Auf der Suche nach den Krachmachern in der Eifel

Kostenpflichtiger Inhalt: Täglicher Fluglärm in Bitburg : Auf der Suche nach den Krachmachern in der Eifel

Seit Dienstag dürfen wieder Jets von der Air Base Spangdahlem starten. Doch schon zuvor war Fluglärm in Bitburg zu hören gewesen? Wer also fliegt da?

Es rauscht derzeit über Bitburg. Seit Ende vergangener Woche donnern tagsüber alle fünfzehn bis zwanzig Minuten Flugzeuge durch die Luft. Passanten legen die Köpfe ins Genick. Doch durch die Wolkendecke sind die Maschinen kaum zu erkennen. Schwer zu sagen, also, ob da Transporter oder Jets durch den Himmel brausen. Daran, dass es militärische Maschinen sind, dürfte, allein angesichts der Lautstärke, allerdings kaum Zweifel bestehen.

Der verstärkte Flugbetrieb über Bitburg verwundert, angesichts der Katastrophe vom achten Oktober. An diesem Tag ist nahe des Zemmerer Ortsteil Rodt (Kreis Trier-Saarburg) ein F-16-Kampfjet der Air Base Spangdahlem abgestürzt. Bei einem Übungsflug war die Maschine aus bisher ungeklärter Ursache in einem Waldstück zerschellt. Der Pilot konnte sich bereits nahe Dodenburg (Kreis Bernkastel-Wittlich) per Schleudersitz retten. Das Flugzeug aber flog die verbliebenen Kilometer noch führerlos weiter.

Nach dem Vorfall kündigte der Flugplatz Spangdahlem ein Startverbot für das 52. Jagdgeschwader an. Eine Übung mit Sirenen und Lautsprecherdurchsagen wurde abgesagt. Doch Fluglärm war in den Tagen seit dem Absturz trotzdem zu hören – vor allem, so scheint es, über der Kreisstadt, wo seit der Schließung der Air Base Bitburg nur selten ein Jet zu hören war. Wie kann das sein? Wir fragen beim Flugplatz Spangdahlem nach. Die Antwort: Am Dienstag hätten die Piloten den Übungsbetrieb wieder aufgenommen. Das Kreischen und Dröhnen der Maschinen war aber schon Tage zuvor zu hören gewesen.

Die Pressesprecherin erklärt aber: Ende der vergangenen Woche habe es keine Flüge mit F-16-Jets gegeben, wohl aber Landungen und Starts von Transportflugzeugen. Sie sind Teil einer Mission, die es seit 2005 in Spangdahlem gibt. Es könne also sein, dass die Bitburger Bürger diese Maschinen gehört haben.

Weiterhin habe es Freitag zwischen 13.30 und 16.30 Uhr Routineflüge von sogenannten AWACs-E-3-Modellen gegeben, heißt es von der Pressestelle. Diese Aufklärungsflugzeuge sind im Fliegerhorst Geilenkirchen, Nordrhein-Westfalen, stationiert. Sie seien aber in Spangdahlem weder gestartet, noch gelandet.

Geflogen wird über dem Eifelkreis übrigens immer. Und die Jets des 52. Jagdgeschwaders sind bei Weitem nicht die einzigen, die rund um Bitburg und Prüm Kondensstreifen hinterlassen. Auch jede Menge ziviler Luftverkehr, sowie Maschinen vom Fliegerhorst Büchel, sind in der Gegend unterwegs. Zwischen 500 und 1100 Flugbewegungen zählt die Deutsche Flugsicherung täglich in der Eifel. Die meisten davon: zivil. Nach Informationen der VG Speicher heben vom US-Stützpunkt Speicher derzeit täglich im Schnitt 22 bis 24 Jets ab.

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