Auf Hintermänner warten mehr als sechs Jahre Knast

Kriminalität : Trierer Landgericht: Sechs Jahre Knast für Drogenbosse

Fünf Männer haben im großen Stil Drogen über die belgische Grenze geschmuggelt. Dafür hat das Landgericht Trier sie jetzt zu jahrelangen Haftstrafen verurteilt.

Kaum ein Monat vergeht ohne Drogenfunde auf der Autobahn 60. Meistens sind die Autofahrer, die die Bundespolizei an der Anschlussstelle Bleialf anhält, mit kleinen Mengen Stoff unterwegs. Haben in den nahen Niederlanden vielleicht ein wenig Gras gekauft. Dieser Fall ist aber anders. Diesmal ging den Beamten an der belgischen Grenze eine Verbrecherbande ins Netz.

Seit dem Sommer 2015 haben fünf Männer aus dem Saarland Drogen über die belgische Grenze geschleust. Kiloweise kauften sie den Stoff bei einem Dealer in den Niederlanden und transportierten ihn durch die Eifel nach Sulzbach bei Saarbrücken. Dort brachten sie Marihuana, Ecstasy und vor allem Amphetamine unter die Leute. Im Frühjahr geschnappt, mussten sich die Männer am Mittwoch vor dem Landgericht verantworten. Bis dahin hatten sie an den Betäubungsmitteln nicht schlecht verdient.

Drogen und Gewinn: Wer sich Amphetamine durch die Nase zieht, fühlt sich aufgeputscht, euphorisch. Es ist ein Gefühl, für das Kunden gerne zahlen. Auch wenn die Preise für die Droge nicht mehr so sind wie Anfang der Neunziger, lässt sich damit gutes Geld verdienen. Zehn bis 20 Euro kostet das Gramm „Pepp“, wie der Stoff in Umgangssprache heißt.

Wenn die Angeklagten die Reise durch die Eifel unternahmen, hatten sie meist rund zehn Kilogramm im Gepäck, also Rauschgift im Wert von  etwa 100 000 Euro. Die Staatsanwaltschaft Trier nennt diese Tat in der Anklageschrift: „die Einfuhr und den Handel mit Betäubungsmittel in nicht geringer Menge“.

Zum ersten Mal machten sich die Kuriere mit dieser Fracht im Sommer 2015 auf den Weg. Im darauffolgenden Herbst fuhren sie nochmal. 2016 schleusten sie insgesamt 30 Kilo Amphetamine und zwei Kilo Marihuana von Belgien nach Sulzbach. 2017 kamen weitere 30 Kilogramm und 1,8 Kilogramm der Partypille Ecstasy hinzu.

Die Angeklagten: An diesem Geschäft waren mindestens fünf Männer in unterschiedlicher Weise beteiligt. Es gab offenbar zwei Hintermänner, die das Geld für den Ankauf der Drogen bereitstellten und drei Kuriere, die von ihnen beauftragt wurden, den Stoff in den Niederlanden zu besorgen und ins Saarland zu transportieren.

Alle Angeklagten haben die deutsche Staatsangehörigkeit und stammen aus dem Regionalverband Saarbrücken. Bis auf einen der fünf, sind alle vorbestraft. Und das hat sich auch auf die Richtersprüche ausgewirkt.

Das Urteil: Weil den Beschuldigten im Drogenhandel verschiedene Funktionen zukamen, unterscheiden sich auch die Urteile stark voneinander. Vergleichsweise glimpflich mit Bewährungsstrafen von zwei bis eineinhalb Jahren kamen zwei der Drogenkuriere davon. Ein weiterer Drogenbote, der offenbar auch auf eigene Faust agierte, wurde zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten verurteilt. Allerdings spielte dabei eine Verurteilung in anderer Sache eine Rolle. Aus beiden Strafen wurde eine sogenannte „Gesamtfreiheitsstrafe“ gebildet.

Die beiden Hintermänner und Geldgeber traf es noch härter. Beide müssen für sechs Jahre und sechs  Monate ins Gefängnis und zuvor noch zum Entzug in eine Klinik. Außerdem werden von ihren Konten die Gewinne aus dem Drogengeschäft eingezogen. Dort sollen jeweils rund 93 275 Euro Drogengeld lagern.

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