Aufbruch zu neuen Höhen

ECHTERNACHERBRÜCK. Um mit ihrem Campingplatz konkurrenzfähig zu bleiben, will die Ortsgemeinde Echternacherbrück ein neues Empfangsgebäude bauen. Auch Teile des Freibads sollen saniert werden.

Der Grenzort Echternacherbrück an der Sauer (563 Einwohner, Verbandsgemeinde Irrel) ist vom Tourismus geprägt. "Wegen der reizvollen Umgebung und der Anbindung nach Luxemburg und Trier entscheiden sich viele Urlauber für uns", erklärt Erwin Thiex im Gespräch mit dem TV. Als Mitarbeiter der Gemeinde überwacht Thiex Badebetrieb und Camping. Auf sechs Hektar Fläche gibt es 519 Stellplätze und rund 100 000 Übernachtungen pro Jahr. Vom Campingplatz aus können die Gäste praktisch alles zu Fuß erledigen - beiderseits der Grenze. Bei der Vermarktung wird die Internet-Seite immer wichtiger. Damit die Urlauber weiterhin nach Echternacherbrück strömen, sieht der Wirtschaftsplan 2005 des Regiebetriebs Camping/Freibad drei Großprojekte vor."Erbärmlicher Zustand"

"Die Gäste bringen eine enorme Wirtschaftskraft in die Region. Deshalb wollen wir sie möglichst lange binden", sagte Ortsbürgermeister Karl-Heinz Wirtz (CDU) im Gemeinderat. Bisher werden die Urlauber bei der Ankunft aber eher abgeschreckt. Bei der alten Mini-Rezeption müssen sie im Freien stehen. Die Zufahrt ist so eng, dass größere Wohnmobile nicht auf den Platz können. Die Toilettenanlage daneben stammt aus dem Jahr 1957. "Gerade am Eingang zum Platz herrscht bisher ein erbärmlicher Zustand", sagte Wirtz. Es bestehe Handlungsdruck. "In den Campingführern ist die höchste Bewertung nur erreichbar, wenn wir ein ansprechendes Empfangsgebäude bieten." Informationen über den Campingplatz und Sehenswürdigkeiten in der Umgebung bekommen Gäste künftig in einem sechseckigen Empfangsgebäude. Eine Glaskuppel ermöglicht viel Lichteinfall. Neben der Rezeption gibt es dann Sanitärräume mit Duschen, damit Urlauber sich nach der oft weiten Anreise frisch machen können. Für die Dauer ihres Aufenthalts bekommen sie einen Chip zur Ein- und Ausfahrt sowie als Zugang zum Schwimmbad und zum Campertreff "Stuff". Der Zweite Beigeordnete Ferdinand Ferring (CDU) hätte es am liebsten gesehen, wenn auch eine Gaststätte integriert worden wäre. "Dann wäre uns finanziell ganz die Luft ausgegangen", entgegnete Wirtz, der als Architekt die Planung übernommen hatte. Ratsmitglied Alfons Jung vergewisserte sich, dass der Hochwasserschutz berücksichtigt wird. Der Bau kostet 175 000 Euro, 75 000 Euro die Einrichtung einschließlich Chip-System. Noch vor der kommenden Sommersaison sollen alle Arbeiten fertig sein.Frischwasser für die Nichtschwimmer

Nach der Saison will sich die Gemeinde das 1967 gebaute Schwimmbad vornehmen. Wasseraufbereitung und Beckenhydraulik entsprechen nicht mehr den Vorschriften. Künftig strömt wie im 1992 sanierten Schwimmerbecken auch im Nichtschwimmerbecken gleichmäßig von unten Frischwasser nach. Überlaufrinne, Beckenauskleidung und -umgang werden erneuert. Zudem wird das Becken attraktiver gestaltet. Kosten: 285 000 Euro. Weitere 300 000 Euro investiert die Gemeinde in die Technik zur Wasseraufbereitung. Dazu gehören: eine zusätzliche Filteranlage mit Verrohrung, Umbau der Wasserführung der Wärmepumpe, neue Steuerungstechnik sowie Elektroverteilung. Der Gewinn des Regiebetriebs wird im Jahr 2005 mit 20 300 Euro voraussichtlich niedriger ausfallen als in den Vorjahren und aufgrund der hohen Abschreibungen zunächst weiter sinken. Die Investitionen von 835 000 Euro können sich nur langfristig bezahlt machen. Wirz: "Das Schwimmbad allein ist ein Zuschussgeschäft. Aber ohne das Bad hätte der Campingplatz nicht seine jetzige Bedeutung." Jeweils einstimmig beschloss der Gemeinderat den Bau des Empfangsgebäudes, den Wirtschaftsplan des Regiebetriebs und den Haushaltsplan 2005 (siehe Extra).