Auf die Lage kommt es an

BITBURG. Zwar gibt es auf dem Gelände der ehemaligen US-Air-Base Bitburg noch viele ungenutzte Flächen. Doch manchmal dauert es lange, ehe ein Betrieb so viel Platz bekommt wie benötigt.

Wie schwierig es für Gewerbetreibende ist, den richtigen Platz auf dem so riesig scheinenden Gelände der ehemaligen US-Air-Base Bitburg zu finden, zeigen zwei aktuelle Beispiele. Schon mehr als einmal an einen Umzug nach Trier hat die Geschäftsleitung der PSA GmbH gedacht. Der Sondermaschinenbauer ist im Bereich der Konfektionierung von Verpackungsmaterial weltweit tätig und residiert in Sichtweite der Landebahn. Die PSA hat in den vergangenen Jahren nahezu jährlich an Umsatz und Mitarbeiterzahl zugelegt. Rund 50 Beschäftigte hat der vor zehn Jahren gegründete Betrieb heute. Aufträge können nicht angenommen werden

Längst ist das ursprüngliche Firmengelände zu klein. "Wir würden gerne weitere Grundstücke und Hallen dazukaufen", sagt Geschäftsführer Ludwig Diederichs. Aber dieser Wunsch wurde der PSA bisher nie erfüllt. Grund dafür sind vor allem Pläne, in Bitburg einen Industrie-Flugplatz zu etablieren. Kommt diese Nutzung, werden Flächen für flugaffine Betriebe in unmittelbarer Nähe zur Landebahn benötigt. Und das sind zum Teil die Flächen, auf denen Diederichs mit seinem Betrieb produzieren will. Eine dringend benötigte Halle darf die PSA bisher nur mieten. In der Halle wurde ein Betriebsteil untergebracht, der auch personell aufgestockt wurde. Dazu wurden das für militärische Zwecke errichtete Gebäude auf Vordermann gebracht und ein tonnenschweres Fundament für eine Bearbeitungsmaschine eingebaut. "Wir haben rund eine Millionen Euro in die Flächen und Gebäude investiert, die uns noch nicht einmal gehören", sagt der Geschäftsführer. Durch die Investition wurden direkt und indirekt neun neue Arbeitsplätze geschaffen. Der seit einigen Monaten zusätzlich genutzte Platz reicht aber immer noch nicht. "Unsere Auftragsbücher sind voll", sagt Diederichs. Weitere Aufträge können guten Gewissens für die kommenden Monate nicht angenommen werden. Zudem würden Kunden gern Maschinen von den Eifelern kaufen, die derzeit nicht in Bitburg gebaut werden können. Der Platz in den Hallen reicht dafür einfach nicht. Mehr als nur im stillen Kämmerlein über den Umzug nach Trier denken die Verantwortlichen der GmbH nach, weil die PSA einen Betrieb an der Mosel übernehmen will. "Dort hätten wir genug Platz, um Betriebsgebäude zu errichten", sagt Ludwig Diederichs. Doch vielleicht muss die PSA nicht gen Mosel ziehen. Derzeit laufen Gespräche mit Zweckverband und Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Gemeinsam soll eine zeitnahe Lösung her, damit die Sondermaschinenbauer doch noch zu ihrem Platz kommen. Eine neue Wirkungsstätte gefunden hat derweil Guntram Bisenius. Anfang Januar war er mit seinem Fuhrunternehmen innerhalb der Air-Base umgezogen. "Das war eine gute Entscheidung", sagt er rückblickend. Lange Zeit war das Unternehmen im so genannten B-Bereich in der Nähe des Towers zu Hause. Dort gibt es zwar teilweise kein fließend Wasser, und das Gelände dient auch als Rallye-Strecke. Doch die Miete war billig und das Platzangebot ausreichend. Die 23 Hektar des Bereichs sollen nun nach Plänen des Zweckverbands Flugplatz Bitburg weiterentwickelt werden. Das bedeutet unter anderem, dass die alten Flugzeug-Shelter abgerissen werden sollen. "Wenn alles nach Plan geht, wollen wir in diesem Jahr die ersten sechs Shelter abreißen", sagt Helmut Berscheid vom Zweckverband. Dieser Abriss lässt Guntram Bisenius kalt. Sein Betrieb befindet sich nun im vorderen Bereich des Flugplatzes nahe der B 51.