Auf nackten Sohlen durch den Schneifelwald

Sellerich · Mit einem Barfußpfad ergänzt der Verkehrsverein Schwarzer Mann das touristische Angebot beim Kneippbecken im Schneifelwald in der Gemarkung "Im Wolkert". Besucher sollen die Natur dort hautnah erleben können.

 Sechs Felder mit unterschiedlichem Untergrund wie Kies oder Waldboden fordern den Tastsinn beim Barfußlaufen heraus. TV-Foto: Frank Auffenberg

Sechs Felder mit unterschiedlichem Untergrund wie Kies oder Waldboden fordern den Tastsinn beim Barfußlaufen heraus. TV-Foto: Frank Auffenberg

Sellerich. Ungewohnt kühl kitzelt der feuchte Waldboden unter den Füßen. Die Erde scheint bei jedem Schritt zu vibrieren - barfuß durch den Wald zu laufen, ist ein reizvolles Erlebnis. Eine Erfahrung, die Erwachsene mitunter überrascht, finden sie doch im Alltag kaum Gelegenheit, ihre Welt mit dem doch eigentlich sehr gut ausgeprägten Tastsinn ihrer Füße zu entdecken. So reizvoll es auch scheint, nur wenige Wanderer werden experimentierfreudig genug sein, um auf freier Strecke ihre Schuhe abzustreifen. Wer trotzdem mal die Natur mit tatsächlich allen Tastsinnen erfahren will, kommt jetzt in Sellerich auf seine Kosten. Vor wenigen Tagen wurde gleich neben dem Kneippbecken in Nähe der Grillhütte die neuste Attraktion des Verkehrsvereins Schwarzer Mann eingeweiht - ein Barfußpfad.
Über einen kleinen Holzsteg führt der Weg die Barfußläufer in einen Hain mit sechs Erlebnisfeldern. Sie sind gefüllt mit verschiedenen Kiessorten, Lavasteinen, Mulchboden, Sand und Waldboden. Der weiche Waldweg zwischen den Stationen allein ist bereits ein Erlebnis.
"Ich habe ähnliche Barfußpfade auf Reisen kennengelernt und hatte die Idee, dass so was doch ein schönes Angebot sein könnte", sagt der ehemalige Geschäftsführer des Verkehrsvereins, Manfred Sohns. Im Januar stellte er seine Idee im Ortsgemeinderat vor und konnte die Ratsmitglieder überzeugen. Ein Ort war schnell neben der Liegewiese am Kneippbecken gefunden. "Die Idee war gut. Ich denke, dass das Angebot gut angenommen wird", sagt der Ortsbürgermeister, Robert Trierweiler. Etwa 1500 Euro habe die Gemeinde fürs Material ausgegeben. "Relativ wenig, wenn man Leute findet, die bereit sind, soe twas in Eigenleistung zu bauen - wie hier die Mitglieder des Verkehrsvereins, lässt sich ein Projekt günstig und schnell realisieren", sagt Trierweiler.
Im Sommer machte sich ein Team von Ehrenamtlern unter Leitung des amtierenden Geschäftsführers Johannes Geschwind an die Arbeit. "Wir brauchten etwas mehr als eine Woche, um die Fläche umzugestalten. Die Felder mussten eingefasst, kleine Wege freigemacht werden. Jetzt wechselt sich offener Waldboden mit den Barfußfeldern ab", sagt der Ideengeber Sohns. Bei einem kleinen Abschlussfest nach dem Ende der Arbeiten sei die neue Anlage für Einheimische und Gäste als kleine, aber feine "Wellnessoase" in der Schneifel in Betrieb genommen worden.
Seit etwa vier Wochen sei der Barfußpfad benutzbar. "Gerade rechtzeitig in den Ferien kamen gleich einige Besucher vorbei. Mir wurde mehrfach berichtet, dass der Pfad als wohltuendes Wellnessangebot betrachtet wird", sagt Sohns.
Die Lage neben dem Wasserbecken sei optimal, das Kombinieren von Wassertreten und Barfußlaufen habe einen gesundheitsfördernden Aspekt und führe zu einem allgemeinen Wohlbefinden.
Um das Angebot so schnell wie möglich bekannt zu machen, sei fix ein Werbeblatt entworfen worden, das nun in der Tourist-Information Prüm ausliegt. "In den kommenden Wochen sollen noch Wegweiser aufgestellt werden, damit der Barfußpfad auch leicht zu finden ist." aff

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