Auf keinen Fall Wasser
Fast jeden Tag muss derzeit irgendwo eine Wehr im Kreis Euskirchen ausrücken, um einen Kaminbrand zu löschen. "Schuld daran sind die kalte Jahreszeit und die damit verbundene, verstärkte Befeuerung der Öfen oder Heizungen", sagt Schornsteinfegermeister Thorsten Kehren aus Schleiden.
Schleiden/Euskirchen. "Allein im Stadtgebiet von Schleiden ist es in den letzten Tagen zu vier Kaminbränden gekommen", bestätigte Stadtbrandinspektor Karl-Georg Hardy.Ein brennender Kamin ist für die Feuerwehr nicht mit ihrem normalen Löschmittel, dem Wasser, zu bekämpfen. Dies wäre extrem gefährlich, würde doch schlagartig eine enorme Menge an Wasserdampf produziert. Der Kamin würde dem entstehenden hohen Druck nicht standhalten."Am sinnvollsten ist es, ihn kontrolliert ausbrennen zu lassen", erklärte der stellvertretende Zugführer von Dreiborn-Herhahn, Franz-Josef Esch. Dabei müssen die Wehrmänner aber die Temperatur des Kamins und der angrenzenden Gebäudeteile im Auge halten, da bei einer zu großen Hitze das Gebäude gefährdet würde. Akute Verstopfungen im Kamin werden durch Herablassen einer Kugel und eines Reinigungsgeräts beseitigt.Auch die Schornsteinfeger selbst setzen als letztes Mittel manchmal das kontrollierte Ausbrennen ein, wenn eine Verunreinigung mit normalem Kehren nicht mehr zu beseitigen ist. In jedem Fall eines Kaminbrands wird der Bezirksschornsteinfegermeister alarmiert, da der Zustand des Kamins nach einem Brand begutachtet werden muss. Die Gefahr eines Kaminbrands kann nur durch regelmäßiges Kehren verhindert werden. Trotzdem kann sich Ruß im Kamin festsetzen, gerade auch dann, wenn das verfeuerte Material noch nicht richtig trocken ist oder bei kleinster Flamme verbrannt wird. Die Feuerwehr warnt massiv davor, Müll oder Kunststoffe zu verbrennen. Dabei entstehen nicht nur giftige Gase und Rückstände; Reste dieses "Brandgutes" können an der Kaminwand haften bleiben und später brennen. Beim Verfeuern von Holz muss dieses vorher mindestens zwei Jahre trocken gelagert worden sein.