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Aufgabe: offen. Die ungewöhnliche Stellenausschreibung der VG Arzfeld

Kommunen : Arzfeld sucht: den Mann (m/w/d) für alle Felder

Achtung, Jobangebot: Die Verbandsgemeinde Arzfeld hat eine Stelle ausgeschrieben. Allerdings steht darin nicht, was die neu einzustellende Person genau zu tun haben wird. Wir fragten, was sich dahinter verbirgt.

„Das haben wir noch nie so gemacht!“ Wer so spricht, der will, dass alles genau so bleibt, wie es ist. Und dass man „das“ auch bis in alle Ewigkeit exakt so weitermachen werde wie bisher.

Walter Klar, Büroleiter der Verbandsgemeinde Arzfeld, sagt den Satz im Gespräch mit dem TV ebenfalls („Ich bin jetzt neun Jahre Büroleiter. Das haben wir noch nie so gemacht.“). Allerdings aus einem anderen Grund: Die Verwaltung ändert jetzt tatsächlich etwas – und zwar bei der Besetzung eines offenen Postens im Rathaus.

Es geht um die Stellenausschreibung, die man dazu im Amtsblatt und auf der Website der VG findet: Man biete, heißt es darin, „zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine unbefristete Voll- oder Teilzeitstelle“ an. Und dann folgt der Satz: „Ein detailliertes Aufgabengebiet wird noch festgelegt.“

Aha – man sucht also jemanden, dem man noch nicht sagen kann, was genau zu tun ist. Auch beim Geschlecht zeigt man Offenheit: „m/w/d“ steht in der Ausschreibung, das „d“ steht für „divers“. „Gar kein Thema“, sagt Walter Klar. „Wir leben im 21. Jahrhundert.“

Recht so. Aber warum das Rätsel ums Aufgabengebiet? Es sei, sagt Klar, „eine rein organisatorische Geschichte“. Man plane ein paar Dinge im Haus zu verändern, anders zu organisieren und zuzuschreiben. Unterm Strich nämlich sei man bei ein paar Aufgaben schlicht unterbesetzt: Das gelte vor allem beim Thema Bauen und bei den Bürgerdiensten, zu denen unter anderem Kindertagesstätten und Schulen, die Ganztagsbetreuung, das Einwohnermeldeamt, das Standesamt und Soziales gehören.

Und jetzt überlege man „verschiedene Varianten, wie wir das organisatorisch verändern“. Möglich sei auch, dass die neue Amtsperson ihre Aufgaben mit jemand anderem im Haus teile, vielleicht in Vollzeit, vielleicht nur 30 Stunden in der Woche. Oder ein neues Aufgabenressort gebildet werde.

„Wir haben lange überlegt“, sagt Walter Klar: „Wollen wir das auf ein Gebiet festzurren oder stellen wir es breiter auf?“ Deshalb hänge jetzt vieles auch von den Bewerbern ab – auch deswegen habe man die Aufgaben in der Ausschreibung nicht definiert. Entschieden werde letztlich auch gemäß der Frage: Was kann ein Bewerber – und deshalb „streuen wir das ein bisschen breiter“.

„Wir haben an zwei Stellen eine Unterdeckung“, sagt Bürgermeister Andreas Kruppert. Und deshalb mache man bei den Bewerbern „die Tür ein bisschen weiter auf. Das Problem ist: Es bleibt einem ja fast nichts anderes mehr übrig. Die Leute, die Verwaltung gelernt haben, die haben in der Regel Jobs. Und wollen auch nicht wechseln.“

Einen Schrank für eine Schule zu bestellen, das könne auch jemand mit kaufmännischer Kenntnis übernehmen. Solche Aufgaben könnte man dann eben auch aus dem Pflichtenheft eines Verwaltungsangestellten rausnehmen, der dann mehr Kapazitäten für, zum Beispiel, rechtsrelevante Dinge erhalte. Und außerdem: Mitarbeiter aus anderen Ausbildungszweigen und Befurswelten, sagt Kruppert, brächten auch eine andere Sicht mit. „Und das tut dem Haus gut.“

Bevor sich aber jetzt versprengte Zeitungsredakteure oder Zirkusartisten melden – so weit offen lässt man das Bewerberfeld dann doch nicht, eine Einschränkung besteht: Die Interessenten müssen eine abgeschlossene Ausbildung haben, in der Verwaltung oder in einem kaufmännischen Beruf. Ja, es stimme schon, sagt VG-Chef Kruppert: „Das liest sich, als wüssten die nicht, was sie brauchen. Doch, das wissen sie schon.“

Bewerber können sich melden bis Montag, 17. Februar, bei Walter Klar (Telefon 06550/974121) oder dessen Stellvertreter Raimund Kemen (06550/974124).

Wer sich per E-Mail bei der Kommune bewerben will, schickt seine Unterlagen an bewerbung@vg-arzfeld.de

Die Ausschreibung findet man im Internet unter www.vg-arzfeld.de.