echternach/Trier; 11. Trier/Merzkirchen; 12. Merzkirchen/Schengen. Zudem gibt es die Möglichkeit, von Andernach am Rhein den Eifel-Camino über Mayen, Monreal, Bausendorf, Wittlich und Klausen nach Trier zu pilgern. Info: www.eifelcamino.de: www.jakobus-info.de; www.mosel-camino.deDie Tradition der Jakobsmuschel fußt auf einer Legende. Ihr zufolge nach stand ein Reiter am Hafen. Als das Schiff, das den heiligen Jakobus nach Spanien brachte, anlegte, soll ein wundersamer heller Schein von dem Apostel ausgegangen sein. Davon irritiert soll das Pferd gescheut haben und der Ritter ins Meer gefallen sein. Im letzten Augenblick, so die Legende, wurde er vor dem Ertrinken gerettet. Als er an Land gebracht wurde, sahen alle voller Staunen, dass sein Körper gänzlich mit Jakobsmuscheln bedeckt war. avi