Aufstehen gegen Krieg und Hass: Christoph Schömig führt in der Prümer Basilika "The Armed Man" auf

Aufstehen gegen Krieg und Hass: Christoph Schömig führt in der Prümer Basilika "The Armed Man" auf

Für den Vorabend des Einheitstags hat sich Regionalkantor Christoph Schömig ein besonderes Werk vorgenommen: In der Prümer Basilika wird am Sonntag, 2. Oktober, die Friedensmesse "The Armed Man" des britischen Komponisten Karl Jenkins aufgeführt. Mit Orchester, Chor - und Muezzin.

"Ein politisch absolut aktuelles Stück", sagt Regionalkantor Christoph Schömig - zugleich sei es ergreifend, dramatisch, sehr zugänglich und von unterschiedlichen musikalischen Stilen und Epochen geprägt. Die Rede ist von der Friedensmesse "The Armed Man" (der bewaffnete Mann), verfasst vom britischen Komponisten Karl Jenkins zur Jahrtausendwende (siehe Extra).

Während Jenkins im Auftrag der Royal Armoury, des königlichen Waffenmuseums im Tower von London, an der Messe schrieb, ereignete sich der Krieg im Kosovo - dessen Opfern ist "The Armed Man" gewidmet. Und das ist auch der Grund, warum in dem Werk ein Muezzin das moslemische Glaubensbekenntnis ruft. In Prüm übernimmt den Part Ibrahim Gezer von der Wittlicher Moschee - auf Vermittlung von Erdal Dogan aus Schönecken. Dogan habe den Muezzin angesprochen, sagt Schömig, "weil der ein guter Sänger ist".

Zu Gezer werden sich eine ganze Reihe weiterer guter, sehr guter Sänger gesellen: Mit dabei sind der Kammerchor Westeifel und die Junge Philharmonie Bonn, insgesamt fast 100 Akteure. Schömig selbst übernimmt die Gesamtleitung.

Die Premiere von "The Armed Man" in der Londoner Royal Albert Hall war im Jahr 2000 - in der Hoffnung auf ein neues und friedvolleres Jahrhundert.

Daraus ist nun weiß Gott bisher nichts geworden. Ein Grund mehr für Schömig, die vor allem im britischen Sprachraum immens beliebte Messe nun in der Basilika aufzuführen, denn sie thematisiert die Schrecken des Krieges genauso wie die Sehnsucht nach Frieden: "Und weil ich es wichtig finde, dass die Leute sich zusammentun, um gegen Krieg und Unterdrückung aufzustehen", sagt der Regionalkantor.

"Das ist mein Credo und meine Motivation: In den Dialog miteinander zu treten und nicht Fronten aufzubauen." Und angesichts der fürchterlichen Weltereignisse sei "The Armed Man" eben brandaktuell. "Und deshalb finde ich es gut, dieses Stück noch einmal aufzuführen."

Die Messe dauert etwa 70 Minuten, hinzu kommen am 2. Oktober das achtstimmige "Agnus Dei" von Samuel Barber und eine Chorimprovisation über Christoph Schömigs "Da pacem, Domine" - "Gib Frieden, Herr".
Die Aufführung von "The A rmed Man" ist am Sonntag, 2. Oktober, 17 Uhr, in der Basilika Prüm. Der Vorverkauf hat begonnen. Der Besuch ist für Kinder und Jugendliche frei.

Eintrittskarten erhält man vorab für 17 Euro (Abendkasse: 20 Euro) in der Prümer Buchhandlung Hildesheim und in den Hauptgeschäftsstellen der Volksbank Eifel in Prüm, Bitburg und Gerolstein.Extra

Der Kammerchor Westeifel. Foto: privat. Foto: (we_wprue

Sir Karl Jenkins (Foto) wurde 1944 in Wales geboren und zählt zu den beliebtesten zeitgenössischen Komponisten in Großbritannien. Sein Werk ist zwischen Klassik, Jazz und Pop angesiedelt, er schrieb auch Musik für Werbung, Film und Fernsehen. Jenkins war außerdem Mitglied der wegweisenden Jazzrock-Band "The Soft Machine". "The Armed Man" ist ein Aufruf zum Frieden und hat seinen musikalischen Ursprung in einem französischen Soldatenlied gleichen Titels ("L'homme armé") aus dem 15. Jahrhundert. Karl Jenkins arbeitet darin mit Texten von Rudyard Kipling bis zu Jonathan Swift, von den Psalmen bis zu dem Bericht eines Zeugen des Atombombenabwurfs in Hiroshima. Auch die musikalischen Elemente der Messe sind aus den unterschiedlichsten Epochen und Stilen zusammengeführt, von der Gregorianik bis zu Jazz, Pop, Film- und Marschmusik. fpl

Mehr von Volksfreund