Auftrieb für die Schwimmbad-Retter

STADTKYLL. Die Gefahr für das Freibad Stadtkyll scheint gebannt: Bei seiner jüngsten Sitzung beschloss der Rat der Verbandsgemeinde (VG) Obere Kyll die Planungskosten für die Sanierung des defizitären Bads wieder in den Haushalt aufzunehmen.

 In der Wintersaison ist hier nur das Wasser grün: Blick aus dem Wald auf das Freibad im Wirfttal bei Stadtkyll.Foto: Fritz-Peter Linden

In der Wintersaison ist hier nur das Wasser grün: Blick aus dem Wald auf das Freibad im Wirfttal bei Stadtkyll.Foto: Fritz-Peter Linden

Fasthätten die Räte das Stadtkyller Freibad finanziell ausgetrocknet:Noch im Dezember beschlossen sie auf Antrag der CDU-Fraktion diePlanungskosten für die Sanierung aus dem Haushalt 2003 zustreichen (der TV berichtete). Bei einem Jahresverlust vonrund 120 000 Euro müsse die Frage gestellt werden, ob eine solchePlanung überhaupt Sinn habe, hieß es damals. Ohne diese Planungaber keine Sanierung, und ohne die Erneuerung maroder Bereichehätte das Bad nach der Sommersaison dicht gemacht werden müssen. Stadtkyller Rat wird aktiv

Die ersten, die auf dieses schmerzhafte Jünkerather Weihnachtsgeschenk reagierten, waren die Stadtkyller Ortspolitiker: Der dortige Rat beschloss eine saftige Erhöhung der Kurtaxe von 25 auf 50 Cent pro Feriengast und Urlaubstag. Die erwarteten Mehr-Einnahmen sollen in einem jährlichen Betriebskosten-Zuschuss für das Freibad von rund 50 000 Euro resultieren. Ab 2005 sollen es nach einer weiteren Erhöhung sogar 70 000 Euro sein - vorausgesetzt, die Gäste wandern angesichts dieser Kurse nicht in billigere Ferienorte ab.

Auch mit dem Landal Green Park im Wirfttal (er stellt die weitaus meisten Bad-Besucher) nahmen Orts- und Verbandsgemeinde Verhandlungen auf, um zu sondieren, wie eine Unterstützung des holländischen Unternehmens aussehen könne. Das Ergebnis: Kein Ergebnis. Landal werde nur Geld zur Unterstützung des Badbetriebs zahlen, wenn die Ortsgemeinde auf die Erhöhung der Kurtaxe verzichte. Denn davon sei der Park auf Grund seiner Gästezahlen ohnehin am stärksten betroffen.

Beschluss ist Beschluss, es bleibt bei der verteuerten Taxe: Für VG-Bürgermeister Werner Arenz ein "glasklares Signal" der Stadtkyller. Ortsbürgermeister Nikolaus Simon fügte hinzu, man wolle "die Verbandsgemeinde nicht alleine lassen" und bat die Räte um den entsprechenden Beschluss, der dann auch einstimmig gefasst wurde. FWG-Fraktionschef Lothar Schun brachte die Stimmung auf den Punkt: "Es ist besser, wenn die Gäste baden gehen, als dass der Tourismus baden geht."

Sogar aus dem Ferienpark wird wieder Hilfe signalisiert: "Es gibt offenbar eine neue Möglichkeit der Unterstützung - aber die verrat' ich jetzt nicht", sagte Arenz. Immerhin rückte er aber mit der Ankündigung heraus, der Park werde der VG "ideell, personell und finanziell" unter die Schwimmflügel greifen.

Weitere Themen: Die Kommunalaufsicht in Daun klopfte der VG zwar heftig auf die Finger, genehmigte aber dennoch den Jahreshaushalt. Weitere gute Nachrichten: Das Land zahlt noch einmal rund 18 000 Euro für die Jugendarbeit sowie 7000 Euro für die Anschaffung von Schutzjacken für die Feuerwehr.

Außerdem beschloss der Rat die Sanierung der Wetter-Fassade an der Grundschule Stadtkyll und stellte - so die offizielle Formulierung - "das Benehmen zur neuen Hausordnung der Graf-Salentin-Schule" in Jünkerath her.

Darin findet sich der hübsche Satz: "Wir begegnen einander mit gegenseitiger Achtung." Und bis auf ein kurzes Verbal-Scharmützel zwischen Arenz und dem Hallschlager Ortsbürgermeister Georg Brandt galt die Maxime an diesem Tag sogar im Rat der Oberen Kyll.

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