Auf Irrwegen durch den Eifeler Knöterich

Natur : Auf Irrwegen durch den Eifeler Knöterich

Auf einem Feld bei Biersdorf gibt es seit einigen Monaten ein Naturlabyrinth. Ist das Angebot einen Ausflug wert? Ein Feldversuch liefert die Antwort. Eine andere bleibt dafür vorerst unbeantwortet.

Aha, das ist also das Naturlabyrinth, denke ich, als ich vor dem Eingang stehe. Davon gehört habe ich ja schon. Mehr aber auch nicht. 2,50 Euro kostet das Vergnügen. Na gut. Ich schmeiße die Münzen in die am Eingang befestigte Kasse und schreite in das Feld.

Da ich nicht vorhabe, mich unnötig blöd anzustellen, beschließe ich, mich immer links zu halten. Meine Erwartungshaltung an das Feld, dessen Knöterichgewächs mir stellenweise noch nicht einmal bis zur Brust reicht, ist nicht besonders hoch. Hier sollte ich mich doch zurechtfinden.

Ich gehe also immer links, erkunde das Gelände im Uhrzeigersinn und komme nach exakt 14 Minuten am Ziel an. Start und Ziel sind identisch. Das habe ich beim Betreten des Felds irgendwo gelesen.

Der Weg führt durch ein riesiges Feld mit Knöterich. Foto: Uwe Hentschel

Ansonsten aber habe ich mich mit den auf einer Hinweistafel festgehaltenen Regeln und Begleiterscheinungen des Labyrinths nicht näher befasst. Vom Betreten auf eigene Gefahr, festem Schuhwerk und Hunden an der Leine war dort die Rede. Irgendwo dort zwischen den Zeilen muss ich beim Lesen ausgestiegen sein…

Ich befasse mich also ein zweites Mal mit dem Schild. Dieses Mal intensiver. Und so erfahre ich, dass es zu dem Labyrinth auch noch ein Spiel gibt. Unterhalb der Kasse steht eine flache Deckelkiste. Und darin sind Zettel mit fünf Fragen. Die Antworten, so die Anleitung, finde ich auf Schildern im Labyrinth.

Und so sieht das Labyrinth bei Biersdorf von oben aus. Foto: tv/Turide GmbH

Zwei dieser Schilder habe ich bereits bei meiner ersten Runde irritiert wahrgenommen. Auf dem einen stand der Name des Hügels, auf dem ich mich befinde und auf dem anderen die Größe des Labyrinths. Viel Zeit habe ich nicht mehr, aber das dürfte ja kein Problem sein. Also wieder rein ins Gelände und die übrigen drei Schilder suchen.

Bereits nach zehn Minuten stoße ich auf Schild Nummer drei. Ab da wird die Sucherei zäh. Manchmal führt der Weg in eine Sackgasse, ein anderes Mal irre ich im Kreis. Irgendwann, eher zufällig, sehe ich dann das vierte Schild. Jetzt fehlt mir nur noch eine Antwort. Und zwar die auf die Frage, in welcher Höhe sich das Labyrinth befindet. Viel Zeit bleibt nicht mehr. Höchstens noch 20 Minuten. Dann muss ich weiter.

Den Versuch, mich systematisch durch den Bereich vorzuarbeiten, in dem ich die Antwort vermute, gebe ich irgendwann auf. Fast eine Stunde nachdem ich das Labyrinth zum ersten Mal betreten habe, entscheide ich mich dazu, es bei der Antwort auf eine grobe Schätzung hinauslaufen zu lassen.

Irgendwo zwischen 300 und 400 Metern über dem Meeresspiegel wird sich das Labyrinth schon befinden. Vielleicht hat das Schild ja auch jemand entfernt?

Letzteres wäre natürlich die beste Lösung. Denn dann müsste ich mir nicht eingestehen, dass ich mich vielleicht doch blöder angestellt habe als geplant. Wenn ich nochmal am Labyrinth vorbeikomme und etwas mehr Zeit habe, gehe ich die Sache anders an. Wie, das weiß ich noch nicht genau. Auf jeden Fall gezielter. Vielleicht erst mal mit einer Runde gegen den Uhrzeigersinn. Und ansonsten gilt: Der Weg ist das Ziel. Hier auf jeden Fall.

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