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Auf Umwegen über Eisenach nach Eisenach - Brasilianer reisen auf den Spuren ihrer Vorfahren bis in die Eifel

Auf Umwegen über Eisenach nach Eisenach - Brasilianer reisen auf den Spuren ihrer Vorfahren bis in die Eifel

Eisenach ist nicht gleich Eisenach. Das merkte auch die Familie Krintges aus Brasilien, die auf der Suche nach ihren Eifeler Vorfahren zunächst in Thüringen gelandet ist. Ein Anruf und 386 Kilometer später sind die Krintges richtig.

Eisenach. Spontaner Besuch bei Heimatforscher Werner Weber in Eisenach: Sechs Mitglieder der Familie Krintges aus Brasilien wollten während einer Deutschlandreise auch die Heimat ihrer Familie kennenlernen. Ihre Vorfahren waren am 8. Mai 1856 gemeinsam mit 20 Eisenachern und fünf Gilzemern mit dem Schiff von Hamburg aus nach Brasilien ausgewandert. Doch Eisenach in der Eifel erreichten sie erst über Umwege.
"Wir stehen hier vor dem Lutherhaus und können Ihr Haus nicht finden", tönte es bei Werner Weber aus Eisenach aus dem Telefon. Der Heimatforscher hält zu vielen Nachfahren in Brasilien Kontakt. Er brachte die Krintges dann auf die richtige Spur: Das Lutherhaus steht im thüringischen Eisenach - genau 386 Kilometer entfernt. So machten sich die Brasilianer dann am nächsten Tag gemeinsam mit ihren Bekannten aus dem Hunsrück auf den Weg in die Eifel.
"Beim Anblick des Hauses, das ihre Vorfahren vor sechs Generationen verlassen hatten, waren sie ganz gerührt", erzählt Weber. Das galt besonders für Silverio Krintges (im Bild der Zweite von links), der heute Bürgermeister von Vale Real ist. Ein Besuch in der Kirche mit dem alten Taufbecken, über dem schon ihre Vorfahren getauft worden waren, stand ebenfalls auf dem Programm. Eine kräftige Stärkung im Hause Weber mit viel Zeit zum "Maijen" ("Erzählen") auf Eifeler Platt, das die Nachkommen der Auswanderer noch heute beherrschen, rundete die Begegnung mit den Gästen ab. wiw