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Aufführung von "Grenzland in Flammen" in der Bitburger KSK-Kundenhalle

Archiv Februar 2019 : Ardennen-Offensive: So schreibt man Geschichte

Was zwei Eifeler Reservisten akribisch zusammengetragen haben, wurde am Mittwoch in Bitburg vor großem Publikum präsentiert: „Grenzland in Flammen“, die Dokumentation zur Ardennen-Offensive 1944. 700 Besucher waren dabei – und beeindruckt.

Sie mussten noch Stühle reinstellen am Mittwochabend in der Kundenhalle der Kreissparkasse (KSK) Bitburg-Prüm: 610 waren es am Ende, und dennoch standen etliche der rund 700 Besucher.

„So was hatten wir noch nicht“ – Landrat Joachim Streit zitiert eingangs KSK-Vorstand Ingolf Bermes angesichts des Zuspruchs aus der ganzen Eifel. „Wir hatten 550 Anmeldungen“, sagt Streit, „was wir hier sehen, übertrifft das bei Weitem. Es zeigt, dass das, was Manfred Klein und Robert Fuchs gemacht haben, einen Nerv trifft.“ Er habe die Dokumentation schon drei Mal gesehen, sagt der Landrat. Und er sei immer wieder beeindruckt von der Akribie der Autoren – ein Urteil, in dem ihm die Besucher an diesem Abend folgen werden.

 Am Ende waren es 700 Besucher: Die Kundenhalle der KSK kurz vor Beginn der Vorführung von "Grenzland in Flammen".
Am Ende waren es 700 Besucher: Die Kundenhalle der KSK kurz vor Beginn der Vorführung von "Grenzland in Flammen". Foto: Fritz-Peter Linden

Was die beiden Männer von der Reservistenkameradschaft Bleialf-Schneifel gemacht haben, ist eine dreistündige, multimediale – und fesselnde – Dokumentation über die Ereignisse vor und während der Ardennen-Offensive, deren Auftakt sich am 16. Dezember zum 75. Mal jähren wird. Der TV berichtete bereits über das Engagement der Familienväter, die das auch tun, damit „gerade die jungen Leute von unserer Arbeit etwas mitnehmen“, sagt der 47-jährige Manfred Klein.

 Ardennen-Offensive: Mobile Brücke bei Losheim.
Ardennen-Offensive: Mobile Brücke bei Losheim. Foto: US-Nationalarchiv

Eine Arbeit, die zeigt, wie irrsinnig auch Adolf Hitlers finaler Versuch war, das Ende seines Regimes noch abzuwenden und durch einen überraschenden Vorstoß aus der Eifel nach Westen „einen Keil zwischen die alliierten Reihen zu treiben“, sagt der Vorsitzende der Reservistenkameradschaft, Josef Sohns. Mit drei Armeen, 200 000 Soldaten, 900 Panzern und 2000 Geschützen. Was dann geschah, kostete Zehntausende Menschen das Leben. Sie starben, grauenvoll, in Gefechten, Bombardements, Massakern.

Drei Stunden: in drei Abschnitte unterteilt, wie Robert Fuchs zu Beginn erläutert. Der erste behandelt die Vorbereitung, der zweite den Aufmarsch in der Eifel, der dritte den ersten Tag der Offensive, an dem die deutschen Angreifer längst nicht so weit voran kamen wie von den Kommandeuren verlangt.

Am Ende steht großer Applaus für die Macher. Und Lob von allen Seiten: „Total ideologiefrei“, sagt eine Besucherin, „sehr gut gemacht“, urteilt Josef Junk, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bitburger Land. Walter Ewertz aus Arzfeld, Oberst der Reserve und ebenfalls ein genauer Kenner der Kriegsgeschichte, findet die Dokumentation „toll gemacht, da steckt unheimlich viel Arbeit drin. Was mir besonders gut gefällt, ist, dass die Kommentare sachlich sind.“ Und ohne den schnarrenden Ton manch anderer Kriegsdokumentationen. „Total begeistert“ ist auch Franz-Josef Triendl, der frühere Direktor des Amtsgerichts Prüm. Auch er lobt den sachlichen, fundierten Umgang der Autoren mit dem Thema.

Und die Jugend? Der Leistungskurs Geschichte vom Regino-Gymnasium Prüm ist ebenfalls dabei: „Ich habe mir nicht vorgestellt, dass es so interessant ist“, sagt der 18-jährige Nikolaus Keil aus Weinsheim. „Und ich habe nicht erwartet, dass es filmisch so gut gemacht ist.“ Das Besondere sei zudem „die lokale Komponente“, dass man erfahre, was sich eben genau hier in der Eifel damals abgespielt habe. Sein Fazit: „Da habe ich schon schlechtere Fernsehdokus gesehen.“

„Wir müssen zeigen, was war, damit das nie wieder geschieht“, sagt Ingolf Bermes im Schlusswort. Manfred Klein und Robert Fuchs hätten das beispielhaft getan. „Wir danken ihnen dafür alle. Und zollen ihnen unseren Respekt.“

Die Autoren arbeiten bereits an Teil zwei, in dem sie zahlreiche, nie gezeigte Aufnahmen verwenden werden (der TV berichtete). Ein paar hundert Stunden wird das aber noch dauern. Und viele werden das Ergebnis wieder sehen wollen.