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Aus Bitburg mit dem Rad von Alaska nach Südamerika

Menschen : Aus Bitburg mit dem Rad von Alaska nach Südamerika

Heiner Zimmer aus Bitburg startet heute den zweiten Teil seiner Weltreise mit dem Fahrrad und er würde sich freuen, unterwegs zwischen Alaska und Patagonien einen  Weltenbummler aus Prüm zu treffen.

Die Taschen sind gepackt. Viel braucht Heiner Zimmer nicht. Exakt 48 Kilo wiegt das, was er in den Satteltaschen seines Fahrrads verstaut. Funktionskleidung, Zelt, Schlafsack, Kochgeschirr, ein paar Medikamente, Ersatzteile und Flickzeug fürs Fahrrad. Das war’s. Für den Bitburger ist diese Einfachheit wesentlicher Teil seiner Reise, die ihn in mehreren Etappen mit dem Fahrrad rund um die Welt führt.

Durch 23 Länder ist der 64-Jährige zuletzt in dreieinhalb Jahren mit Rad und Zelt gereist – von Rumänien durch den Iran und Indien bis nach Kambodscha und Vietnam (der TV berichtete). Nun, nach einem hal­ben Jahr in seiner Heimat, ist es für den Weltenbummler wieder an der Zeit, aufzubrechen. „Ich freue mich unglaublich darauf“, sagt der passionierte Radsportler, der für seinen Lebenstraum vor vielen Jahren Haus und Sicherheiten aufgegeben hat. Seine Erkenntnis: „Man braucht gar nicht so viel.“

Gewohnt hat er die vergangenen Monate bei seiner Schwester in Bitburg. „Familie und Freunde, die werde ich auf jeden Fall vermissen. Das habe ich auch noch mal so richtig zu schätzen gelernt, dass ich diese Menschen um mich habe.“ Nun stellt sich Zimmer wieder der Einsamkeit. Nach einem Stopp auf Kuba geht es über Vancouver nach Alaska. Es ist der Startpunkt einer langen Reise, die ihn vom nördlichsten Bundesstaat der USA bis an den südlichsten Zipfel Südamerikas, nach Patagonien, führen soll.

60 bis 80 Kilometer will Zimmer im Schnitt am Tag zurücklegen. Die genaue Route ist noch offen. Drei bis vier Jahre plant er für seine Reise ein. Um die zehn Grad wird es in Alaska sein, wenn Zimmer dort ankommt. Ein riesiges Land, das gerade mal gut 700 000 Einwohner zählt. Gletscher, Polarbären, Wildnis.

„Mich reizt die Einsamkeit, die einfache Lebensart und die Natur natürlich“, sagt Zimmer. Aufgeregt sei er auch. „Ich weiß ja nicht, was mich erwartet.“ Aber genau das ist es ja, was er sucht. „Ich will Neues erleben, andere Kulturen, Länder, Lebensweisen entdecken“, sagt Zimmer, der bei seiner Reise gen Osten jenseits von Natur und Kultur vor allem die Begegnungen mit den Menschen bereichernd fand, die er unterwegs kennengelernt hat und die ihn mal ein kleineres oder größeres Stück seines Weges begleitet haben.

„Ich glaube, es ist das Fahrrad und diese einfache Art zu reisen, die Türen öffnet“, sagt Zimmer. Er hat längst überall auf der Welt Freunde und Bekannte, die er auf vorherigen Reisen kennengelernt hat. „Manche Besuche, zum Beispiel in Kanada, sind schon fest eingeplant.“ Und dann würde er sich super freuen, wenn es endlich klappt, dass er Filbo Frensch trifft. Der Mitte 20-Jährige aus Prüm lebt den gleichen Traum wie Zimmer und radelt um die Welt. „Wir haben für ein solches Treffen schon drei, vier Mal Anlauf genommen. Wäre toll, wenn es dieses Mal wirklich klappt.“