Auf eigenen Füßen

NEUERBURG. Das St. Josef-Krankenhaus Neuerburg wird künftig möglicherweise unter dem Dach einer neuen Gesellschaft geführt. Als deren Geschäftsführerin ist Vera Bers vorgesehen.

Als Trägerin der Südeifel-Kliniken in Bitburg und Neuerburg kündigte die Marienhaus GmbH im Oktober 2004 das Aus für das Neuerburger Krankenhaus in seiner bisherigen Form an. Nach dem ersten Schock setzten sich viele Bürger und Politiker für den Erhalt des Krankenhauses ein. Seit Anfang 2005 vertritt Vera Bers vor Ort in Neuerburg die Interessen des St. Josef-Krankenhauses und der Marienhaus GmbH. Noch kein Vertrag unterzeichnet

Zuletzt war es allerdings verdächtig ruhig um das brisante Thema "Umstrukturierung der Einrichtung" geworden. Gerüchten, der Fortbestand des Krankenhauses sei bereits gesichert, trat Bers entschieden entgegen. Gleichwohl machte sie eine positive Grundtendenz in den Verhandlungen aus (TV vom 3. September). Im Gespräch mit unserer Zeitung legt die 34-jährige Juristin nach: "Dass die Bürger, der Förderverein und die Stadt ganz klar hinter dem Krankenhaus stehen, hat mir die Arbeit erleichtert und überhaupt erst ermöglicht. Wir setzen unsere Bemühungen fort." Bei den Verhandlungen geht es um den Erhalt der Chirurgie als Belegabteilung, um die innere Abteilung, Betten für Kurzzeitpflege sowie eine Fachklinik für neurologische Langzeit-Rehabilitation mit Intensiv-Abteilung. Das gesamte Haus könnte künftig als gemeinnützige GmbH geführt werden, mit der Marienhaus GmbH als Mehrheitsgesellschafterin und der Cura Med GmbH als weiterer Gesellschafterin. Noch 2005 soll die Gesellschaft gegründet werden, mit Vera Bers als Geschäftsführerin. "Die Marienhaus GmbH möchte den Versorgungsauftrag in dem strukturschwachen Gebiet erfüllen und ist deshalb bestrebt, diesem Auftrag mit einem neuen Konzept Rechnung zu tragen", sagt Bers. Albert Borrelbach, Vorsitzender des Krankenhaus-Fördervereins, lobte Bers in einer Vorstandssitzung als sympathische Gesprächspartnerin, der Neuerburg am Herzen liege. Im Förderverein bekam sie die Mitgliedsnummer 351. "Ich freue mich, dass ich so gut aufgenommen wurde", gab Bers das Kompliment zurück. Eine völlig neue Konzeption sei nötig, um den Klinikbetrieb wirtschaftlich auskömmlich führen zu können. Das erfordere viel Arbeit, zumal "noch kein einziger wichtiger Vertrag" - unter anderem mit Kranken- und Pflegekassen - geschlossen sei."Sie kennt das Haus am besten"

In Krankenhaus-Oberin Schwester Maria Adeltraud Caspers sieht Bers inzwischen auch eine Freundin: "Sie kennt das Haus am besten und kann mir die Zusammenhänge erklären." Schwester Adeltraud kündigte an, wie bisher auch weiterhin für den Erhalt des Krankenhauses zu kämpfen. Stadtbürgermeister Willi Hermes dankte Bers mit einem Eifelbuch für die bisher "hervorragende und vertrauensvolle Zusammenarbeit". Mit dem Krankenhaus befasst sich der Neuerburger Stadtrat in seiner Sitzung am heutigen Donnerstag um 19 Uhr in der Stadthalle. Außerdem geht es um den Ausbau der L 4, die Sanierung des Kindergartens und die Einrichtung eines mobilen Bürger-Service-Büros. Liebe Leser, was halten Sie von der Entwicklung in Neuerburg? Glauben Sie, dass das Krankenhaus - in neuer Form - fortbestehen wird? Warum wäre das wichtig für die Region? Mailen Sie uns Ihre Meinung an die Adresse eifel-echo@volksfreund.de. Die Länge ihres Textes darf 30 Zeilen à 30 Anschläge nicht überschreiten.